„Vermutlich gesunken“: In Deutschland gebautes U-Boot mit 53 Menschen an Bord vor Bali vermisst

  • Vor der Küste von Bali wird ein indonesisches U-Boot mit 53 Menschen an Bord vermisst.
  • Im Laufe einer militärischen Übung sei der Kontakt zu dem vor 40 Jahren in Deutschland gebauten Unterseeboot KRI Nanggala-402 abgerissen, teilte die Marine mit.
  • Es besteht die Befürchtung, dass das U-Boot gesunken ist.
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Jakarta. Ein U-Boot des indonesischen Militärs wird vor der Küste von Bali vermisst. Im Laufe einer Übung sei der Kontakt zu dem Wasserfahrzeug mit 53 Menschen an Bord abgebrochen, sagte ein hochrangiger Militärvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Das U-Boot sei vermutlich gesunken, zitierte die Zeitung „Kompas“ den Militärsprecher Hadi Tjahjanto.

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Indonesien: Vermisstes U-Boot wohl in 700 Metern Tiefe entdeckt
0:52 min
Es wird vermutet, dass das U-Boot mit 53 Seeleuten an Bord in etwa 600 bis 700 Metern Tiefe liegt.  © Reuters

Das vor 40 Jahren in Deutschland gebaute Unterseeboot KRI Nanggala-402 habe eine Torpedoübung durchgeführt, die Ergebnisse seien aber nicht wie erwartet übermittelt worden, zitiert Reuters einen Marinesprecher. Der Kontakt sei gegen 3 Uhr morgens (Ortszeit) abgebrochen, dann sei das U-Boot etwa 95 Kilometer vor der Insel Bali verschwunden. Möglicherweise befinde es sich in einer Mulde auf dem Meeresboden in etwa 700 Metern Tiefe, hieß es.

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Die indonesische Marine ist mit Kriegsschiffen im Einsatz. Zudem seien Singapur und Australien um Hilfe bei der Suche gebeten worden, weil sie U-Boot-Rettungsschiffe besäßen.

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U-Boot wurde in Kiel gebaut

Laut der Nachrichtenagentur Antara News wurde das knapp 60 Meter lange U-Boot mit diesel-elektrischem Motor 1977 beim Unternehmen Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel bestellt und 1981 in Betrieb genommen. Die „Nanggala“ ist eines von zwei in Kiel für Indonesien gebauten U-Booten, berichten die „Kieler Nachrichten“. Die U-Boote wurden bis 1989 auch in Kiel gewartet und überholt. In den vergangenen Jahren habe Indonesien die Wartung und Modernisierung der Boote jedoch an den südkoreanischen Werftkonzern Daewoo vergeben. Die „Nanggala“ war dem Bericht zufolge zuletzt 2011 umfassend modernisiert worden.

RND/seb/dpa

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