Arzt soll Patientinnen betäubt und sexuell missbraucht haben

  • In Bielefeld ist ein Arzt festgenommen worden, der sich an Patientinnen sexuell vergangenen haben soll.
  • Die Vorwürfe stünden im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Arzt, so der Staatsanwalt.
  • Der 32-jährige Mediziner sitzt nun in Untersuchungshaft.
Anzeige
Anzeige

Bielefeld. Ein Arzt sitzt in Bielefeld in Untersuchungshaft, weil er im Sommer vergangenen Jahres zwei Patientinnen betäubt und anschließend vergewaltigt haben soll. Eine der Frauen habe Anzeige erstattet und damit die Ermittlungen ins Rollen gebracht, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft Bielefeld am Mittwoch. Der frühere Assistenzarzt sei sofort freigestellt worden und habe später das Arbeitsverhältnis von sich aus beendet, teilte die Evangelische Klinik Bethel - ein großes Krankenhaus mit 1755 Betten - mit.

Video
Arzt soll Patientinnen in Klinik vergewaltigt haben
1:41 min
Der Verdächtige Mediziner, der am Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld beschäftigt war, sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft.  © Reuters

Es gehe um drei mutmaßliche Vergewaltigungen im Juli und September 2019, so die Ermittler. Eine Frau sei zweimal sexuell missbraucht worden. Der 32-Jährige habe seine Taten auch gefilmt. Der Mediziner war am Montag festgenommen worden, am Dienstag habe das Amtsgericht Haftbefehl erlassen. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Anzeige

Arzt soll Patientinnen vor MRT-Untersuchungen sediert haben

Anzeige

Das Krankenhaus berichtete, dass der Mediziner bei einer MRT-Untersuchung zur Sedierung vorsätzlich ein Medikament verabreicht haben soll, das nicht den Richtlinien entsprach. Danach sei er freigestellt worden. Zunächst sei man nicht von einer schweren Straftat ausgegangen, so die Klinik. Es sei wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt worden. Nun habe das Krankenhaus bestürzt von der offensichtlich neuen Beweislage und der Festnahme des Mannes erfahren. Die Klinik werde alles tun, um zu einer schnellen Aufklärung beizutragen, erklärte ihr Geschäftsführer Matthias Ernst.

Die SPD-Landtagsfraktion bat die Landesregierung um einen mündlichen Bericht zu dem Fall im Gesundheitsausschuss am 30. September. Das Evangelische Klinikum Bethel versorgt pro Jahr rund 170 000 Patienten ambulant und stationär.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen