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Auszubildende von Fahnenmast erschlagen: Lkw hätte nicht auf Rathausplatz fahren dürfen

  • Sie wollte sich an ihrem ersten Ausbildungstag vor dem Kieler Rathaus fotografieren lassen, doch die Freude endete tragisch.
  • Eine 23-Jährige wurde von einem Fahnenmast erschlagen.
  • Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.
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Kiel. Im Fall der auf dem Kieler Rathausplatz von einem Fahnenmast erschlagenen Auszubildenden ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Ermittlungen richten sich gegen den Fahrer und den Beifahrer eines Lastwagens, wie Oberstaatsanwalt Michael Bimler sagte. Der Lkw hätte gar nicht auf Kieler Rathausplatz fahren dürfen, berichten die „Kieler Nachrichten“. Für das Fahren auf den Rathausplatz wäre eine Ausnahmegenehmigung für den Lkw notwendig gewesen. „In diesem konkreten Fall wurde kein entsprechender Antrag gestellt“, sagte eine Stadtsprecherin der Zeitung.

Der 7,5-Tonner hatte den Mast beim Rückwärtsrangieren angefahren. Er stürzte um und erschlug die 23-Jährige. Die junge Frau starb noch am Unfallort.

Am Dienstag gab es für die junge Frau im Rathaus eine Gedenkfeier. Die Fahnen der Stadt, des Landes Schleswig-Holstein, der Bundesrepublik und der EU am Rathaus wehten auf halbmast. Die Stadt legte ein Kondolenzbuch für die Mitarbeiter aus. Kollegen und Bekannte legten am Unglücksort Blumen nieder.

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Wo befanden sich Fahrer und Beifahrer zum Unglückszeitpunkt?

Der 60-jährige Fahrer des Lkw und sein 73-jähriger Beifahrer werden als Beschuldigte geführt, sagte Bimler der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Lastwagen dürfe nur rückwärts fahren, wenn er eingewiesen werde. Unklar ist, wo sich Fahrer und Beifahrer zum Unglückszeitpunkt befunden haben. "Darüber gibt es unterschiedliche Angaben", sagte Pressesprecher Oliver Pohl von der Kieler Polizeidirektion. "Wie schnell die Zugmaschine fuhr, wissen wir noch nicht", sagte Pohl. Der Fahrtenschreiber werde noch von einem Sachverständigen ausgewertet". Auch der Fahnenmast werde untersucht. Fahrlässige Tötung wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder Geldstrafe bestraft.

Um sich ein umfassendes Bild zu machen, würden alle Zeugen befragt, auch der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Er war Augenzeuge und stand auch am Dienstag bei der Gedenkfeier für die junge Frau im Rathaus noch unter dem Eindruck des tragischen Geschehens.

Eine städtische Auszubildende, die das Geschehen miterlebt hatte, sagte der dpa, sie habe plötzlich ein Geräusch gehört: „Das Ding ist einfach auf sie raufgeknallt.“ Nach dem Unfall wurden die Azubis ebenso wie Fahrer und Beifahrer von einem Kriseninterventionsteam betreut.

RND/dpa/seb

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