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Ärger in Rostocks Kleingärten: Verband verbietet größere Planschbecken und Trampoline

  • In Rostock verbietet der zuständige Dachverband größere Trampoline und Planschbecken in Kleingartenparzellen.
  • Das sorgt für mächtig Ärger, nicht nur bei Eltern kleiner Kinder.
  • „Statt Trampoline zu verbieten, sollte der Verband lieber wieder Lobbyarbeit für die Kleingärtner und ihre Bedürfnisse machen“, sagt Günter Zschau, Chef eines Rostocker Kleingartenvereins.
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Kleingärten erfreuen sich während der Corona-Pandemie großer Beliebtheit, bieten sie doch vor allem für Familien mit Kindern Abwechslung und Erholung in Zeiten, in denen Urlaub kaum möglich ist. Das ist auch in Rostock nicht anders, dort sorgt allerdings eine im vergangenen Sommer eingeführte Regelung für Ärger. Oder genauer gesagt ein Verbot: In den Parzellen der knapp 150 Kleingartenvereine sind Trampoline und auch Schwimmbecken ab einer bestimmten Größe nicht mehr erlaubt. Angeordnet hat das der zuständige Verband der Gartenfreunde Hansestadt Rostock, berichtet die „Ostsee-Zeitung“ (OZ).

Demzufolge dürfen Trampoline einen Durchmesser von 1,40 Meter nicht überschreiten – gängige Trampoline mit Netzen als Sturzschutz hätten aber mehr als zwei Meter Durchmesser. Und Planschbecken dürfen nicht mehr als 300 Liter Wasser fassen, solche Pools hätten dann ebenfalls kaum mehr als einen Meter Durchmesser, berichtet die „OZ“. Zur Begründung verweist der Verband in einem Schreiben an die Vereine auf das Bundeskleingartengesetz und die dort festgehaltene Regelung zur Nutzung der Gartenflächen. Größere Trampoline und Pools seien demzufolge keine Spielgeräte mehr, sondern bauliche Anlagen, die gegen das Bundeskleingartengesetz verstießen.

„Die Welt hat sich verändert“

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Gegen das im vergangenen Juni erlassene Verbot regt sich allerdings Widerstand in Rostock: „Wir wollen junge Menschen, Familien, in die Anlagen holen – und dann so etwas. Statt Trampoline zu verbieten, sollte der Verband lieber wieder Lobbyarbeit für die Kleingärtner und ihre Bedürfnisse machen“, sagte Günter Zschau, Chef eines Kleingartenvereins „Uns Fritied III“ in Lichtenhagen, der „OZ“. Das starre Beharren auf dem Kleingartengesetz sei nicht mehr zeitgemäß: „Die Welt hat sich verändert. Und ich erwarte vom Verband, dass er sich für die Bedürfnisse der Kleingärtner – auch der jüngeren – starkmacht, statt auf alte Regeln zu pochen.“ Dass das Verbot mitten in der Corona-Krise kam, als Kinder nicht mehr auf Spielplätze oder in die Schule durften, sei umso schlimmer.

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Das sieht Kleingärtnerin Julia Sievert-Boldt, selbst Mutter zweier Kinder, genauso. „Gerade in der jetzigen Zeit waren wir froh, dass wir unseren schönen Garten haben. Die Kinder haben doch jetzt schon nichts mehr – kaum Schule, keinen Vereinssport, keine Treffen mit Freunden“, sagte sie der Zeitung. Bewirkt haben die Proteste derweil nichts: Ihr sei sogar mit Kündigung gedroht worden, wenn sie das große Trampolin ihrer Kinder nicht abbaue.

RND/seb

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