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Bürgermeister von Dietzenbach nach Angriff aus Hinterhalt: “Die gehören weggesperrt”

  • In der Nacht zu Freitag wurden im hessischen Dietzenbach Feuerwehr- und Polizeikräfte in einen Hinterhalt gelockt und von 50 Männern angegriffen.
  • Der Bürgermeister der Kreisstadt verurteilt das scharf.
  • Ein Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz Anfang der Woche ist nicht ausgeschlossen.
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Dietzenbach. Die Übergriffe auf Einsatzkräfte im hessischen Dietzenbach könnten womöglich mit einem größeren Polizeieinsatz in einem Hochhaus Anfang der Woche im Zusammenhang stehen. Beamte hatten in mehreren Kellern unter anderem mehr als 200 Fahrräder sichergestellt, mutmaßlich Diebesgut. “Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass es am Ende einen Zusammenhang gibt zu Straftaten, die vorher begangen worden sind und wo es eine entsprechende Polizeiaktion gegeben hat”, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Freitag in Wiesbaden. Einzelheiten müssten aber erst noch ermittelt werden. Auf einen politischen Hintergrund der Übergriffe gebe es keine Hinweise.

Der Bürgermeister der Kreisstadt, Jürgen Rogg, nannte einen Zusammenhang mit diesem Polizeieinsatz in einer Pressekonferenz am Freitag bisher nur “spekulativ”. Die in der Nacht zu Freitag Festgenommenen würden noch verhört, deshalb könne er weder mehr zum Hintergrund der Tat noch zu den Personen sagen.

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Bürgermeister “geschockt ob des Vorsatzes dieser Tat”

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Rogg zeigte sich aber “geschockt ob des Vorsatzes dieser Tat”. “Einsatzkräfte in einen Hinterhalt zu locken und mit Steinen zu bewerfen ist eine aktive Attacke gegen Rettungskräfte. In dieser Hinterhältigkeit und Feigheit haben wir das noch nicht erlebt”, sagt der Bürgermeister. “Wir können und wollen das nicht dulden, dass eine handvoll Kriminelle ein ganzes Viertel beeinflussen wollen.” Mehr als 80 Nationen lebten in dem Viertel in Dietzenbach, in dem es zu dem Angriff kam, zusammen. Seit Jahren werde dort erfolgreiche Integrations- und Jugendarbeit geleistet.

Auch nach dem Vorfall halte er das Quartier für stabil. Über die Täter sagt Bürgermeister Rogg: “Die Verantwortlichen gehören weggesperrt” und bezeichnet den Angriff als “schweren Landfriedensbruch”. Aussagen, dass der Vorfall sich angebahnt haben könnte, weist er zurück: “Für uns war der Vorfall nicht vorhersehbar, sonst hätten wir uns auch nicht überraschen lassen.”

Sozialdezernent Dieter Lang (SPD) sagte in der Pressekonferenz, dass er “null Toleranz gegenüber denjenigen, die mitgemacht haben”, habe. “Ich bin mir bewusst, dass wir mit unserem städtischen Angebot in der Jugend- und Integrationsarbeit einen gewissen Prozentsatz nicht mehr erreichen können, das sind Kriminelle. Da sind die Polizei und die Härte des Gesetzes gefragt.”

Stadtbrandmeister erklärt, wie sich der Angriff abspielte

Der Stadtbrandmeister Dietzenbachs erläuterte außerdem noch einmal, dass die Einsatzkräfte wegen eines Kleinbrands alarmiert worden seien und mit dieser Einstellung zu dem Einsatz gefahren waren. “Dafür wird nur eine kleine Anzahl an Personen alarmiert”, sagt er. Als die Einsatzkräfte ankamen, hätten sie einen brennenden Bagger vorgefunden und mit den Löscharbeiten begonnen und dann festgestellt, dass es Steineinschläge gebe und eine Gefährdung vorliege. Nachrückende Kräfte seien dann direkt beim Eintreffen mit Steinen beworfen worden. Die schnell hinzukommenden Polizeikräfte hätten auch die Feuerwehrkräfte schützen können.

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Er hofft, dass die ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte trotzdem weitermachen. “Wenn eine ähnliche Alarmierung kommt, wird sich die ein oder andere Rettungskraft zurecht denken, dass es wieder so ein Angriff sein könnte, und ob sie nicht lieber zu Hause in Sicherheit bleibt. Ich hoffe aber, dass unsere Einsatzkräfte weiter ihren Dienst verrichten wie bisher. Die Feuerwehr macht ja aus, dass wir gern helfen, dass wir eine Aufgabe haben und dass wir wissen, für wen wir das machen.”

RND/hsc/mit dpa

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