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Absolventin ändert Abschlussrede heimlich und kritisiert Abtreibungsgesetz – Lob von Hillary Clinton

  • Eine junge Highschool-Absolventin hat in Texas mit ihrer Abschlussrede für große Aufmerksamkeit gesorgt.
  • Statt über Medienkonsum zu sprechen, geißelte sie das neue Abtreibungsgesetz der republikanischen Regierung des Bundesstaats.
  • Für ihren Mut erhielt sie viel Zuspruch – auch von prominenter Stelle.
Jens Strube
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Dallas. Dieser mutige Auftritt hat über die Grenzen von Texas hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt. Als Jahrgangsbeste der Abschlussklasse 2021 an der Lake Highlands Highschool in Dallas durfte Paxton Smith eine Rede bei der Abschlussfeier halten. Eine Schultradition in den Vereinigten Staaten, bei der die Rede jedoch im Vorfeld von der Schulleitung genehmigt werden muss. So geschehen, denn eigentlich wollte die Absolventin über Medien sprechen und wie dessen Konsum ihre Sicht auf die Welt prägten. Eigentlich. Am Ende überraschte sie alle und kritisierte emotional die republikanische Regierung in Texas für das neue, scharfe Abtreibungsgesetz.

„Angesichts der jüngsten Ereignisse fühlt es sich falsch an, über etwas anderes zu sprechen als über das, was mich und Millionen anderer Frauen in diesem Staat derzeit betrifft“, leitete Paxton ihre Rede ein. Konkret verbietet Texas Schwangerschaftsabbrüche ab der sechsten Woche oder sobald ein Herzschlag des Fötus zu hören ist. Die sogenannte „Heartbeat Bill“ soll ab September gelten, auch für Frauen, die durch Vergewaltigungen oder Inzest schwanger wurden. „Die meisten Frauen merken bis dahin nicht einmal, dass sie schwanger sind“, verdeutlichte die Schülerin.

„Ich hoffe, Sie können spüren, wie herzzerreißend es ist“

Sie kritisierte, dass Frauen die eigene Entscheidung von Fremden abgenommen werde, selbst zu entscheiden, „ob sie emotional, physisch und finanziell stabil genug sind“, Mutter zu werden und die Verantwortung zu tragen.

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„Ich habe Träume, Hoffnungen und Ambitionen. Jedes Mädchen hat das“, sagte sie und führte weiter aus: „Ich hoffe, Sie können spüren, wie herzzerreißend es ist, wie entmenschlichend es ist, die Autonomie über den eigenen Körper zu verlieren.“ Das Gesetz sei ein Problem, über das nicht geschwiegen werden dürfe.

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Viel Zuspruch von der Social-Media-Community

Für ihren mutigen Auftritt im Wildcat-Stadium erhielt die Highschool-Absolventin viel Applaus. Im Internet wurde ihre Rede bis Freitagmittag bereits mehr als 360.000-mal auf der Videoplattform Youtube angeschaut. „Mehr Mut in dieser jungen Frau als derzeit in der gesamten republikanischen Partei“, lobte ein Nutzer. Ein anderer schrieb: „Respekt, dieses Land braucht Personen, die vorangehen, wie diese intelligente junge Frau.“

Auch auf anderen Social-Media-Kanälen waren User voller Lob – auch Prominente. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter nannte US-Komikerin Sarah Silverman die Rede „mutig“. Auch Hillary Clinton, ehemals demokratische Präsidentschaftsanwärterin, twitterte: „Das war mutig. Danke, dass du nicht geschwiegen hast, Paxton.“

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