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Widerstand gegen Ausgangssperren: Jugendliche verletzten Polizisten in Berlin – illegale Proteste in Hamburg aufgelöst

  • Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen und illegale Partys haben die Polizei in der Nacht in mehreren deutschen Großstädten beschäftigt.
  • In Berlin wurden Einsatzkräfte von Jugendlichen attackiert und verletzt.
  • In Hamburg und Hannover kam es zu verbotenen Protesten gegen die Ausgangssperren.
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Hannover. Angesichts frühlingshafter Temperaturen und zahlreicher Protestaktionen hatte die Polizei zuletzt vor einem schwierigen Osterwochenende gewarnt. Sorgen bereitet zudem die schwindende Akzeptanz der Pandemievorschriften, wie der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte. Schon in der Nacht zu Karfreitag kam es jetzt in mehreren Großstädten zu größeren Einsätzen wegen illegaler Partys und Protesten gegen die verschärften Corona-Maßnahmen.

Berlin

Bei der Kontrolle der Corona-Regeln im Gleisdreieckpark in Berlin-Kreuzberg wurden Polizisten beleidigt und leicht verletzt. Die Einsatzkräfte forderten am Donnerstagabend mehrere große Gruppen junger Menschen auf, den Park zu verlassen, und begleiteten rund 50 bis 70 teilweise aggressive Jugendliche und Heranwachsende in Richtung U-Bahnhof, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Dabei seien vier Polizisten von einem Mitglied der Gruppe mit dem Inhalt eines Feuerlöschers besprüht worden und hätten Atembeschwerden und Augenreizungen erlitten.

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Den Angaben zufolge gelang es dem Tatverdächtigen, sich in der Gruppe unerkannt zu entfernen. Die Einsatzkräfte hätten von elf 15- bis 27-Jährigen die Personalien aufgenommen und ein Handy beschlagnahmt, mit dem die Tat gefilmt worden sein soll.

Hamburg

Gegner der nächtlichen Ausgangsbeschränkungen zogen am Donnerstagabend trotz eines Verbots mit Transparenten durch die Stadtteile St. Pauli und Altona – die Gruppen wurden schließlich von der Polizei zerstreut. Wie ein Sprecher der Polizei am Freitagmorgen sagte, war zwar eine Kundgebung mit 50 Teilnehmenden auf St. Pauli angemeldet und zugelassen worden. Im Laufe des Abends hätten sich aber bis zu 250 überwiegend junge Menschen am Demonstrationsort versammelt. Etwa 200 von ihnen schlossen sich später dem nicht erlaubten Marsch an.

Die Teilnehmenden des Aufzugs seien dem linken Spektrum zuzuordnen gewesen. Es kam zu vereinzelten Sachbeschädigungen. Unter anderem wurde Material von einer Baustelle auf die Straße gezogen und Plakate zu SPD-Wahlveranstaltungen beschädigt. Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften kam es laut Polizei allerdings nicht.

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Hannover

Auch in Hannover kam es am Donnerstagabend zu Protesten gegen den Beginn der coronabedingten nächtlichen Ausgangssperre. In der Nordstadt versammelten sich nach Angaben der Polizei etwa 50 Menschen. Auf Ansprache reagierten die Versammlungsteilnehmer, die alle einen Mund-Nasen-Schutz trugen, aggressiv und zündeten Knallkörper, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Es wurden daraufhin weitere Einsatzkräfte hinzugezogen.

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München

Am Abend des Gründonnerstags feierten rund 400 Menschen lautstark und teilweise alkoholisiert auf dem Gärtnerplatz in der Innenstadt. Rund 30 Beamte lösten das Treiben auf. In der Nacht zu Karfreitag blieb es einem Sprecher zufolge dann ruhig.

Über die Feiertage gelten in vielen Bundesländern verschärfte Corona-Beschränkungen.

RND/seb/dpa

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