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21-Jähriger für tödlichen Messerangriff auf Spielplatz zu zehn Jahren Haft verurteilt

  • Bei einem Angriff auf einem Spielplatz nahe Lübeck wird ein Mann mit 27 Messerstichen getötet.
  • Der Angreifer wird am Donnerstag zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt.
  • Der Verteidiger des 21-Jährigen hatte auf Freispruch plädiert.
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Lübeck. Überraschend schnell, nach nur fünf Verhandlungstagen, ist in Lübeck der Prozess um einen tödlichen Messerangriff auf einem Spielplatz in Grönwohld (Kreises Stormarn) zu Ende gegangen. Am Donnerstag verurteilte das Landgericht einen 21 Jahre alten Angeklagten wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft. Der 21-Jährige blieb bei der Verkündung des Urteils äußerlich gelassen.

Das 22 Jahre alte Opfer war am Abend des 21. Oktobers 2020 mit 27 Stichen in Rücken, Nacken und in Richtung des Kopfes getötet worden. Der 22-Jährige verblutete, sein lebloser Körper wurde erst am nächsten Tag auf dem Spielplatz gefunden. Der angeklagte Deutsche hatte bestritten, mit der Tat etwas zu tun zu haben.

Zwischenfall vor Prozessauftakt

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Wie schon zum Prozessauftakt gab es auch kurz vor der Urteilsverkündung einen kleinen Zwischenfall. „Sie haben doch gar nichts mit dem Opfer zu tun. Machen Sie doch Platz für seine Freunde“, rief ein Jugendlicher aus dem Umfeld des Opfers Zuschauern und Journalisten im Verhandlungssaal zu. Am ersten Verhandlungstag hatte ein Bruder des Getöteten den Angeklagten lautstark als „dreckigen Mörder“ bezeichnet. Folgen hatten beide Zwischenrufe nicht, da die Richter noch nicht im Saal waren.

„Den genauen Tathergang von Oktober 2020 konnten wir nicht rekonstruieren, aber Zeugenaussagen und Handydaten haben doch ein recht genaues Bild vom Tatabend gezeichnet“, sagte Richterin Helga von Lukowicz in der Urteilsbegründung. Danach hatten sich die beiden Männer an dem Abend auf dem Spielplatz verabredet, um ein Drogengeschäft abzuwickeln. Dabei sei es zum Streit gekommen und der angeklagte Deutsche habe schließlich mit einem Schlagring mit ausklappbarem Messer auf seinen Kontrahenten eingestochen, sagte sie.

„Auch wenn sich der genaue Zeitpunkt der tödlichen Stiche nicht mehr feststellen ließ, so ist es doch unstrittig, dass der Angeklagte der Täter war“, sagte die Richterin. Das sei unter anderem durch DNA-Spuren belegt. Da keine Mordmerkmale wie Geldgier oder Heimtücke vorlagen, wertete das Gericht die Tat als Totschlag. „Wir halten es für möglich, dass sich die Tat aus einer emotional aufgeladenen Situation heraus entwickelt hat“, sagte sie.

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Mit dem noch nicht rechtskräftigen Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die elf Jahre wegen Totschlags gefordert hatte. Die Nebenklage hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes beantragt. Der Verteidiger des Angeklagten hatte dagegen auf Freispruch plädiert.

RND/dpa

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