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  • 2G-Regel in Restaurants: Gastronom erfährt „Supershitstorm“ - aber auch Erleichterung

Zwischen Erleichterung und „Supershitstorm“: Was ein Gastronom seit der Einführung der 2-G-Regel erlebt

  • Seit Samstag dürfen nur Geimpfte und Genesene die Münchner Kultkneipe Café Kosmos besuchen.
  • Der Inhaber Florian Schönhofer erklärt dem RND, dass seine Gäste die 2-G-Regel vor Ort „sehr positiv“ aufgenommen haben.
  • Doch der Gastronom wird im Netz und per Mail angefeindet: Er erlebe einen „Supershitstorm“.
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Florian Schönhofer gehört zu den Gastronomen, die schon vor einigen Tagen die 2-G-Regel eingeführt haben. In seiner Münchner Kultkneipe Café Kosmos dürfen seit vergangenem Samstag nur Genesene und Geimpfte Platz nehmen, trinken, feiern. Seine Entscheidung führt zu gemischten Reaktionen, wie er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet. „Vor Ort sind die Reaktionen meiner Gäste sehr positiv. Sie freuen sich, dass sie mal jemand nach dem Impfnachweis fragt“, so Schönhofer. „Darauf haben sie gewartet.“

Die Gäste des Café Kosmos’ seien erleichtert. „Viele müssen keine Angst mehr haben, dass sie im Café jemanden anstecken, weil nun ja alle geimpft oder genesen sind, und der dann schwer erkrankt“, erzählt er im Gespräch. Doch besonders im Netz bekommt Schönhofer die Wut der Ungeimpften zu spüren. Er erlebe einen „Supershitstorm“.

Nazivergleiche am Telefon

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Vor rund einer Woche verkündete das Team die neue 2-G-Regel auf Instagram. „Ab Samstag nur noch für Geimpfte und Genesene geöffnet“, hieß es. Schönhofer musste laut eigener Aussage bereits am zweiten Tag nach der Bekanntgabe die Kommentarfunktion wegen der Negativkommentare ausschalten.

Zudem habe er um die 50 Beschwerden per Mail bekommen und eine Handvoll Anrufe mit wüsten Beschimpfungen. „Sie haben mich mit den Nazis verglichen, und sagten mir, dass ich pleite gehen solle oder man mich an die Wand stellen müsse.“ Der Gastronom fügt hinzu, es sei nicht die regionale Kundschaft, die sich beschwert, die Hassnachrichten würden aus ganz Deutschland kommen.

Doch im Großen und Ganzen zieht Schönhofer eine positive Bilanz. „Meine Gäste haben das soziale Leben vermisst. Seit der Einführung der 2-G-Regel sind sie viel lockerer geworden.“

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Hamburg macht 2G möglich

In Bayern gilt keine länderweite 2-G-Regel. „Erst dann wenn es sehr ernst wird, eine Überlastung des Gesundheitssystems droht, wäre ein Wechsel zu 2G verhältnismäßig“, sagte der Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag „münchen.tv“. Schon jetzt können private Unternehmer die 2-G-Regel aber nach dem Hausrecht einführen.

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Auch in anderen Bundesländern setzen Gastronomen die 2-G-Regel durch und dürfen im Gegenzug, zum Beispiel in Hamburg, mehr Gäste einlassen. Der Hamburger rot-grüne Senat beschloss das sogenannte 2-G-Optionsmodell, wonach Veranstalter entscheiden können, ob sie künftig nur noch Geimpfte und Genesene einlassen und dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiterhin das 3-G-Modell nutzen wollen.

Ähnliches gilt auch in Niedersachsen: Seit Mittwoch ist eine Corona-Verordnung in Kraft, die Veranstaltern ebenfalls diese Option gibt. Wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) berichtet, planen die Clubs Zaza und Dax die 2-G-Regel in den kommenden Tagen zum ersten Mal zu testen. Sobald sie gilt, fällt nämlich auch die Maskenpflicht beim Tanzen weg. Eine maximale Auslastung von 50 Prozent muss dennoch eingehalten werden. Der Inhaber des Dax rechnet aber schon mit Auseinandersetzungen an der Clubtür – und setzt zusätzliches Sicherheitspersonal ein.

Mit Material von dpa

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