13-Jähriger sollte die Beerdigung seines Vaters bezahlen

  • Als sein Vater überraschend stirbt, soll ein 13-Jähriger die Kosten für die Beerdigung übernehmen.
  • „Die Vorgehensweise ist unglaublich“, sagt die Mutter des Jungen.
  • Die Frau, die vom Vater des 13-Jährigen seit Jahren geschieden ist, übernimmt schließlich die Kosten.
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Jan ist erst 13 Jahre alt, als sein Vater stirbt. Ein schwerer Schock. Was den Schüler aus Salzgitter in dieser Zeit zusätzlich belastet: Er sollte die Beerdigung des Vaters selbst bezahlen. Seine Mutter machte das wütend, sie machte den Fall öffentlich.

Bestattungsgesetz regelt, wer sich kümmern muss

„Das Ordnungsamt sagte mir, ich solle bezahlen“, sagte die 39-Jährige der „Bild“-Zeitung. Dabei sind die Eltern seit fünf Jahren geschieden. „Dann wurde mir noch mit einem Bußgeld gedroht. Und der Mitarbeiter kam mit der Information, dass dann laut Bestattungsgesetz unser Kind zuständig sei“, so die Mutter weiter.

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Tatsächlich legt das niedersächsische Bestattungsgesetz fest, dass für eine Bestattung Ehegatten, Kinder, Enkelkinder, Eltern, Großeltern und Geschwister zu sorgen haben – in dieser Reihenfolge, wie Rechtsanwalt Arne Ritter gegenüber der „Bild“ erklärte. Doch Tausende Euro für die Beerdigung des Vaters – das kann sich ein Teenager nicht leisten.

Günstigste Variante: 2500 Euro

Schließlich bezahlte die Mutter die Bestattung, wählt die günstigste Variante – für 2500 Euro. „Wir waren so fertig, hatten gar keine Kraft mehr zu kämpfen. Außerdem wollte ich nicht, dass mein Ex-Mann anonym beerdigt wird. Mein Sohn sollte auf einer Beerdigung Abschied nehmen, ein Grab zum Besuchen haben“, sagte sie.

Auf das Ordnungsamt ist die 39-Jährige wütend: „Die Vorgehensweise ist unglaublich. Sie wissen auch, dass ein 13-Jähriger das nicht zahlen kann.“

RND/jst