Ältester Student Italiens: 96-Jähriger macht seinen Uniabschluss

  • Im Alter kann man nichts mehr lernen?
  • Ein 96-jähriger Italiener sah das anders und schrieb sich vor drei Jahren an der Universität von Palermo ein.
  • Dort machte er nun seinen Abschluss in Geschichte und Philosophie – und wurde damit zum ältesten Studenten Italiens.
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Zugegeben, die meisten Senioren jenseits der 90 verbringen ihren Ruhestand wohl nicht paukend am Schreibtisch. Bei dem Italiener Guiseppe Paterno ist das hingegen ein wenig anders, denn der 96-Jährige hat seinen Abschluss an der Universität von Palermo gemacht. Damit ist er Medienberichten zufolge der älteste Mensch des Landes, der einen akademischen Abschluss gemacht hat.

Die Fächer Philosophie und Geschichte standen auf Paternos Lehrplan – dafür legte sich der Rentner mächtig ins Zeug. Drei Jahre lang studierte er an der Universität, ehe er am 29. Juli endlich sein lang ersehntes Diplom in den Händen halten durfte. Gemeinsam mit weiteren Studierenden nahm er in einer Abschlusszeremonie sein Zertifikat entgegen – und trug dabei, ganz wie in Italien üblich, einen Lorbeerkranz mit einer roten Schleife auf dem Kopf.

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Seine Kommilitonen lobten Paterno für seinen Fleiß und Ehrgeiz der vergangenen Jahre, doch der Absolvent bleibt bescheiden: Er selbst finde es Berichten zufolge überhaupt nicht außergewöhnlich, in seinem hohen Alter nach einem Abschluss gestrebt zu haben. Vielmehr sehe er sich als normaler Mensch, wie jeder andere auch. So erklärt der 96-Jährige: “Was das Alter betrifft, habe ich alle anderen übertroffen, aber ich habe es nicht deswegen getan.” Stattdessen habe er sich vor drei Jahren überlegt “Jetzt oder nie” – und schrieb sich an der Universität ein. Sein ambitionierter Plan sollte aufgehen. Nach drei Jahren Studium durfte Paterno dieses mit Bravour abschließen.

Abschluss trotz technischer Hürden und Corona

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Während seine Kommilitonen mit Laptops und technischen Hilfsmitteln für ihre Prüfungen lernten und Hausarbeiten schrieben, blieb Paterno jedoch seiner ganz eigenen Lernweise treu: Mit der alten Schreibmaschine seiner Mutter statt Laptop und Büchern statt Google studierte er in den vergangenen Jahren und ließ sich auch von der Corona-Pandemie, die besonders Italien schwer traf, nicht aufhalten. Als die Vorlesungen nicht mehr im Hörsaal sondern via Videokonferenz stattfanden, benötigte der 96-Jährige zunächst zwar ein wenig Unterstützung in Sachen Technik, doch auch diese Hürde sollte er meistern.

Das Ergebnis seiner Mühen hält Paterno nun in Form seines Abschlusszeugnisses in den Händen – an das Ende seiner Studien denkt der Absolvent aber noch lange nicht: “In Zukunft möchte ich mich dem Schreiben widmen”, sagt er. “Ich möchte alle Texte, die ich nicht weiter erforschen konnte, noch einmal studieren. Das ist mein Ziel.”

RND/liz

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