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Angebliche Bestechung durch “El Chapo”: Ex-Minister Mexikos verhaftet

  • Mexikos früherer Sicherheitsminister muss sich in den USA vor Gericht verantworten.
  • Ihm wird demnach vorgeworfen, Millionen US-Dollar angenommen und dafür dem Sinaloa-Drogenkartell von “El Chapo” Straffreiheit gewährt zu haben.
  • Der 51-Jährige war am Montag im texanischen Dallas verhaftet worden.
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New York. Weil er Schmiergelder in Millionenhöhe vom Ex-Drogenboss "El Chapo" angenommen haben soll, kommt Mexikos früherer Sicherheitsminister Genaro García Luna in den USA vor Gericht. Dieser hatte in seiner Amtszeit von 2006 bis 2012 eine führende Rolle im Kampf der mexikanischen Regierung gegen den Drogenhandel gespielt. Wie das US-Justizministerium am Dienstag mitteilte, wurde García Luna nun der Verschwörung zum Kokainhandel und der Falschaussage angeklagt. Ihm wird demnach vorgeworfen, Millionen US-Dollar angenommen und dafür dem Sinaloa-Drogenkartell von Joaquín "El Chapo" Guzmán Straffreiheit gewährt zu haben.

Der 51-Jährige war den Angaben zufolge am Montag in der texanischen Stadt Dallas verhaftet worden. Sein Prozess soll in New York stattfinden. Dort war Guzmán im Juli zu lebenslanger Haft verurteilt worden, nachdem er in Mexiko gefasst und ausgeliefert worden war. Während seines Verfahrens hatten Zeugen angegeben, Guzmán habe García Luna bestochen. Der Ex-Minister bestritt dies. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

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Hilfe bei Drogenschmuggel als Gegenzug für Schmiergeldzahlung

Die Anklage betrifft auch García Lunas Zeit als Chef von Mexikos nationaler Ermittlungsbehörde von 2001 bis 2005. Im Gegenzug für die Zahlung der Schmiergelder soll das Sinaloa-Kartell Hilfe bekommen haben, tonnenweise Kokain und andere Drogen in die USA zu schmuggeln. Die Gangster sollen Informationen über Ermittlungen gegen sie sowie über rivalisierende Kartelle erhalten haben.

Der frühere mexikanische Präsident Felipe Calderón hatte kurz nach seinem Amtsantritt 2006 den Drogenbanden den Krieg erklärt und Tausende Soldaten sowie Bundespolizisten unter der Führung García Lunas in den Kampf gegen sie geschickt. Die größten Schläge richteten sich in den folgenden Jahren gegen Rivalen des Sinaloa-Kartells.

RND/dpa