30 mexikanische Soldaten wegen Verschwindens von Menschen verhaftet

  • In der mexikanischen Stadt Nuevo Laredo wurden 30 Marinesoldaten festgenommen.
  • Sie sollen für das Verschwinden von zahlreichen Menschen verantwortlich sein.
  • Beobachter gehen davon aus, dass die Militärs für eines der Drogenkartelle in der Grenzstadt zu dem USA tätig waren.
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Mexiko-Stadt, Oaxaca de Juárez. Gegen 30 mexikanische Marinesoldaten sind Haftbefehle erlassen worden, die für das Verschwinden von zahlreichen Menschen in der Grenzstadt Nuevo Laredo verantwortlich sein sollen. Die Armeeangehörigen sollen zwischen Februar und Mai 2018 an gewalttätigen Konfrontationen beteiligt gewesen sein, bei denen mehrere Menschen verschleppt wurden, wie die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft (FGR) am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Die Beschuldigten waren in den vergangenen Tagen festgenommen worden.

Menschenrechtler: Soldaten nahmen auch Hinrichtungen vor

Allein im Jahr 2018 sind nach Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission in der Stadt an der US-Grenze 25 Menschen verschwunden. Raymundo Ramos vom Menschenrechtskomitee Nuevo Laredo wies darauf hin, dass Marinesoldaten in dieser Zeit zahlreiche Durchsuchungen vornahmen, Menschen festnahmen und auch hinrichteten.

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Nuevo Laredo ist durch seine Lage an der US-Grenze ein wichtiger Ort für die organisierte Kriminalität. Immer wieder kommt es dort zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Kartellen. Beobachter gehen davon aus, dass die Militärs für eine der kriminellen Organisationen tätig waren. Angehörige der Verschwundenen erklärten, dass den Operationen der Soldaten Menschen zum Opfer fielen, die nichts mit der Mafia zu tun gehabt hätten.

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In Mexiko sind nach Angaben der Regierung seit 2006 mehr als 85.000 Menschen verschwunden. Manche wurden von Kriminellen verschleppt, weil sie gegnerischen Banden angehörten, andere, damit sie als Schmuggler, Prostituierte oder im Drogenanbau arbeiten. Weitere befanden sich in den Händen von Polizisten oder Soldaten, als sie zum letzten Mal gesehen wurden.

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Da die mexikanischen Regierungen lange Zeit nichts zur Aufklärung der Fälle unternommen hatten, begannen die Angehörigen selbst, nach ihren Geschwistern, Kindern oder Eltern zu suchen.

RND/epd

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