• Startseite
  • Panorama
  • 50-Pfund-Schein mit Alan Turing im Umlauf – zur Freude der LGBT+-Community

50-Pfund-Schein mit Alan Turing im Umlauf – zur Freude der LGBT+-Community

  • Der Wissenschaftler und Mathematiker Alan Turing war maßgeblich an der Entzifferung der mit der Chiffriermaschine Enigma verschlüsselten deutschen Funksprüche beteiligt.
  • Jahre später wurde er wegen seiner Homosexualität verurteilt.
  • Nun ist ein neuer Geldschein im Umlauf, auf dem ein Porträt des Briten aufgedruckt ist.
Anzeige
Anzeige

Die LGBT+-Community ist stolz: Anlässlich seines Geburtstages ist am 23. Juni ein 50-Pfund-Schein mit einem Bild von Alan Turing in Umlauf gebracht worden. Der britische Wissenschaftler und Mathematiker wäre in diesem Jahr 109 Jahre alt geworden. Turing gilt als Genie und einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts – und als eine Ikone der LGBT+-Gemeinschaft.

Im Jahre 1952 wurde Alan Turing wegen einer homosexuellen Beziehung verurteilt. Weil er die Haftstrafe nicht antreten wollte, stimmte er der sogenannten chemischen Kastration zu. So musste sich Turing einer Hormonbehandlung unterziehen, die seinen Sexualtrieb hemmen sollte. Infolge der Behandlung erkrankte Turing an einer Depression, 1954 nahm er sich im Alter von 41 Jahren das Leben.

Tatchell: „Ein echter Meilenstein!“

Anzeige

Alan Turing ist die erste homosexuelle Person, deren Konterfei auf einer Banknote zu sehen ist. „Es ist ein echter Meilenstein, der den Grad der Akzeptanz von LGBT-Menschen auf der höchsten Ebene unserer Gesellschaft anzeigt“, sagte der prominente Sprecher der Schwulenrechte, Peter Tatchell, dem BBC.

Es sei ein großer Schritt nach vorne, meint auch Mark Fletcher, der Geschäftsführer von Manchester Pride. „Alan Turing repräsentiert so viel von dem, wofür wir kämpfen und wie weit wir noch reisen müssen, bevor wir in einer wirklich integrativen Welt leben“, sagte er im gleichen Beitrag der BBC.

Königliche Begnadigung für Turing im Jahre 2013

Erst 2009 entschuldigte sich der damalige britische Premierminister Gordon Brown offiziell im Namen der Regierung für die Verurteilung von Alan Turing. Gleichzeitig würdigte er seine Verdienste. Einige Jahre später, am Heiligabend 2013, sprach Königin Elisabeth II. eine Begnadigung aus.

Anzeige

Im Hintergrund des Portraits auf der Banknote ist eine Tabelle mit Formeln aus einem seiner Aufsätze zu sehen, sowie Zeichnungen seiner Erfindungen, heißt es auf der Seite der Bank of England. Dazu ein Zitat von dem Briten, das er der Zeitung „The Times“ am 11. Juni 1949 in einem Interview gegeben hat. Übersetzt heißt es: „Dies ist nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird, und nur der Schatten dessen, was sein wird.“

Turing war staatlich beauftragter Hacker

Anzeige

Turing ist durch sein Wissen und die Weiterentwicklung von theoretischen Grundlagen für die moderne Informations- und Computertechnologie bekannt geworden. Während des Zweiten Weltkrieges war er maßgeblich an der Entzifferung der mit der deutschen Rotor-Chiffriermaschine Enigma verschlüsselten deutschen Funksprüche beteiligt. Er wird sozusagen zum staatlich beauftragen Hacker – mit Erfolg.

Bargeld spielt auch in Zeiten der Digitalisierung noch eine große Rolle – so auch die Gestaltung der Banknoten. In vielen Ländern, wie beispielsweise in Amerika, sind ehemalige Staatsoberhäupter oder wichtige politische Personen auf den Geldscheinen abgebildet – Lincoln, Wahington, Jefferson …

Neutrale Motive auf vielen Banknoten

Anzeige

Auf australischen Banknoten spiegelt sich mehr Vielfalt wider. Das Porträt von David Unaipon befindet sich auf der 50-Dollar Note. Er war ein Aborigine, der sich für die Rechte der indogenen Völkergruppe starkmachte. Auch die Frauenrechtlerin Edith Dircksey Cowan ist auf einem 50-Dollar-Schein verewigt. Sie war die erste Frau überhaupt, die im Jahr 1921 in ein australisches Parlament gewählt wurde.

Viele Staaten wählen statt Personen eher neutrale Motive wie Pflanzen, Vögel oder andere Naturelemente. Auf den russischen Geldscheinen sind Bauwerke und bekannte Sehenswürdigkeiten abgebildet. Ähnlich ist es beim Euro: Die Scheine zeigen fiktive Motive der europäischen Architektur, jeweils aus verschiedenen kunstgeschichtlichen Epochen, heißt es auf der Internetseite der europäischen Zentralbank. Damit sich einzelne Eurostaaten nicht bevorzugt oder benachteiligt fühlen, wurde bewusst auf reale Personen oder Bauwerke verzichtet.

RND/SP

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen