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Arzt und Mitarbeiter sollen keine Masken getragen haben – Staatsanwalt ermittelt

  • In Schwerin wird gegen einen Arzt ermittelt, der in seiner Praxis wiederholt keine Maske getragen haben soll.
  • Auch das medizinische Personal soll gegen die Corona-Auflagen verstoßen haben.
  • Der Arzt weist die Vorwürfe zurück.
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Schwerin. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat Ermittlungen gegen den Arzt aufgenommen, dessen Praxisbesucher einer ganzen Woche komplett in Corona-Quarantäne geschickt worden sind. Es bestehe der Anfangsverdachts eines strafbaren Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Hintergrund seien Hinweise, wonach innerhalb der Praxis des Arztes wiederholt von medizinischem Personal gegen die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, verstoßen worden sein soll. Die Informationen stammten insbesondere aus dem Schweriner Gesundheitsamt. Der Arzt hatte erklärt, dass ihm nichts über Verstöße gegen Corona-Auflagen im Praxisbetrieb bekannt sei.

Die Stadt Schwerin hatte alle Patienten und deren Begleiter, die im Zeitraum vom 21. bis 28. April länger als zehn Minuten in der chirurgischen Praxis waren, per Allgemeinverfügung in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Die Menschen wurden gebeten, sich testen zu lassen. Bis Dienstagnachmittag lagen 126 Ergebnisse vor, die alle negativ waren. Bislang hätten sich 166 Menschen testen lassen, hieß es. Weitere Ergebnisse sollen in den kommenden Tagen vorliegen. Zu 34 Patienten konnte den Angaben zufolge zunächst kein Kontakt aufgenommen werden, weil entweder gar keine oder keine aktuelle Telefonnummer vorlag. Zu diesen Menschen nehme das Gesundheitsamt schriftlich Kontakt auf.

Eine Mitarbeiterin der Praxis war am 30. April positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie hatte laut Stadtverwaltung in ihrer ansteckungsfähigen Zeit vom 21. bis 28. April dort gearbeitet. Demnach sollen in diesem Zeitraum 237 Patienten die Praxis besucht haben, hinzu komme eine unbekannte Zahl von Begleitpersonen. Der Arzt selbst war im fraglichen Zeitraum selbst in Quarantäne. Ein Vertretungsarzt arbeitete in dieser Zeit in der Praxis.

RND/dpa

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