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80.000 Euro Schaden durch Mietnomaden: Ehepaar bleibt auf Kosten sitzen

  • In Hannover ist ein Ehepaar Opfer von Mietnomaden geworden.
  • Die Familien verwüsteten das Haus.
  • Dann blieb das Ehepaar auch noch auf 80.000 Euro Schaden sitzen.
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Hannover. Über mehrere Jahre hinweg haben Mietnomaden in Hannover ein Haus so beschädigt, dass es komplett saniert werden muss. Die Vermieter, Sabine Reuter und ihr Mann Harald (Namen von der Redaktion geändert) erzählten der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“: „Wir sind einfach nur verzweifelt.“

Für rund 280.000 Euro hatten sie das Haus im Stadtteil Bemerode gekauft, nun hat ein Gutachter Schäden in Höhe von 80.000 Euro festgestellt. Heizkörper sind aus der Wand gerissen worden, Wände und Decken durchfeuchtet und Türen eingetreten. Die Mieterin sei „eine Frau mit drei oder vier Kindern gewesen“, die einen ordentlichen Eindruck gemacht habe.

Die Miete sei für die alleinerziehende Mutter vom Amt gezahlt worden. In die zweite Wohnung im Haus sei dann noch eine Frau mit ihren Kindern eingezogen, außerdem sei noch ein junger Mann untergebracht worden. Er sei mit einer der beiden Familien verwandt gewesen.

Laut den Vermietern sollen die beiden Mieterinnen den Keller auf eigene Rechnung an alleinstehende Männer vermietet haben: „Sie haben aus dem Haus ein Freudenhaus gemacht“, sagt Harald Reuter. Es habe zahlreiche Polizeieinsätze gegeben. Zwei Jahre musste das Ehepaar klagen, bis es vor Gericht Erfolg hatte und das Haus geräumt wurde.

Mit den 80.000 Euro Schaden ist der finanzielle Ärger für das Ehepaar aber noch nicht vorbei: Es muss noch rund 10.000 Euro für Anwälte und Gerichte zahlen und hat außerdem noch 12.000 Euro Mietausfälle. „Uns ist nicht klar, warum das Jobcenter zum Schluss die Miete einfach nicht mehr gezahlt hat“, sagt Sabine Reuter.

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Das Jobcenter wollte sich zum Einzelfall nicht äußern. Pressesprecherin Ute Gonser sagte der „HAZ“ aber: „Vermutlich haben sich die Mieter vom Jobcenter die Miete auf ihr eigenes Konto überweisen lassen und dann monatelang nicht an die Vermieter weitergeleitet. Das Jobcenter muss das so machen, wie es die Mieter wünschten. Wir dürfen niemanden bevormunden.“

RND/HAZ/Mathias Klein