Hohes Risiko im Morgengrauen

Wildwechsel: Worauf Autofahrer jetzt achten müssen

Achtung, Wildwechsel: Im Herbst sollten Autofahrer besonders auf Landstraßen aufmerksam unterwegs sein.

Achtung, Wildwechsel: Im Herbst sollten Autofahrer besonders auf Landstraßen aufmerksam unterwegs sein.

Alle zweieinhalb Minuten ereignet sich auf deutschen Straßen ein Unfall mit Wildtieren, warnt der Deutsche Jagdverband (DJV). Im Herbst sei die Gefahr durch Verkehrsunfälle mit Wildtieren besonders hoch, die meisten Wildunfälle passierten im Oktober. Vor allem Rehe, Hirsche und Wildschweine überqueren nun vermehrt die Straßen. Als besonders gefährlich nennt der DJV die Zeit der Morgendämmerung zwischen sechs und acht Uhr morgens.

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Doch viele Autofahrer würden die Gefahr unterschätzen. Eine Aufklärungskampagne des DJV und des Automobil-Club Verkehr (ACV) richtet sich deshalb insbesondere an Fahranfänger und erklärt, wie man sich nach einem Wildunfall verhalten sollte. Dazu gibt es Tipps, um Zusammenstöße bei Wildwechsel zu vermeiden.

Mehr als 230.000 Wildunfälle pro Jahr

Von Oktober bis Dezember und April bis Mai ist das Risiko am höchsten. Das zeigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Zum Jahresende hin komme es etwa zu vielen Unfällen mit Hirschen. Laut „Wildunfall-Statistik 2019/2020″ des Deutschen Jagdverbandes, DJV, kam es in Deutschland zu 237.760 Wildunfällen.

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Auswertungen des Tierfund-Katasters des Jagdverbandes durch Wissenschaftler der Uni Kiel zeigen: Der Oktober ist der Monat, in dem im Vergleich die meisten Rehe, Hirsche und Wildschweine durch Kollisionen mit Verkehrsteilnehmern sterben. In der Zeit von 6 bis 9 Uhr morgens sei das Risiko demnach besonders hoch.

Nach Angaben des DJV ereignen sich 41 Prozent und damit die meisten der Wildunfälle übers Jahr verteilt mit Rehen. Auf Platz zwei folgen Hase und Kaninchen mit 10 Prozent. Danach kommen Füchse (8 Prozent), Wildschweine und Vögel (beide 6 Prozent). 5 Prozent der Zusammenstöße treffen Marder, Iltisse und Wiesel.

Ein Rehbock steht im Abendlicht auf einem abgeernteten Maisfeld. In der Erntezeit im Herbst kommt es vermehrt zu Wildunfällen. 41 Prozent der betroffenen Tiere sind Rehe.

Ein Rehbock steht im Abendlicht auf einem abgeernteten Maisfeld. In der Erntezeit im Herbst kommt es vermehrt zu Wildunfällen. 41 Prozent der betroffenen Tiere sind Rehe.

So verhalten sich Autofahrer bei Wildwechsel richtig

Doch nicht nur für die Tiere hat ein Zusammenstoß Folgen. Rammt das Auto mit 60 Stundenkilometern einen Rothirsch, wirkt eine Kraft von fünf Tonnen auf die Karosserie, erklären ACV und DJV. „Ein 60-Kilo-Wildschwein verwandelt sich bei einem Zusammenstoß mit Tempo 60 in ein Nashorn“, lässt der DJV auf seiner Webseite wissen.

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Vorausschauendes Fahren und eine angemessene Geschwindigkeit sind die besten Vorsorgemaßnahmen, um Wildunfälle zu vermeiden. Gerade entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder sowie im Wald und auf neuen Straßen ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Wenn ein Tier vor dem Auto auftaucht, gilt:

  • Fernlicht ausschalten, damit das Tier nicht geblendet wird
  • Hupen, um Tiere zu vertreiben
  • auf Nachzügler achten

Lässt sich ein Zusammenstoß nicht mehr vermeiden, sollte sicher gebremst und nicht ausgewichen werden. Denn: „Ein kontrollierter Zusammenstoß ist besser als unkontrollierbare Ausweichmanöver.“ Der TÜV Rheinland empfiehlt Autofahrern bei Wildkollisionen daher stark zu bremsen und das Lenkrad festzuhalten.

Video: Was bei einem Wildunfall zu tun ist

Wildwechsel: Worauf Autofahrer jetzt achten müssen

Alle zweieinhalb Minuten ereignet sich auf deutschen Straßen ein Unfall mit Wildtieren.

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Was nach einem Wildunfall zu tun ist

Folgende Schritte empfehlen DJV und ACV in ihrer Kampagne:

  • Ruhe bewahren und Unfallstelle sichern: dafür Warnblinker anmachen, Warnweste anziehen und Warndreieck mit nötigem Sicherheitsabstand aufstellen.
  • Hilfe leisten: Sind Personen zu Schaden gekommen, Notruf unter 112 anrufen.
  • Folgeschäden verhindern: Tote Tiere markieren oder mit Handschuhen von der Straße entfernen – das gilt nicht für verletzte Tiere!
  • Standort bestimmen
  • Polizei oder Jäger informieren: Das gilt auch, wenn kein sichtbarer Schaden entstanden oder das Tier weggelaufen ist.

Zudem sollte man sich eine Wildunfallbescheinigung einholen. Die kann vom Förster oder der Polizei ausgestellt werden. Der GDV rät, Fotos vom Unfallort, dem Tier und den Schäden am Fahrzeug zu machen.

Kaskoversicherungen regulieren grundsätzlich durch Haarwild verursachte Schäden. Dazu zählen etwa Rehe, Wildschweine und Hasen. Das gilt auch für die meisten Carsharinganbieter. Auf die Schadenfreiheitsklasse wirkt sich ein regulierter Wildunfall nach GDV-Angaben nicht aus.

RND/pf/mit dpa

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