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Augenzeugen sagen vor Gericht im Fall George Floyd aus: „Er hat gelitten“

  • Im Prozess gegen den Ex-Polizisten Derek Chauvin sagen die ersten Augenzeugen aus.
  • Der Anwalt von Chauvin wirft einem Zeugen vor, gegenüber dem Polizisten aggressiv gewesen zu sein.
  • Eine Feuerwehrfrau erzählte, dass die Polizisten sie nicht helfen ließen.
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Im Mordprozess gegen den früheren Polizisten Derek Chauvin haben in den vergangenen Tagen die ersten Augenzeugen ausgesagt. Unter ihnen ist auch die 18-jährige Darnella F. – sie sagte am Dienstag vor Gericht wegen der Tötung des Afroamerikaners George Floyd aus. Aufgrund ihres jungen Alters wurde ihr Gesicht bei der Übertragung des Gerichtsprozesses nicht gezeigt.

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Eine Chronologie: Was passierte im Fall George Floyd?
3:01 min
Der Prozess um die Tötung von George Floyd hat begonnen. Angeklagt ist unter anderem der Ex-Polizist Derek Chauvin. Eine Chronologie der Ereignisse.  © Lea Drabent/Reuters

„Es gibt Nächte, … in denen wache ich auf und entschuldige mich bei George Floyd, dass ich nicht mehr getan habe“, sagte sie. Das Handyvideo, das die damals 17-Jährige von der Festnahme Floyds machte, wurde zum bekanntesten Video des Polizeieinsatzes, der zum Tod von Floyd führte. Weiter erzählte sie: „Wenn ich George Floyd ansehe, dann sehe ich meinen Vater, meine Brüder, meine Cousins, meine Onkel, weil sie alle schwarz sind. Es hätte einer von ihnen sein können.“

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18-jährige Zeugin: „Er hat gelitten“

Darnella F. war am Tag der Festnahme mit ihrer Cousine auf dem Weg zum Lebensmittelgeschäft, in dem Floyd beschuldigt wurde, mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. Floyd habe immer wieder gesagt, dass er nicht atmen könne, sagte die junge Frau aus: „Er hat gelitten.“

Auch die Feuerwehrfrau Genevieve H. trat in den Zeugenstand. Auf Videoaufnahmen ist zu hören, wie sie die Polizisten bittet, Floyds Puls zu fühlen. „Ich habe mich sofort (als Feuerwehrfrau) identifiziert, weil ich gesehen habe, dass er medizinische Hilfe brauchte, sein Bewusstsein schwand. Das ist in unserer Ausbildung das erste Zeichen dafür, dass jemand medizinische Hilfe braucht“, sagte sie, die zum Zeitpunkt der Festnahme nicht im Dienst war. Die Polizisten hätten ihr aber nicht erlaubt, Floyd zu helfen. „Ich erinnere mich, ihnen angeboten zu haben, sie anzuleiten, ich habe gesagt, wenn er keinen Puls hat, müssen sie mit der Herzdruckmassage beginnen. Aber das wurde nicht getan“, so Genevieve H.

Augenzeuge rief die Polizei

Augenzeuge Donald Williams erklärte vor Gericht, warum er wegen des Polizeieinsatzes die Polizei gerufen hat. „Ich glaubte, Zeuge eines Mordes gewesen zu sein“, sagte er.

Derek Chauvins Anwalt versuchte in seiner Befragung, Donald Williams dazu zu bringen, zuzugeben, dass er im Verlauf der Festnahme immer wütender geworden sei. „Kann man festhalten, dass Sie zorniger und zorniger wurden?“, fragte der Anwalt Williams. Worauf Williams antwortete: „Nein, ich wurde beherrschter und beherrschter. Ich blieb ganz ruhig. Sie können mich nicht als zornig darstellen.“

RND/js

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