Australische Firma bezahlt ihre Mitarbeiter in Bitcoin

  • Eine australische Firma zahlt ihren Angestellten inzwischen einen Teil ihres Gehalts in Bitcoin aus.
  • Der Chef des Start-ups Finder glaubt, dass dies die Zukunft sein wird – auch wenn Kryptowährungen als volatil gelten.
  • Erst vergangene Woche war der Bitcoin auf Talfahrt gegangen.
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Sydney. Elon Musk twittert regelmäßig über Kryptowährungen und selbst große Firmen investieren inzwischen einen Teil ihrer Gelder in Digitalwährungen, darunter Musks Elektroautobauer Tesla und Jack Dorseys Fintech Square. Angesichts der enormen Gewinne, die die größte Kryptowährung – der Bitcoin – in den vergangenen Monaten abgeworfen hat, eine verlockende Vorstellung. Doch Kryptowährungen sind auch volatil. Selbst kleine Bemerkungen von Elon Musk in der Öffentlichkeit oder über Twitter lassen den Kurs beachtlich schwanken.

Trotzdem glauben gerade viele Start-up-Gründer, dass Digital­währungen wie der Bitcoin die Zukunft sind. Deswegen hat eine australische Firma inzwischen damit begonnen, auf Wunsch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Teil des Gehalts in Krypto­währung auszuzahlen. Fred Schebesta, CEO der Vergleichs­website Finder, der seinen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern diese Möglichkeit bietet, glaubt, dass dies innerhalb der kommenden zwei Jahre zur Norm werden wird.

Ein Viertel des Gehalts in Bitcoin

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Schebesta sagte im Interview mit der australischen Nachrichtenseite News.com.au, dass seine Mitarbeiter nach der Option gefragt hätten, es aber etwa ein Jahr gedauert habe, es vonseiten der Buchhaltung und aus rechtlicher Sicht umzusetzen. Inzwischen haben die 350 Mitarbeiter aber die Möglichkeit, 25 Prozent ihres Gehalts in Bitcoin zu verdienen. Sein Start-up sei „ein sehr kryptofreundliches Unternehmen“, sagte der Gründer. Seine Firma werde bereits von Lieferanten in Kryptowährung bezahlt, deswegen sei die Lohn­auszahlung kein so großer Sprung gewesen.

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Auch die in Melbourne ansässige Kryptobörse BTC Markets bietet ihren 35 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die Option, ihr Gehalt in Bitcoin ausgezahlt zu bekommen. „Ein Großteil unserer Mitarbeiter unter 35 Jahren hat einen natürlichen Appetit und ein natürliches Verständnis für Krypto“, sagte Caroline Bowler, die CEO von BTC Markets, dem australischen Medium. Sie seien offen dafür, neue und innovative Wege zu gehen. Die Bezahlung in Krypto erfolgt auch bei dem Unternehmen in Melbourne auf Wunsch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist freiwillig. Anders als beim Start-up Finder, das nur maximal 25 Prozent des Gehalts in Krypto­währung auszahlt, können die Angestellten von BTC Markets die Höhe selbst bestimmen. Die Bezahlung in den Digitalwährungen erfolge aber natürlich nach Steuern, betonte die Geschäftsführerin.

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Eine „Kryptorevolution“

In Zukunft will BTC Markets seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch noch andere Optionen anbieten. Denn neben Bitcoin sind auch Ethereum, Ripple, Binance Coin und der ursprünglich als Witz ins Leben gerufene Dogecoin bei Kryptoinvestoren beliebt. Bowler geht es mit dem Schritt auch darum, einen positiven Beitrag zur Bewegung der Digitalwährungen zu leisten. Im Interview mit dem Nachrichtenmedium sagte sie, sie wünsche sich, dass „Kryptowährungen immer mehr zum Mainstream und zum Teil unseres täglichen Lebens werden“.

Auch der Start-up-Gründer Schebesta will eine Art „Revolution“ für Kryptowährungen lostreten und bietet seinen Kundinnen und Kunden inzwischen an, Bitcoin verhältnismäßig einfach und unkompliziert über die App zu seiner Seite Finder zu kaufen. Allerdings warnte Schebesta auch vor der „Volatilität“ der Kryptowährungen. Letztere hatte Anfang Mai auch der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, an den Pranger gestellt. Digitalwährungen hätten „keinen intrinsischen Wert“, sagte der Finanzexperte damals. „Investieren Sie nur in Krypto­währungen, wenn Sie damit leben können, dass Sie womöglich Ihr ganzes Geld verlieren.“

Bitcoins: Nicht mit Klimaschutz vereinbar

Neben der Volatilität des Investments steht vor allem beim Bitcoin auch der hohe Energieverbrauch in der Kritik, der sich nicht wirklich mit dem Klimaschutz in Einklang bringen lässt. Denn beim sogenannten „Schürfen“ – also bei der Herstellung der Bitcoins – wird laut einer Analyse der Universität Cambridge jährlich mehr Strom verbraucht als in manchen Ländern. Laut der britischen Forscher kommt der Bitcoin-Verbrauch auf über 121 Terawattstunden pro Jahr.

Deswegen wurde beispielsweise auch die Entscheidung des Elektroautoherstellers Tesla, in Bitcoin zu investieren, von verschiedenen Seiten stark kritisiert. Tesla-Chef Elon Musk hat deswegen auch eine Kehrtwende angekündigt: Künftig will die US‑Firma aus Klimaschutzgründen keine Bitcoins mehr als Zahlungsmittel zulassen. Außerdem suchte der Milliardär das Gespräch mit einigen „nordamerikanischen Bitcoin-Miners“, wie er Anfang der Woche über Twitter bekannt gab. Bei den Diskussionen ging es vor allem darum, wie die digitale Währung nachhaltiger werden könnte. Der Tweet von Musk kam dem Bitcoin zugute: Sein Wert schnellte sofort wieder nach oben.

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