Australien: Überschwemmungen lösen Spinneninvasion aus

  • Nachdem große Teile der australischen Ostküste überschwemmt sind, müssen sich auch viele Tiere aus den Fluten retten.
  • Anwohner berichten von einer wahren Spinneninvasion.
  • Was für einige Menschen Angst auslöst, begeistert Forscher.
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Politiker sprechen bereits von einem Jahrhunderthochwasser. Das Ausmaß der derzeitigen Naturkatastrophe im Osten Australiens ist noch nicht absehbar. Große Teile Sydneys und der Ostküste sind überschwemmt. Tausende mussten bereits evakuiert werden. Doch neben den Bildern überfluteter Häuser, Parks und Innenstädte mehren sich nun auch die Bilder der Tiere in den Medien, die sich vor den Wassermassen flüchten.

Einige Anwohner berichten inzwischen von wahren Spinneninvasionen. So retten sich die Krabbeltiere vor den Fluten auf Häuserwände, klettern Zäune oder Laternenpfahle hinauf oder suchen Zuflucht in Häusern.

Tausende Spinnen

Melanie Williams aus Macksville, etwa fünf Autostunden nördlich von Sydney gelegen, berichtete dem australischen Sender ABC, dass sie etwas Vergleichbares „noch nie gesehen“ habe. „Als das Wasser stieg und der Briefkasten immer weiter versank, konnte ich all diese kleinen schwarzen Dinger sehen und dachte: ‚Oh, mein Gott, das sind Spinnen‘“, sagte sie. Dann habe sie auf den Zaun des Nachbarn geschaut und dort seien „buchstäblich Tausende“ gewesen.

Während Williams das Erlebnis eher als angsteinflößend empfand, begeisterte das Verhalten der Spinnen die Wissenschaft. Dieter Hochuli, ein Ökologe der Universität Sydney, beschrieb das Phänomen als „faszinierend“. Er sagte, die Spinnen seien ja ansonsten auch immer da, man würde sie normalerweise nur nicht bemerken. All dies sei ein Zeichen eines „lebendigen Ökosystems“. Die Biologin und Spinnenexpertin Lizzy Lowe betonte auf Twitter ebenfalls, dass dies „kein Albtraum oder eine Plage“ sei. Vielmehr seien die Spinnen „einheimische Tierarten, die wie jeder andere vor den Fluten“ flüchten würden.

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Vermutlich weltgrößtes Spinnennetz

Das „faszinierende Phänomen“ ist zudem nicht einmalig. Auch 2016 retteten sich Tausende Spinnen beispielsweise auf höheren Grund. Damals wurden Teile der australischen Insel Tasmanien überschwemmt. Die Achtbeiner verwebten die Bäume der Insel dabei in das vermutlich weltgrößte Spinnennetz – Bilder, die damals ebenfalls um die Welt gingen.

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Auch vor fünf Jahren schon betonte ein Spinnenexperte des Queensland Museum, dass solch eine Spinneninvasion vollkommen harmlos sei. „Es ist nichts, worüber man beunruhigt sein müsste“, sagte Robert Raven damals im Interview mit der ABC. „Es ist einfach nur ein bemerkenswertes Ereignis der Natur, das zeigt, wie viele Spinnen um die Wege sind.“ Ein Jahr zuvor hatten unzählige Spinnen auch die australische Kleinstadt Goulburn im Bundesstaat New South Wales „besetzt“ und Häuser und Wiesen mit einem Meer aus Spinnennetzen überzogen.

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