Altenburger Land ist der neue Corona-Hotspot in Deutschland

  • Der Landkreis Altenburger Land in Thüringen hat am Sonntag den höchsten Inzidenzwert in ganz Deutschland.
  • Kritik am Krisenmanagement des Landratsamtes wird laut.
  • So gibt es keine Auflistung, wo genau die Ausbrüche auftreten.
Anzeige
Anzeige

Altenburg. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 643 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner ist das Altenburger Land in Thüringen der neue Corona-Hotspot Deutschlands. Nirgendwo in Deutschland war der Wert am Sonntag so hoch wie in dem Landkreis, der auch an sächsischen Krisenherden wie Erzgebirge, Bautzen oder Görlitz vorbeizog.

Kritik mehrt sich dabei am Vorgehen des Landkreises. Laut einem Artikel der Thüringer Allgemeinen gebe es im Altenburger Land keine Nachweise, wo die Infektionen auftreten, lokale Infektionsherde könnten somit nicht ausgemacht und durchbrochen werden. Die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) berichtet, dass der Vizebürgermeister der Gemeinde Dobitschen, Björn Steinicke, das Vorgehen schon Ende November kritisierte. Ohne die Informationen sei es schwer, sinnvoll zu reagieren.

Gemeinden sehen Handlungsbedarf, Landratsamt aber keine Priorität

Während die Gemeinden im Kreis durchaus Handlungsbedarf sehen, sieht man das im Landratsamt offenbar anders, so die „Thüringer Allgemeine“. Die Auflistung könne derzeit nicht geleistet werden, da es dem Gesundheitsamt an Kapazitäten mangele und die detaillierte Übersicht habe auch keine Priorität.

Anzeige

Ohnehin scheint das Gesundheitsamt personell an der Grenze zu sein. Laut Medienberichten hatte Landrat Uwe Melzer einige Mitarbeiter an Weihnachten aus dem Urlaub zurück beordert. Der Grund: Bei den Quarantänebescheiden für Infizierte und Kontaktpersonen gibt es zeitlichen Verzug.

RND/msk

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen