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  • Als Tourist auf Mallorca: Coronatest, Abstände, QR-Code – so funktioniert die Anreise

Coronatest, Abstände, QR-Code: So läuft die Anreise als Tourist nach Mallorca

  • Seit vergangenem Sonntag ist Mallorca kein Risikogebiet mehr.
  • Die Deutschen dürfen wieder auf ihre Lieblingsinsel, ohne in Quarantäne zu müssen.
  • RND-Reporterin Hannah Scheiwe ist dorthin geflogen und berichtet, wie die Einreise abläuft.
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Hannover/Palma. Seit Sonntag ist die Lieblingsinsel der Deutschen kein Risikogebiet mehr, viele Airlines haben deshalb in den vergangenen Tagen ihre Flüge nach Mallorca in den Osterferien verdoppelt. Doch wie funktioniert eigentlich eine Reise ins Ausland in Zeiten der Corona-Pandemie? Welche Besonderheiten gibt es? RND-Reporterin Hannah Scheiwe hat es getestet.

Reisen beginnen für mich meist mit dem Kofferpacken. Wenn ich verzweifelt nach der seit Monaten nicht aufgesetzten Sonnenbrille suche und merke, dass ich dringend noch Kontaktlinsenflüssigkeit kaufen muss, ist der Urlaub wirklich nah. Dann steigt die Vorfreude und es kann losgehen. Doch in Zeiten der Pandemie ist das anders. Da geht es nicht mehr nur darum, welche Kleidungsstücke man mitnimmt - sondern vor allem darum, sicher und gesund anzukommen. FFP3- und OP-Masken sind ein wichtiger Begleiter, denn Maskenpflicht herrscht nicht nur im Flughafen und im Flugzeug, sondern auch an vielen Orten der Insel.

Mein Ziel, die Baleareninsel Mallorca, ist seit vergangenem Sonntag kein Risikogebiet mehr, in Quarantäne muss man nach der Rückkehr also nicht mehr. Doch Spanien verlangt, dass maximal 72 Stunden vor Anreise einen PCR-Test gemacht wird. Also buche ich einen Termin in einem Testzentrum in Hannover (Kosten: ab 69 Euro), einen Tag später kommt bereits mein negatives Ergebnis.

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Im Video: Deutsche Touristen auf Mallorca trotz Corona-Sorgen – so ist die Lage auf der Ferieninsel
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Deutsche Urlauber auf Mallorca – zwischen Urlaubsflair und Corona-Sorgen. Reporterin Hannah Scheiwe ist vor Ort und liefert im Video einen Lagebericht.  © RND
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Für die Einreise muss ich mich per App registrieren

Dann steht der Reise ja nichts mehr im Wege, denke ich. Fast. Denn wer nach Spanien will – und dazu gehören die Balearen –, muss sich nicht nur testen lassen, sondern sich auch online registrieren. Also lade ich mir die App Spain Travel Health herunter, gebe meine Daten ein und bekomme einen QR-Code. Das funktioniert simpel und schnell.

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Am Donnerstag dann geht es los. Mit dem Zug reise ich zum Flughafen Köln-Bonn – und sehe dort erst mal keine Menschenseele. Alle Flughafengeschäfte sind geschlossen, es ist beängstigend ruhig. Bin ich hier falsch? Ein paar Abbiegungen weiter sind dann aber doch die Schalter für meinen Mallorca-Flug geöffnet. Es sind die einzigen, an denen an diesem Abend Menschen stehen. Allzu viele sind es auch hier nicht: vor allem Alleinreisende, einige von ihnen beruflich unterwegs, und ein paar Pärchen. Partytouristen sind nicht in Sicht, und auch Familien kaum.

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Mallorca-Star Isi Glück im Video: "Ich glaube nicht, dass wir in diesem Jahr noch Partys erleben"
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In Mallorca liegt die Party-Branche seit einem Jahr wegen Corona brach. Im Video-Interview spricht Schlager-Star Isi Glück über ihre Situation auf der Insel.  © RND

Der Check-in läuft wie gewohnt – nur dass man jetzt neben dem Reisepass auch den Nachweis für den negativen Corona-Test und den QR-Code in der App vorzeigen muss. Auch an den Sicherheitskontrollen geht es schnell, immer wieder tönen Durchsagen durch die fast leere Flughafenhalle, die unter anderem an die Maskenpflicht erinnern. Doch hier scheint sich jeder daran zu halten: keine heruntergezogenen oder auf halb acht hängenden Masken in Sicht. Auch an die Abstände, die mit Markierungen auf dem Boden vorgegeben sind, wird sich gehalten.

Im Wartebereich ist jeder zweite Platz gesperrt, im Flugzeug sitzen wir nebeneinander

Im Wartebereich für das Boarding ist jeder zweite Sitzplatz gesperrt – auch hier: keine sichtbaren Regelverstöße, auch wenn das dazu führt, dass ein paar Menschen stehen müssen, weil die Plätze nicht für alle nach und nach eintrudelnden Passagiere reichen. Die Urlauber nehmen es gelassen und sind offenbar glücklich, endlich mal rauszukommen. „Wir fliegen zum ersten Mal nach Mallorca“, sagen Agnes und Norman aus dem nordrhein-westfälischen Herne mir – die „Sehnsucht“ treibe sie dorthin. Und der Resturlaub müsse auch dringend abgebaut werden. Sie freuen sich auf eineinhalb Wochen Urlaub in einer Ferienwohnung, wollen wandern gehen, die Insel erkunden. „Da ist es sicherer als bei uns“, meint Agnes. Und bezieht sich damit a uf die Inzidenzen: Während die Zahl auf Mallorca weiterhin unter 20 liegt (Stand: Donnerstag, 18. März), ist sie in Deutschland am Freitag auf 95,6 gestiegen. Vor Ostern fliegen die beiden aber zurück, um dem großen Touristenansturm zu entgehen.

Auch Ralf aus Solingen ist froh, gleich endlich wieder in den Flieger nach Mallorca steigen zu können. Er hat dort eine Wohnung, in der er aber schon seit September nicht mehr war, wie er mir erzählt. „Da muss ich jetzt mal nach dem Rechten schauen“, sagt er. Aber vorrangig will er dort Urlaub machen, zwölf Tage möchte er bleiben. Dass er dafür vorab den PCR-Test machen und sich registrieren muss, stört ihn nicht – „das ist schon sinnvoll“, so seine Meinung. Ein schlechtes Gewissen haben die Urlauber, mit denen ich gesprochen habe nicht. Gehört haben werden sie aber sicherlich auch von den Bitten der Politiker, doch bitte auf „unnötige touristische Reisen“ zu verzichten. Viel gebracht hat das offensichtlich bislang nicht: Airlines und Reiseveranstalter verkündeten in den vergangenen Tagen aufgrund der großen Nachfrage zu Ostern ihren Flugplan deutlich auszubauen und mehr Reisen nach Mallorca möglich zu machen.

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Gastronominnen auf Mallorca sind froh über Tourismus
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Beatrice Ciccardini und Feli Bohrmann sind Gastronominen auf Palma de Mallorca und erleichtert darüber, dass jetzt wieder Touristen kommen können.  © RND, Hannah Scheiwe

Nach der Landung geht alles ganz schnell

Dann steht das Boarding an, und während die Flugbegleiterinnen da noch darauf hinweisen, die Abstände einzuhalten, ist im Flugzeug selbst fast jeder Platz besetzt. Die Passagiere werden über die Lautsprecher darauf hingewiesen, dauerhaft eine Maske zu tragen – und tun dies auch. Allerdings haben die meisten nicht wie ich die FFP3-Maske gewählt, sondern die ebenfalls erlaubte OP-Maske.

Rund zwei Stunden später dann die Landung in Palma. Die Stewardessen weisen darauf hin, dass Reihe für Reihe und mit Abstand ausgestiegen werden muss. Ich bin überrascht, als das genau wie gefordert funktioniert. Als ich im vergangenen Sommer nach Griechenland geflogen bin, hat sich daran niemand gehalten, es entstand das übliche Chaos. Doch jetzt geht das Aussteigen fast schneller als normalerweise.

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Mallorcaeindrücke: „An der Playa de Palma ist es noch sehr leer“
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Touristen aus Deutschland dürfen wieder nach Mallorca. Dennoch gibt es massive Corona-Einschränkungen. RND-Reporterin Hannah Scheiwe schildert die Lage vor Ort.  © RND

Auch am Flughafen geht dann alles ganz fix. Ich muss noch einmal Reisepass, Corona-Test und QR-Code vorzeigen, aber Schlangen entstehen dabei nicht. Gleich Dutzende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind extra dafür abgestellt. Als ich dann an rund 18 leeren Gepäckbändern vorbeigelaufen bin, fährt mein Koffer schon übers Gepäckband. Jetzt nur noch zum Hotel, dann bin ich angekommen.

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