13-Jähriger erstochen: Anklage fordert zwölf Jahre Haft

  • Die Staatsanwaltschaft hat im Prozess um einen getöteten 13-jährigen Jungen eine Strafe von zwölf Jahren gefordert.
  • Die Anwälte der Eltern, die Nebenkläger sind, verlangten einen Schuldspruch wegen Mordes.
  • Der 41 Jahre alte Angeklagte hatte eine Tötungsabsicht zurückgewiesen und sich auf Notwehr berufen.
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Berlin. Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 13 Jahre alten Jungen in Berlin-Mitte hat die Staatsanwaltschaft eine Strafe von zwölf Jahren Haft gefordert. Der 41-jährige Angeklagte habe sich des Totschlags sowie der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, erklärte der Anklagevertreter am Montag in seinem Plädoyer. Die Anwälte der Eltern, die Nebenkläger sind, verlangten einen Schuldspruch wegen Mordes. Die Verteidigerin plädierte auf Freispruch und erklärte, es habe eine Notwehr vorgelegen. Das Landgericht der Hauptstadt will am 20. Mai ein Urteil verkünden.

Anwälte der Eltern plädierten auf Mord aus niedrigen Beweggründen

Der 41-Jährige mit türkischer Staatsbürgerschaft soll den Jungen Ende Oktober 2020 im Monbijoupark mit einem Messerstich in die Brust getötet haben. Der zehn Zentimeter tiefe Stich durchdrang das Herz. Vorangegangen war laut Anklage eine Beinahe-Rempelei des 13-Jährigen. Weil er auf sein Handy schaute, habe die Begleiterin des 41-Jährigen ausweichen müssen. Darüber habe sich der Angeklagte erregt. Nachdem einige Begleiter des 13-Jährigen hinzugetreten waren, soll der Angeklagte den Stich ausgeführt haben.

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Einen damals 22-Jährigen, der ihn zur Rede stellen wollte, soll der Mann schwer verletzt haben. Der Junge starb noch im Park. Er war mit seiner Familie vor einigen Jahren aus einem Flüchtlingslager in Syrien nach Deutschland geflüchtet. Die Anwälte der Eltern plädierten auf Mord aus niedrigen Beweggründen. Rassismus habe eine Rolle gespielt, so die Nebenklage-Anwälte. Der Angeklagte habe sich zu der Tat hinreißen lassen, weil der 13-Jährige ein arabischer Junge gewesen sei.

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Der Angeklagte hatte eine Tötungsabsicht zurückgewiesen und sich auf Notwehr berufen. Er habe ein Messer gezogen, weil er einen Angriff mehrerer Jugendlicher befürchtet habe, erklärte der 41-Jährige zu Prozessbeginn vor rund fünf Wochen. Er müsse den Jungen „in einer Bewegung im Reflex“ getroffen haben. Einen „bewussten Stich“ habe er nicht gesetzt. Was geschehen sei, tue ihm sehr leid.

RND/dpa

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