15-Jähriger erstochen: In Deutschland sollte Akan sicher sein

  • Ein 15-Jähriger fährt mit dem Fahrrad durch Celle, als ihn ein Mann unvermittelt angreift – und niedersticht.
  • Nur wenige Jahre zuvor war Akan K. mit seiner Familie aus dem Irak nach Deutschland geflohen.
  • Seine Mutter erzählt nun in einem TV-Interview von ihrem Schmerz.
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Celle. Der 15-jährige Akan K. aus Celle war am Dienstagabend mit dem Fahrrad in der Nähe des Bahnhofs unterwegs, als ihn ein 29 Jahre alter Mann mit einem Messer angriff. Der 15-Jährige wurde schwer verletzt und starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Akan K. war 2015 mit seiner Familie aus dem Irak nach Deutschland geflohen. Hier sollte der Junge sich nicht fürchten müssen und vor dem “Islamischen Staat” (IS) sicher sein.

Ein lebenslustiges Kind

Es sei schrecklich, eines Besseren belehrt zu werden, sagte Akans Mutter im Interview mit dem Sender RTL. Seine Mutter sei voller Schmerz: “Ich bin Mutter und habe meinen Sohn verloren. Ich habe kein Verständnis für diese Tat.” Ein anderer Angehöriger der Familie beschrieb Akan als “lebenslustig” und “herzlich”.

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Die Familie wünscht sich laut RTL eine große Trauerfeier nach irakischer Tradition. Aufgrund der Corona-Pandemie ist dies nicht möglich – lediglich das Abschiednehmen in kleiner Runde sei erlaubt.

Nicht nur in Celle sorgt das Verbrechen für Entsetzen. An dem Ort, wo Akan K. niedergestochen wurde, legten Passanten Blumen und Kerzen nieder. Die Kurdische Gemeinde Deutschland schrieb bei Twitter: “Wenige Wochen nach Hanau wird die kurdische Gemeinde in Deutschland erneut von einem Mordanschlag erschüttert. Am Dienstagabend wurde ein 15-jähriger Jugendlicher kurdischer Herkunft in Celle ermordet.” Man erwartet eine rasche Aufklärung der Tat.

Rassistisches Motiv? Verdächtiger schweigt

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Am Mittwochabend wurde gegen den Verdächtigen Haftbefehl erlassen – wegen Verdachts des Totschlags. Der mutmaßliche Täter schwieg, auch vor dem Haftrichter. Bei seiner Festnahme habe der 29-jährige Deutsche verwirrt gewirkt.

Konkrete Anhaltspunkte zum Motiv des Mannes, der anwaltlich vertreten wird, gab es zunächst nicht. Die Ermittlungen lieferten zunächst keine Anhaltspunkte für eine ausländerfeindliche oder politisch motivierte Tat. Es habe keinen Streit, nicht einmal eine Kommunikation zwischen beiden gegeben. Ein 15-Jähriger als Zufallsopfer?

RND/am mit dpa

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