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Ställe in Flammen: Großbrand in umstrittener Schweinezuchtanlage in Alt Tellin

  • In einer Schweinezuchtanlage in Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) sind am Dienstag vier Ställe in Brand geraten.
  • Der Betrieb gilt seit Jahren als sehr umstritten.
  • Die Anlage bietet Platz für 10.000 Sauen und 35.000 Ferkel und zählt damit zu den größten Europas.
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Alt Tellin. Ein Großbrand hat große Teile eines Schweinezuchtbetriebes in Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) zerstört. Das Feuer war am Dienstagmorgen aus bisher unbekannter Ursache ausgebrochen und konnte auch nach Stunden nicht gelöscht werden, wie Bürgermeister Frank Karstädt (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Das sieht nicht gut aus“, sagte Karstädt am Dienstag, nachdem er den Brandort besichtigt hatte. „Das ist eine hochkomplexe Lage“, sagte der Sprecher des Landkreises Achim Froitzheim. So müssen die Einsatzkräfte auch Anlagen kühlen, damit das Feuer nicht auf eine Biogasanlage übergreift.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren anfangs vier Ställe betroffen, ein Mitarbeiter wurde verletzt. Insgesamt gibt es zwei Stallreihen mit je neun Ställen. Das Feuer, das vom Westwind immer wieder angefacht wurde und kilometerweit sichtbare Rauchwolken erzeugte, sei inzwischen auf weitere Anlagenteile übergesprungen, hieß es. Nach ersten Einschätzungen der Betreiber waren zunächst etwa 5000 Tiere betroffen. Mitarbeiter der Firma scheuchten einen großen Teil der Schweine aus den Ställen auf das große und abseits gelegene Gelände hinaus, wie Karstädt berichtete. Wie viele Tiere verendeten, war noch nicht bekannt – es wird mit Hunderten gerechnet.

Eine Luftaufnahme zeigt das Ausmaß des Brandes in dem Schweinezuchtbetrieb in Alt Tellin. © Quelle: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa
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Feuerwehren aus dem gesamten Amtsbereich Jarmen-Tutow versuchten, die Flammen einzudämmen. „Wir überlegen, ob wir den Katastrophenzug zum Einsatz bringen“, erklärte Froitzheim. Bei einem Teil der Anlage kam hinzu, dass Solaranlagen darauf montiert waren.

Die betroffene Sauen- und Ferkelzuchtanlage war seit ihrer Planung, damals noch von einem niederländischen Unternehmer, sehr umstritten. Dort werden nach Angaben der Betreiber 10.000 Muttersauen gehalten, die Tausende Ferkel werfen und eine Zeit lang aufziehen. Die industrielle Anlage in Alt Tellin gelte sogar als die größte Schweinezuchtanlage Europas, schreibt die „Ostsee-Zeitung“.

Kritik an Behörden

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Im Zusammenhang mit dem Brand hat die Nachbargemeinde Daberkow die Genehmigungsbehörden kritisiert. „Diese Anlage mit 10.000 Muttersauen und etwa 25.000 Ferkeln hätte wegen des Brandschutzes in der Größe gar nicht genehmigt werden dürfen“, sagte der stellvertretende Bürgermeister des Nachbardorfes Daberkow, Thomas Kröchert, am Dienstag. Es sei eine Schande, dass nun Tiere deshalb verenden müssten. Kröchert ist Landwirt und bewirtschaftet Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft der Anlage.

Es gehe nicht darum, Schweinehaltung generell zu verhindern, sagte der Landwirt. Nur die Größe der Ferkelaufzuchtanlage, die dicht an Daberkow steht, sei nicht akzeptabel. „Die meisten Auswirkungen, wie ständige Gülle- und Tiertransporte, müssen die Nachbardörfer ertragen.“

RND/dpa

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