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Fehlende Wertschätzung für Beschäftigte?

„Ramschtickets“: Vorstand der Rostocker Straßenbahn wettert gegen 9-Euro-Ticket

Zwei Straßenbahnen fahren in der Rostocker Innenstadt aneinander vorbei. Der öffentliche Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet weiterhin deutlich weniger Fahrgäste als vor der Corona-Pandemie.

Zwei Straßenbahnen fahren in der Rostocker Innenstadt aneinander vorbei.

Der Vorstand der Rostocker Straßenbahn AG, Jan Bleis, hat sich auf Twitter zu der von der Bundesregierung geplanten Entlastung im öffentlichen Nahverkehr geäußert. „Zwei Jahre gekämpft, unter schwersten Bedingungen täglich Mobilität sichergestellt und nun für 9 Euro im Monat verramscht? Ist das die Wertschätzung für 300.000 engagierte Beschäftigte im deutschen ÖPNV?“, fragte er bei Twitter.

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Außerdem schrieb er an die Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang: „Was wir für die Verkehrswende brauchen sind viel bessere Fahrtangebote statt Ramschtickets für 9 Euro bei gleichzeitiger Benzinpreissubvention!“ Die günstigen Tickets seien das Gegenteil von „massiven Investitionen in den ÖPNV“.

Der Sprecher der Verkehrsgesellschaft Vorpommern Rügen, Michael Lang, kritisierte gegenüber der „Ostsee-Zeitung“ (OZ) die geplante Absenkung der Benzinpreise. „Die Entlastung an den Tankstellen könnte Autofahrer dazu bringen, weiterhin selbst zu fahren, statt umzusteigen“, sagte er. Das „9 für 90″-Modell hingegen begrüßte er.

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Viele offene Fragen

Andere bewerten den Vorstoß der Bundesregierung generell positiv: Der Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen (VBN) begrüße das vergünstigte Ticket, sagte Regionspräsident Steffen Krach. Es seien aber noch eine Reihe Fragen offen. „Für mich stellt sich allerdings die Frage, was danach kommt. Wenn wir wirklich eine Mobilitätswende schaffen wollen, brauchen wir dauerhaft einen günstigen ÖPNV. Und dafür muss auch langfristig Geld zur Verfügung stehen“, sagte der SPD-Politiker.

VBN-Geschäftsführer Rainer Counen sagte, er sehe das Ticket als Entlastungsmaßnahme und als Anreiz, Bus und Bahn zu nutzen, positiv. Allerdings fehlten noch Informationen zur Umsetzung. Eine Steigerung der Fahrgastzahlen durch das Ticket bezeichnete er als wünschenswert, jedoch gebe es auch gegenläufige Effekte – insbesondere durch Corona: „Hohe Inzidenzen stehen der Nutzung von Bussen und Bahnen immer noch im Wege, durch mobiles Arbeiten sind Fahrtanlässe weggefallen.“

Auf der anderen Seite könnten die hohen Preise für Benzin und Diesel zu einer höheren Nutzung des Nahverkehrs führen. „Daher ist es im Moment schwierig zu beurteilen, wie sich das Nutzerverhalten entwickelt.“

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Die Konferenz der Verkehrsministerinnen und -minister von Bund und Ländern hatten sogar einen Nulltarif gefordert, weil das den Aufwand für die Verkehrsverbünde niedriger halten würde.

RND/dpa/lau

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