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Anwohner hat eigene Ampel vor seinem Haus – doch es gibt ein Problem

  • Ein Anwohner aus Leest bei Potsdam hat vor seinem Haus eine Ampel, die nur für ihn leuchtet.
  • Sie sagt ihm, wann er sein Grundstück verlassen darf und wann nicht.
  • Was sich kinderleicht anhört, klappe in der Praxis aber überhaupt nicht, sagt der 57-Jährige.
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Leest. Es ist das, was man gemeinhin wohl als „Behördenirrsinn“ bezeichnet. Das Haus eines 57-Jährigen aus Leest bei Potsdam steht an einer Straße, die an der Stelle nur einspurig ist. Zwei Ampeln, jeweils an den beiden Enden des einspurigen Abschnitts, regeln, wann die Autos durchfahren dürfen. Das Grundstück des Anwohners liegt genau dazwischen. Und so kam es, dass 2006 an seiner Hofausfahrt ebenfalls eine Ampel aufgestellt wurde, die regelt, wann er sein Grundstück verlassen darf. In der Praxis führe das aber dazu, dass er jedes Mal gegen die Straßenverkehrsordnung verstoße, wenn er wegfahren wolle, wie der 57-Jährige der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (MAZ) sagte.

Die Ampel auf dem Fußweg vor seinem Haus ist eine sogenannte Bedarfsampel, die ihre Phase nur wechselt, wenn er auf einen Knopf am Mast drückt. Das Problem: Bis er nach Betätigung des Schalters vom Hof gefahren sei und sein Tor geschlossen habe, sei die Ampel längst wieder rot. Also warte er, bis der Verkehr vorüber ist und fahre dann in der Regel einfach los, sagte der 57-Jährige der „MAZ“.

Wer ist für die Ampel zuständig?

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„Den Knopf drücke ich schon lange nicht mehr“, so der Anwohner. Stolz sei er darauf nicht, ihm bleibe nur keine andere Wahl. Sein Urteil ist deutlich: „Das ist der größte Behördenschwachsinn, den es gibt“, sagte der Anwohner der „MAZ“.

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Was den Fall nicht besser macht: Laut „MAZ“ konnten Behörden wochenlang nicht beantworten, wer den Auftrag für den Bau der Ampel gegeben habe und für den Betrieb zuständig sei. Schließlich habe die Stadt Werder doch noch eine Anordnung zur „Errichtung der betreffenden Lichtsignalanlage an beiden Seiten der Straßeneinengung aus Gründen der Sicherheit und Ordnung“ vom 11. April 1994 und ein Baubesprechungsprotokoll vom 25. November 1999 gefunden. Darin findet sich laut der Zeitung ein „Auftrag für die Beantragung eines ‚Lichtpunkts‘ an einer Grundstückszufahrt“ beim Amt für Verkehrswesen. Der Grund: Das Ampelsignal solle für die „Benutzer der Grundstückseinfahrt ersichtlich“ werden. Und diese Auffassung vertrete die Stadt bis heute, sagte ein Sprecher der „MAZ“.

RND/seb

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