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92-Jähriger tötet demente Ehefrau: Anklage fordert fast drei Jahre Haft

  • Im Prozess gegen den 92-Jährigen, der seine demente Ehefrau getötet hat, soll am Donnerstag das Urteil verkündet werden.
  • Die Anklage fordert in ihrem Plädoyer zwei Jahre und neun Monate Haft.
  • Das hohe Alter der Frau (91) ändere nichts am Recht auf Leben und der Menschenwürde.
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Würzburg. Für die Tötung seiner dementen Frau sollte ein 92-jähriger Mann nach Ansicht der Staatsanwaltschaft für zwei Jahre und neun Monate in Haft. Auch wenn der Angeklagte mit der jahrelangen nahezu alleinigen Pflege der Schwerkranken überfordert war, habe er nicht das Recht gehabt, das Leben der 91-Jährigen zu beenden, sagte Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach am Donnerstag vor dem Landgericht Würzburg. Das hohe Alter der Frau ändere nichts am Recht auf Leben und der Menschenwürde.

Unter anderem wegen einer schweren Depression des Angeklagten und verminderter Schuldfähigkeit sei der Deutsche wegen Totschlags im minderschweren Fall zu verurteilen. Verteidiger Norman Jacob plädierte ebenfalls für eine Freiheitsstrafe wegen Totschlags im minderschweren Fall, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

Urteil um 14 Uhr

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Das Urteil gegen den Mann soll noch am Donnerstag (14 Uhr) verkündet werden. Der Angeklagte hatte gestanden, am 3. November 2019 seine Frau mit einer Decke erstickt zu haben, um sie von ihrem Leid zu erlösen.

Totschlag „ohne ein Mörder zu sein“

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„Im Laufe dieser Pflegezeit konnte ich meine Frau nicht mehr leiden sehen und musste sie irgendwie befreien von der Demenz und von allen Schwierigkeiten“, sagte der Angeklagte am Donnerstag. „Ich habe die Kontrolle wahrscheinlich verloren gehabt. Ich konnte nicht anders handeln.“

Er habe seine Frau, die er jahrelange bis zur eigenen Erschöpfung alleine zu Hause pflegte, erlösen wollen und deshalb mit einer Hasenfelldecke erstickt. Das Paar aus Gemünden am Main (Landkreis Main-Spessart) war fast 70 Jahre verheiratet und hatte keine Kinder.

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Er bereue die Tötung der 91-Jährigen am 3. November 2019, sagte der Angeklagte. „Ich kann das jetzt nicht mehr nachvollziehen“, es tue ihm leid. Er habe damals nicht gedacht, dass er sich damit strafbar mache. „Ich war da etwas unbedarft.“ Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Totschlag vor, „ohne ein Mörder zu sein“. Nach der Tat versuchte der Rentner vergebens, sich selbst umzubringen.

RND/dpa

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