18-Jähriger bereut vor Gericht Messerattacke

  • Heimtücke und niedrige Beweggründe werden einem 18-Jährigen vor dem Kieler Landgericht attestiert.
  • Er hatte einem Nachbarn nach einem Streit mit seiner Mutter ein Messer in den Hals gestochen.
  • Der polizeibekannte Mann wollte mit der Bluttat zurück ins Gefängnis. Im Prozess äußerte der Intensivtäter Reue, das Urteil steht noch aus.
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Wegen versuchten Mordes aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen muss sich ein 18-Jähriger seit Freitag vor dem Kieler Landgericht verantworten. Die Anklage wirft dem jungen Mann vor, nach einem Streit mit seiner Mutter ein Küchenmesser genommen und es einem Nachbarn in den Hals gerammt zu haben. Anschließend habe er dem Mann ins Gesicht geschlagen, sagte die Staatsanwältin. „Er glaubte, ihn getötet zu haben und machte noch ein Selfie“ - mit der blutverschmierten Tatwaffe in der Hand.

Keine Erinnerung an Einzelheiten der Tat

Mit der Messerattacke wollte der mehrfach vorbestrafte 18-Jährige demnach „wieder ins Gefängnis“. Seine Mutter habe zuvor im Streit gedroht, ihn nicht mehr zu Hause zu dulden. Sie hatte beim Nachhausekommen von der Spätschicht den 18-Jährigen, seinen jüngeren Bruder und dessen Kumpel in ihrer Wohnung betrunken vorgefunden.

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Vor Gericht erklärte der juristisch als Heranwachsender geltende Angeklagte, er habe keine Erinnerung an Einzelheiten der Tat. Er habe nie jemanden töten wollen und wisse auch nicht, was ihn gefahren sei, betonte er. Die Tat tue ihm leid. Er sei betrunken gewesen und ausgerastet, weil seine Mutter „mir mal wieder die Schuld gab“, sagte er.

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Schon ein Jahr und zehn Monate Jugendstrafe verbüßt

Er trank seit eigenen Angaben seit dem 14. Lebensjahr, nahm auch Drogen und ist als Intensivtäter polizeibekannt. Wegen Gewaltdelikten verbüßte er bereits ein Jahr und zehn Monate Jugendstrafe, wie er eingestand. Zur Zeit sitzt er in Untersuchungshaft.

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Bei seiner Festnahme kurz nach der Tat am 17. Februar 2021 in einer kleinen Gemeinde im Kreis Segeberg sagte der Angeklagte nach Aussage eines Polizeizeugen: „Ich wollte ihn töten. Ich will in den Knast, meine sechs Jahre absitzen“. Ein Alkoholtest ergab damals fast zwei Promille. Die Urteilsverkündung ist für den 25. Juni geplant.

RND/dpa

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