Affenlaute und N-Wort: Klage gegen VW wegen rassistischem Mobbings

  • Ein Mitarbeiter klagt vor dem Amtsgericht Hannover gegen den Autohersteller VW.
  • Im Werk Zwickau sei er von Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzten rassistisch beleidigt und gemobbt werden.
  • Er hofft auf die Versetzung an einen westdeutschen Standort.
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Hannover. Er dokumentierte, wenn Kolleginnen und Kollegen Affenlaute machten oder das N-Wort nutzten, er angerempelt oder ignoriert wurde: Ein 43 Jahre alter Mann aus Hannover klagt vor dem Amtsgericht Hannover gegen seinen Arbeitgeber Volkswagen wegen rassis­tischen Mobbings. Das berichtet die „Neue Presse“ aus Hannover.

Der aus Ägypten stammende Deutsche fordert demnach ein Schmerzensgeld von 20.000 Euro. Noch wichtiger, ließ sein Anwalt in der Verhandlung wissen, sei ihm allerdings eine Versetzung an einen westdeutschen Standort. Doch da spielt VW offenbar nicht mit. Da der Mann bei VW Sachsen angestellt sei, könne er nur in Zwickau, Dresden oder Chemnitz eingesetzt werden. Eine Versetzung nach Chemnitz lehnte der Kläger ebenso wie eine Abfindung in Höhe von 43.000 Euro ab. Laut dem Artikel hat VW den Vorschlag unterbreitet, dass die Polizei in Zwickau öfter vor der dortigen Wohnung des Klägers Streife fährt.

Rassismusvorwurf bei VW: Kläger will erst nach Versetzung Namen nennen

Bisher nennt der Kläger keine Namen. Sein Anwalt teilte mit, dass sein Mandant in einer Sprach­nachricht bedroht worden sei, wenn er Namen nenne. Erst wenn sichergestellt sei, dass er nicht nach Zwickau zurück­kehren müsse, sei er bereit zu kooperieren. Werks­interne sowie staats­anwalt­schaftliche Ermittlungen ruhen deshalb derzeit.

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Es ist nicht das erste Mal, dass es Rassismus­vorwürfe gegen den VW-Standort Zwickau gibt. 2019 hatte Hiltrud Werner, VW-Vorstand für Recht und Integrität, Fremden­feindlich­keit und Rechts­populis­mus an dem Standort kritisiert.

RND/msk

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