Arme Eisbären – 25 Prozent der Raubtiere haben Plastik im Magen

Wenn der Hunger übermächtig wird: Eisbären besuchen in Alaska menschliche Siedlungen und fressen Abfälle. Dabei können sie Nahrung nicht von Plastik trennen. Was zu Problemen für Tiere und Menschen führt.

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Anchorage. Erschreckendes Ergebnis: Bei einer Analyse des Mageninhalts von 51 Eisbären, die zwischen 1996 und 2018 in der südlichen Beaufort-See (Alaska) erjagt worden waren, fanden Wissenschaftler bei 25 Prozent der Raubtiere Plastik im Magen.

Eisbären in Not – Hungrige Eisbären sind aggressiver

Immer wieder machen sich Eisbären über menschlichen Müll her. Anfang des Jahres etwa waren laut „Hakai Magazine“ 52 hungrige Polarbären in einer kleinen russischen Militärsiedlung auf dem Nowaja-Semlja-Archipel eingefallen. Und hatten dort in ungesicherten Müllabladeplätzen gewühlt. Gefährlich für die dort lebenden Menschen, extrem gesundheitsschädlich für die Raubtiere.

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Hungrige Eisbären sind aggressiver als satte. Noch gefährlicher werden sie, wenn das aufgenommene Plastik ihnen Schmerzen bereitet. Der Übergang von Magen zu Dünndarm ist bei Eisbären vergleichsweise eng, größere Plastikteile können dort qualvolle Blockaden verursachen.

Eisbären in Not – Die Bären fressen nicht bewusst Plastiktüten

Raphaela Stimmelmayr, eine Wildtierärztin aus Alaska, die die Gruppe von Wissenschaftlern leitete, fand in den Tiermägen vor allem durchsichtige Plastiktüten und schwarze Mülltüten. Die Bären würden laut Stimmelmayr die Plastikbehältnisse nicht bewusst fressen. Sie vermutet, dass aufgrund der Temperaturen in Alaska Plastik und weggeworfene Nahrungsmittel zusammenfrieren und die Bären sie nicht voneinander trennen können.

Von RND/big

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