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Ansagen am Gleis: Die Bahn hat ab heute eine neue Stimme

Der neue Bahnansager Heiko Grauel steht auf dem Hauptbahnhof Frankfurt vor einem Zug.

Frankfurt/Main.Heiko Grauel ist professioneller Sprecher. Er spricht für Fernseh-Dokumentationen, Werbefilme und Hörbücher Texte ein. Nun wird der 46-Jährige auf Hunderten Bahnhöfen bundesweit mit Hygiene-Hinweisen zum Schutz vor dem Coronavirus zu hören sein. Ab dem Wochenende wird die Durchsage ausgerollt, bis sie ab Montag aus den Lautsprechern von rund 500 Bahnhöfen erschallt - vier Mal pro Stunde. Grauel ist die neue Stimme der Deutschen Bahn zur Information ihrer Fahrgäste.

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Für seine Arbeit braucht der 46-Jährige viel Geduld. Mehr als 14 000 einzelne Zeilen hat er vergangenes Jahr für die Bahn eingesprochen, 60 Stunden lang, in der Aufnahmekabine eines Tonstudios in Frankfurt am Main. Wann er an allen rund 5700 Bahnhöfen bundesweit zu hören sein wird, steht noch nicht fest. Nach und nach will die Bahn seine Stimme zusammen mit einer neuen Software installieren, die für flüssigere und verständlichere Durchsagen sorgen soll.

Einsprechen war “herausfordernd”

"Ich bin mal sehr gespannt, wie es klingen wird", sagte der neue Bahnansager, der seit rund 25 Jahren als professioneller, selbstständiger Sprecher arbeitet, im Januar bei seiner offiziellen Vorstellung. "Radiostudios oder Fernsehstudios haben es mir schon als Kind angetan, die Technik und dann die coolen Typen am Mikrofon", erzählte er. "Ich habe schon mit acht Jahren den Plattenspieler und ein Mikrofon von meinem Vater genommen und Tonstudio gespielt." Bei einem Radiopraktikum durfte er schon nach wenigen Wochen ans Mikrofon. Nur sein "leichter hessischer Einschlag" störte andere Auftraggeber. Es folgte Sprechtraining mit täglichem Üben.

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Das Einsprechen für die Bahn sei herausfordernd gewesen, da er immer die gleiche Betonung beibehalten musste, sagte Grauel. Auch eher ungewöhnliche Sätze wie "Die restlichen Kräuter grob abzupfen" waren dabei. Hintergrund ist die neue Software, die einzelne Silben extrahiert, um daraus beliebig verschiedene Wörter formen zu können. Anders sei es bei Dokumentationen oder Hörbüchern. "Da kann man auch mal etwas spielen", sagte der 46-Jährige.

Eingefleischter Bahn-Fan ist er übrigens nicht, zieht das Auto vor, wenn es so schneller geht. Zugleich fährt Grauel auf längeren Strecken gerne Zug, um sich die langwierigen Sicherheitskontrollen am Flughafen zu sparen. Seiner Arbeit kann er allerdings überwiegend zu Hause im eigenen Studio in Dreieich, südlich der Mainmetropole Frankfurt, nachgehen.

Tiefe Stimme kommt gut an

Ob er auch privat auf seine tiefe und angenehme Stimme angesprochen wird? Die Fanpost komme nicht in Wäschekörben, sagte Grauel. Doch es gebe schon positive Rückmeldungen. So habe ihm ein Hörer berichtet, er habe ein Hörbuch während der Fahrt so genossen, dass er die Ausfahrt verpasst habe.

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Dass seine Stimme künftig auch mit negativen Nachrichten wie ausfallenden Zügen und Verspätungen in Verbindung stehen wird, sieht der 46-Jährige gelassen. Er hoffe, dass "in einer sympathischen Art und Weise" den Reisenden mit Informationen über Anschlusszüge und andere Lösungen weitergeholfen werden könne, sagte er knapp dazu.

RND/dpa

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