Trotz Verkaufsverbot: Aldi wirbt in Millionen Prospekten für Böller und Raketen

  • Bereits seit Mitte Dezember steht fest, dass in diesem Jahr zu Silvester kein Feuerwerk verkauft werden darf.
  • Trotzdem werben die Discounter Aldi Nord und Süd für Böller und Raketen.
  • Eine Sprecherin erklärt den Grund.
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Der Discounter Aldi sorgt mit Prospekten, in denen für Silvesterfeuerwerk geworben wird, für Verwunderung. Zahlreiche Nutzer in sozialen Medien posteten in den vergangenen Tagen Fotos der Zeitungsbeilagen und Postwurfsendungen.

Laut „Bild“-Zeitung wurde von Aldi Nord ein zwölfseitiger Extraprospekt für Feuerwerk verteilt, Aldi Süd nutzte demnach die letzten drei Seiten seines regulären Prospekts, um das (nicht vorhandene) Böllersortiment zu bewerben.

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Auf Twitter veröffentlichte Fotos zeigen, dass auf vielen der Prospekte auf einem großen roten Balken folgender Hinweis steht: „Aufgrund des Regierungsbeschlusses findet in diesem Jahr kein Feuerwerksverkauf statt.“ Auf einigen der geposteten Fotos fehlt dieser Hinweis aber auch.

Der Grund dafür: Wegen der Corona-Pandemie hatten sich Bund und Länder Mitte Dezember auf ein Verbot des Verkaufs von Feuerwerk geeinigt. Dadurch sollen Kliniken entlastet werden, die an Silvester sonst viel mit Verletzungen durch Feuerwerkskörper zu tun haben.

Aldi: Mit großem zeitlichen Vorlauf geplant

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Eine Sprecherin erklärte gegenüber dem Portal t-online, warum die Werbung noch an die Kunden zugestellt wurde. „Da wir die Bewerbung unserer Aktionen mit einem großen zeitlichen Vorlauf planen, wurden die entsprechenden Angebote in unseren Werbemitteln zum Teil bereits veröffentlicht und verteilt“, wird die Sprecherin zitiert.

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„Insofern erreichte uns die finale Entscheidung der Bundesregierung, den Verkauf von Feuerwerkskörpern zu verbieten, sehr kurzfristig.“ In einem Teil der Auflage habe noch ein Hinweis zum Verkaufsverbot platziert werden können. „In unseren Filialen weisen wir unsere Kunden mit Plakaten auf das Feuerwerksverkaufsverbot hin“, so die Aldi-Sprecherin weiter.

Ein Neudruck der Millionen Prospekte sei aber auch bei ausreichender Vorlaufzeit aus Umweltgesichtspunkten nicht sinnvoll gewesen, so die Aldi-Sprecherin weiter.

RND/seb

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