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  • Anschlag in Wien: Augenzeugen berichten auf sozialen Medien von Terrornacht

„Froh, dass ich noch am Leben bin“: Augenzeugen über Terrornacht von Wien

  • Am letzten Abend vor dem Lockdown sind viele Menschen in der Wiener Innenstadt unterwegs, als es dort zu einer Attacke kommt.
  • Augenzeugen berichten, wie sie die Schießerei erlebt haben.
  • Aus ihren Schilderungen wird der Schrecken über das Erlebte deutlich.
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Bei einem Terroranschlag im Zentrum von Wien hat es mindestens fünf Tote und viele Verletzte gegeben. Zwei Männer und zwei Frauen seien ihren Verletzungen erlegen, teilte der österreichische Innenminister Karl Nehammer am Dienstagmorgen mit. Einer der Täter wurde getötet.

Um kurz nach 20 Uhr waren laut Polizei in der Innenstadt auf einer belebten Straße Schüsse gefallen. In sozialen Medien machten Videos die Runde, die zeigten, wie Bewaffnete offenbar wahllos das Feuer auf Menschen eröffneten.

„Alle sind weggelaufen, es war schrecklich“

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„Auf einmal sind Schüsse gefallen, Personen lagen blutüberströmt auf dem Boden“, berichtet Mikail Özen. Er war an dem Abend nach seinen Angaben mit einem Freund unterwegs und wollte mit ihm den letzten Kaffee vor den Ausgangssperren trinken. In dem Tumult hatten die beiden einen Polizisten entdeckt, der von den Schüssen getroffen worden war. Kurzerhand hatten sie den Beamten geschultert und zu einem Krankenwagen befördert. „Wir konnten einfach nicht zusehen“, sagt Mikail.

„Ich bin froh, dass ich noch am Leben bin“, sagt ein anderer Augenzeuge. Auch er suchte mit einem Kumpel noch mal vor dem Lockdown die Wiener Innenstadt auf. Als sie ein Lokal verließen, in dem sie essen waren, kamen ihnen plötzlich viele Menschen entgegen. Sie vernahmen laute Knallgeräusche, dachten aber zuerst, es würde sich dabei um Feuerwerkskörper handeln.

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Als sie eine Kreuzung passierten, seien zehn bis 15 Schüsse gefallen. Ein Fahrradfahrer lag am Boden. „Wir sind weggelaufen, alle Leute sind weggelaufen, es war ganz schrecklich“, schildert der Augenzeuge die bangen Momente.

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Werner Beninger saß zum Tatzeitpunkt im einem Restaurant ganz in der Nähe: Plötzlich habe er Schüsse gehört, die eigentlich ein Dauerfeuer gewesen seien. „Es war fürchterlich. Man hat sofort gemerkt, das ist etwas Ernstes“, sagte Beninger der österreichischen Zeitung „heute“.

Verdächtiger soll IS-Sympathisant gewesen sein

Auch Rabbi Schlomo Hofmeister war Zeuge des Anschlages. Er beobachtete nach eigenen Angaben, wie auf der Straße mindestens eine Person auf Menschen geschossen habe, die vor Bars gesessen hätten. All diese Kneipen hätten draußen Tische gehabt.

Es sei der letzte Abend vor dem Beginn eines neuen Lockdowns zur Eindämmung des Coronavirus gewesen, sagte Hofmeister weiter. Ab Mitternacht müssten alle Bars und Lokale in Österreich für vier Wochen schließen. Viele Leute hätten den Abend offenbar noch mal zum Ausgehen nutzen wollen, ergänzte Hofmeister.

Ein mutmaßlicher, mit Sturmgewehr und unechter Sprengstoffweste ausgerüsteter Angreifer wurde nach Behördenangaben von der Polizei erschossen. Der Verdächtige sei ein Sympathisant der Terrorgruppe Islamischer Staat gewesen, sagte Nehammer. Die Behörden untersuchten, ob weitere Angreifer flüchtig sein könnten. Bewohner von Wien wurden aufgefordert, am Dienstag zu Hause zu bleiben.

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Es habe sechs Tatorte gegeben, hieß es. Die bewaffnete Attacke soll sich in der Straße nahe der Hauptsynagoge der Hauptstadt zugetragen haben. Doch sei unklar, ob der Stadttempel das Ziel gewesen sei.

RND/ak mit AP

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