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Corona-Fälle in Berliner Bar: Gäste gaben falsche Namen und Adressen an

  • In der Berliner Bar, in der sich mindestens zehn Personen mit Corona infiziert haben, sind die Vorschriften missachtet worden.
  • Im Lokal soll demnach eher eine Party als normaler Restaurantbetrieb stattgefunden haben.
  • Zudem gaben einige Gäste des Lokals falsche Namen und Adressen an.
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Berlin. In der Berliner Bar, in der sich mehrere Gäste mit dem Coronavirus angesteckt haben sollen, sind laut dem Bezirk Mitte Corona-Vorschriften missachtet worden. “Das Restaurant muss jetzt mit einem Bußgeld rechnen”, teilte das Bezirksamt am Donnerstag auf Anfrage mit. In dem Lokal soll demnach eher eine Party als normaler Restaurantbetrieb stattgefunden haben. Mit dem Abend des 10. Juli im “Mio” unter dem Fernsehturm stehen zehn bekannte Corona-Fälle in Verbindung, wie der Bezirk am Mittwoch bekanntgab.

Die Liste mit den Kontaktdaten der Gäste sei "unvollständig und fehlerhaft", teils hätten Gäste falsche Namen und Adressen angegeben, erklärte der Bezirk. Auch an die Maskenpflicht abseits der Tische hätten sich die Gäste nicht gehalten.

Bezirk sucht Gäste des Lokals

Wie viele Menschen sich am betreffenden Abend dort aufhielten, sei unklar. “Rund 1200 Personen passen in die Räumlichkeiten und es soll an diesem Abend ziemlich voll gewesen sein.” Entsprechend hatte sich der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), im “Tagesspiegel” geäußert.

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Unter den Infizierten sind laut Bezirk Berliner und Menschen aus anderen Städten. Die Gegend rund um Fernsehturm und Alexanderplatz ist bei Touristen beliebt. Wer sich an jenem Abend zwischen 21.00 Uhr und 3.00 Uhr im Innen- oder Außenbereich des Lokals aufgehalten hat, wurde gebeten, sich mit dem Gesundheitsamt Berlin Mitte oder dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen.

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Mehr Kontrollen auf Partymeile angeordnet

Von Dassel kündigte verstärkte Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei auf der Partymeile des Bezirks an. Bei Verstößen würden “Bußgelder in der maximal rechtlich zulässigen Höhe” verhängt.

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“Immer häufiger” würden in der Gastronomie im Bezirk die geltenden Regeln “grob missachtet”, erklärte von Dassel. Er verwies auf RBB-Berichte über “völlig überfüllte Lokale” entlang der Tor- und Brunnenstraße, in denen vielfach die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ignoriert worden seien.

Bezirksbürgermeister verschickt Offenen Brief

In einem Offenen Brief an Inhaber von Bars, Kneipen und Restaurants in Mitte forderte er, bei den Gästen ausnahmslos die in der Corona-Pandemie weiterhin geltenden Abstands- und Hygieneregeln durchzusetzen sowie Schutzmaßnahmen konsequent zu befolgen.

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“Gewähren Sie unbedingt nur so vielen Menschen Zutritt, wie das zurzeit gestattet ist, um die Abstandsregeln einzuhalten. Achten Sie verlässlich darauf, dass Ihre Gäste Mund- und Nasenschutz tragen, sobald sie nicht an einem festen Platz sitzen”, heißt es in dem Brief. “Und führen Sie bitte verlässliche Kontaktlisten, damit alle Ihre Besucher informiert werden können, wenn sich eine infizierte Person in Ihrem Lokal aufgehalten hat”, forderte von Dassel. “Bitte lassen Sie es nicht so weit kommen, dass Ihr Betrieb wegen massiver Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung von Ordnungsamt und Polizei sanktioniert und in letzter Konsequenz geschlossen werden muss.”

Viele Fälle in Berlin zu Beginn der Pandemie

Vor allem zu Beginn der Pandemie hatte es ähnliche Aufrufe von Berliner Bezirken nach entdeckten Infektionen bei Bar- und Clubbesuchern gegeben. Teils waren auf diese Weise Dutzende weitere Fälle entdeckt worden. Die Clubs wurden angesichts des hohen Infektionsrisikos geschlossen. Als problematisch gelten insbesondere schlecht belüftete Innenräume, in denen sich viele Menschen ohne ausreichenden Abstand aufhalten, laut miteinander sprechen oder singen.

Derzeit bewegen sich die Infektionszahlen in Berlin auf relativ niedrigem Niveau. Laut Mitteilung vom Dienstagabend waren im Vergleich zum Vortag 35 neue Fälle gemeldet worden.

RND/dpa

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