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18-Jähriger wegen Corona aus U-Haft entlassen: Jetzt soll er einen 17-Jährigen getötet haben

  • Ein 18-Jähriger, der in Bielefeld einen Jugendlichen (17) erstochen haben soll, hätte eigentlich gar nicht auf freiem Fuß sein sollen.
  • Nur weil ein Prozess wegen eines anderen Delikts wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, sei er aus U-Haft entlassen worden, berichtet das “Westfalen-Blatt”.
  • Am vergangenen Donnerstag kam es dann zu der Gewalttat.
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Bielefeld. Nach dem gewaltsamen Tod eines 17-Jährigen, der vergangenen Donnerstagabend in Bielefeld niedergestochen wurde und anschließend gestorben ist, steht ein 18-Jähriger im Visier der Ermittler. Was den Fall besonders tragisch macht: Der Verdächtige saß bis vor Kurzem noch wegen eines anderen Delikts in Untersuchungshaft, wurde dann aber entlassen, weil sein Prozess wegen der Coronavirus-Pandemie nicht wie geplant stattfinden konnte, berichtet das “Westfalen-Blatt”.

Nach Informationen der Zeitung wurde der mutmaßliche Intensivtäter im März aus der U-Haft entlassen, weil die Richterin den für den 3. April geplanten Prozess gegen ihn aus Infektionsschutzgründen wegen des Coronavirus nicht durchführen wollte. Ein Sprecher des Amtsgerichts Bielefeld sagte dem “Westfalen-Blatt”, die Richterin habe angenommen, in dem Gerichtssaal habe der Mindestabstand nicht eingehalten werden können. Das sei aber nicht so gewesen.

Nach Absage des Prozesses – der Mann war wegen Raubes angeklagt – wurde der 18-Jährige aus dem Gefängnis entlassen. Seit Samstag sitzt er wieder in Untersuchungshaft – diesmal wegen Totschlagverdachts: Er soll an einer Stadtbahnhaltestelle im Bielefelder Ortsteil Baumheide versucht haben, den 17-Jährigen auszurauben und schließlich mehrfach mit einem Messer auf ihn eingestochen haben. Das Opfer erlitt tödliche Verletzungen.

RND/seb

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