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Reisemobilausbauten für VW T6.1: Es muss nicht immer California sein

  • Viele kleine externe Reisemobilhersteller unterstreichen die Beliebtheit des VW Bulli.
  • Eine Vielfalt von Anbietern halten eine ganze Palette von Auf- und Ausbauten für den T6.1 bereit.
  • Dabei bestechen besonders die individuellen Dachkonstruktionen jenseits der Großserie.
Michael Lennartz
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Es sieht aus wie auf einem Wohnmobilstellplatz. 30 Reisemobile stehen auf einer Wiese des Weinguts Steinbachhof bei Vaihingen, und allesamt eint eine Besonderheit: Sie tragen ausnahmslos ein VW-Emblem auf dem Kühlergrill. Die verschiedenen Hersteller beweisen, dass bei den kompakten Campern immer noch der VW-Bulli die erste Geige spielt und dass es ein breit gefächertes Angebot jenseits des hauseigenen VW California gibt.

Der Ideenreichtum der vielen externen Ausbauer offenbart eine famose Variantenvielfalt auf rund fünf Metern Gesamtlänge. Ihr gestalterischer Spielraum erweitert sich allein schon aus der Tatsache, dass VW in der Großserie aus Rentabilitätsgründen ausschließlich Aufstelldächer verwendet. Mit eigenen Dachkonstruktionen können die externen Ausbauer das Raumgefühl wesentlich verbessern, und der lange Radstand erleichtert es ihnen, Lösungen für eine praktikable Toilettennutzung zu finden. In der Kleinserie können Wünsche auch viel individueller bedient werden.

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Ein Hochdachmodell des VW T6.1 bietet etwa das Reutlinger Unternehmen Fischer Wohnmobile an. Überall Stehhöhe im Innenraum – das wirkt schon sehr großzügig. Geschlafen wird im Parterre, wo eine Matratze über die umgeklappten Rücklehnen der Einzelsitze ausgerollt wird. Bei Bedarf macht ein Kinderbett im Hochdach das Ganze zu einer Etagenlösung. Sowohl den Octobus als auch den Bonito gibt es in zwei Aufbaulängen (4,90 und 5,30 Meter). Mit großem Kompressorkühlschrank, Zweiflammenkocher, solidem Möbelbau und Platz für eine transportable Toilette beginnen die Preise für die kurzen Varianten bei rund 60.000 Euro. Der Endpreis des umfänglich ausgestatteten Octobus XL beträgt allerdings rund 83.500 Euro.

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Gewusst wie: Viele Ausstattungsvarianten, wie hier der Spacecamper der RW-Fahrzeugbau-GmbH, zeigen großen Einfallsreichtum, gehen dann aber auch entsprechend ins Geld. © Quelle: RW-Fahrzeugbau-GmbH

Mit einem ähnlichen Konzept tritt das Multitalent Sunvan T42 von Köhler Wohnmobile aus Illingen an, allerdings mit einem Aufstelldach. Auch hier sorgen herausnehmbare Einzelsitze für Flexibilität und wird ein bequemes Lattenrostbett in Aluschienen an den seitlichen Möbelzeilen über die umgelegten Sitze herausgezogen. Grund- und Endpreis liegen mit 54.000 und rund 80.000 Euro ähnlich weit auseinander. Allerdings bietet die Marke Köhler zudem die Möglichkeit, gebrauchte VW-Busse umzubauen.

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Das durchgängig hohe Preisniveau der VW-Camper geht größtenteils auf das Konto des Basisfahrzeugs. Denn verschiedene Motorvarianten von 90 bis 199 PS, Sieben-Gang-DSG, Assistenzsysteme, der Allradantrieb 4Motion und zahlreiche Ausstattungsoptionen treiben den Preis in die Höhe. Wenn dann noch eine hochwertige Wohnausstattung hinzukommt, gibt’s kaum noch ein preisliches Halten. Den Vogel schießt dabei die Darmstädter RW-Fahrzeugbau-GmbH mit ihren Spacecampern ab, die zum Teil sehr deutlich die 100.000-Euro-Marke übersteigen.

RW steht für die Gründungsmitglieder Markus Riese und Ben Wawra, wobei Riese auch als Mitbegründer des gleichfalls hochpreisigen Fahrradherstellers Riese und Müller bekannt ist. Bei den Spacecampern wird besonderer Wert auf die Vielseitigkeit der ausgebauten Fahrzeuge gelegt, die gleichzeitig Wohnmobil, Transporter, Familienauto und mobiles Büro sein sollen. Leichtbaulösungen, zwei seitliche Schiebetüren, eine ausschwenkbare oder gar komplett ausbaubare Küche, ein rückenschonendes Bett, viel Ladeplatz für Sportequipment, schnelle Handhabung der Einbauten – die Darmstädter Tüftler haben viele Ideen umgesetzt.

Als Neuheit für das Modell Classic Open wird eine weiterentwickelte Schwenkküche vorgestellt, die als erste ihrer Art drei eingebaute und herausnehmbare Kochstellen, zwei Waschbecken, zwei Tischplatten und weitere Features bietet. Auch maßgeschneiderte, stabile Heckauszüge, passgenau auf Euroboxen oder Aluminiumkisten ausgelegt, sind neu. So kommt ein üppig ausgestatteter T6.1 Light Open allerdings auch auf 119.000 Euro und der Classic Open gar auf 129.000 Euro.

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Platz da: Dank langen Radstands sind fest gut ausgestattete eingebaute Küchenzeilen möglich. © Quelle: Reimo

Eine neu konstruierte, über die zusätzliche linke Schiebetür ausklappbare Küchenzeile ist auch das markante Erkennungszeichen des Tonke Vans XL, der auf dem langen Radstand des T6.1 aufbaut und ab 60.000 Euro angeboten wird. Letztlich steht das Ausstellungsexemplar des niederländischen Herstellers am Ende aber auch mit fast 90.000 Euro in der Preisliste.

Bunt treibt es die Hagener Vanufaktur mit ihren Flowcampern. Die farbenfrohen Ausbauten von Firmenchef Martin Hemp in Orange, Rot, Blau und Weiß mit viel Holz und einem fast komplett freizulegenden Bett unterm Aufstelldach werden deutlich günstiger angeboten. Das Modell Frieda ist schon ab 47.000 Euro zu haben.

Zu den renommierten, seit über 40 Jahren aktiven externen Ausbauern gehört die Egelsbacher Firma Reimo, die selbst konzipierte Komplettfahrzeuge anbietet. Dabei ist es den Hessen gelungen, für den VW-Camper mit einem eigenen, nach hinten öffnenden Aufstelldach einen Grundriss zu kreieren, der auf dem langen Radstand mit Einzelsitzen, die zu zwei Einzelbetten umgebaut werden können, und einer Heckküche ausreichend Platz für einen – Achtung! – eigenen, verschließbaren Raum mit fest installierter Toilette schafft. Eine echte Rarität im Bulli-Ausbau. Den Reimo Multistyle gibt es ab 58.390 Euro. Aber auch hier gilt: Endpreis rund 90.000 Euro.

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