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Fünfte Generation des Flaggschiffs

An Bord des neuen Range Rover: Wenn Geld sich in Stil wandelt

Fugenloses Fahrvergnügen: Der neue Range Rover im Praxistest im Salzburger Land.

Der erste Eindruck, den ein Range Rover hinterlässt, hat etwas von Seefahrt an sich. Nicht, weil sich bei gut fünf Metern Länge mit dem Range Rover SWB P530 AWD die Assoziation Dickschiff verbindet, sondern weil er in seinem gediegenen Design, das so elegant wie zeitlos ist, eher an eine edle Jacht gemahnt und so den profanen Bordstein, an dem er geparkt ist, gleich mit zum Pier adelt. Der Range Rover hat Klasse und Stil, er ist ein Unikat in der zusehends verwechselbarer werdenden automobilen Welt. Und er ist und bleibt natürlich für den Großteil der Bevölkerung ein unerfüllbarer Traum, sofern Mann oder Frau denn von Autos träumen. Wer ihn sich erfüllen kann: Der Neue ist jetzt bestellbar.

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Seit mehr als einem halben Jahrhundert gibt es den Range Rover. Und ein bisschen Glanz strahlt selbst von seinen deutschen Pressemitteilungen auf uns Tester herab. Schließlich werden wir gleich von drei königlichen Wappen begrüßt: By appointment to HM The Queen, HRH The Duke of Edinburgh und HRH The Prince of Wales. Mehr Autoadel geht nicht. Was sich zuallererst ganz hinten zeigt.

Der RND-Tester unterwegs in einer Sänfte: Bodenunebenheiten schluckt und kompensiert der Range Rover unmerklich.

Der RND-Tester unterwegs in einer Sänfte: Bodenunebenheiten schluckt und kompensiert der Range Rover unmerklich.

Der untere Teil der Heckklappe lässt sich, das ist Tradition beim Range Rover, mit ein paar Handgriffen zu einer gemütlichen Sitzbank umbauen. In der First Edition des neuen Range Rovers sind die vier Lederkissen für Bank und Rücklehne gleich mit inbegriffen. In Kombination mit der akustischen Erweiterung des Meridian 3D-Surround-Soundsystems heißt das Ganze dann Tailgate Event Suite – kleiner geht’s nicht. Beim Range Rover wird eine geöffnete Heckklappe mit Zusatzlautsprecher und Sitzmöglichkeit halt gleich zur Eventsuite geadelt.

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Dabei ist neben dem Äußeren des Fahrzeugs, dessen Kastenform sich über die Generationen kaum verändert hat, in der jüngsten Ausgabe aber von fast fugenfreier Klarheit ist und die Karosserie beinahe monolithisch erscheinen lässt, das eigentliche Event nach wie vor das Fahren. Die fugenfreie Form, die durch bündige Verglasung sowie selbst aus- und einfahrende Türgriffe komplettiert wird, sorgt für einen unglaublichen cW-Wert von 0,30. Das ist ein besserer Luftwiderstand als beim aktuellen Porsche 911.

Drinnen herrscht Stille

Drinnen herrscht die Stille, die eine royale Kundschaft erwarten kann. Und die edle Ausstattungslinie „Autobiography“, mit der unser Testwagen ausgestattet ist, trägt, wie jede Rückschau in eigener Sache, auch etwas von Abschied in sich. Denn den Range Rover der fünften Generation gibt es neben Mild Hybrid auch in zwei Plug-in-Hybrid-Varianten: mit 324 kW (440 PS) oder 375 kW (510 PS). Die erlauben eine rein elektrische Reichweite von bis zu 114 Kilometern, bei einer CO₂-Emission von weniger als 25 g/km. Das sind sehr ambitionierte Werte, die wir nicht bestätigen können, da die Hybride als Testwagen noch nicht zur Verfügung standen. Aber sie zeigen die unumkehrbare Richtung an, in die sich auch Range Rover bewegt. Denn schon 2024 wird die fünfte Generation als vollelektrische Variante verfügbar sein.

So schwingt bei der „Autobiography“-Variante in der Motorisierung eines 4,4-Liter-Achtzylinders, die wir gefahren haben, dieser Abschied mit. Denn kein noch so genialer Komponist, wie Hans Zimmer es für den neuen BMW iX gemacht hat, kann auch nur annähernd den Klang eines Achtzylinders herbeizaubern. Mit dem 21. Jahrhundert werden die raubtierartigen, organischen Wechselgeräusche eines solchen Triebwerks zur akustischen Historie werden. Gut für die Umwelt mit dem derzeitigen Wissensstand in Sachen Verbrennungsmotoren – aber trotzdem schade, denn mit dem kultiviertesten aller Verbrennerantriebe wird auch ein Stück mobiler Kultur verschwinden.

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Wenn auch, und das weiß man natürlich auch im Hause Land Rover, diese Kultur durch andere Neuerungen fortgeführt werden wird. So setzt man zunehmend auf Nachhaltigkeit wie etwa die Ultrafabrics- und Kvadrat-Stoffe, die nicht nur deutlich leichter als traditionelle Lederbezüge sind, sondern deren Produktion auch nur ein Viertel des CO₂ erzeugt, das bei Leder anfällt. Absolut nachhaltig aber – und das ist unabhängig von Ausstattung und Umweltbewusstsein – ist der Fahrspaß, den der Range Rover hinterlässt.

Unterwegs auf Bergstraßen im Salzburger Land: Deutlich zu erkennen an der Stellung der Räder – die Allradlenkung.

Unterwegs auf Bergstraßen im Salzburger Land: Deutlich zu erkennen an der Stellung der Räder – die Allradlenkung.

Die serienmäßige Allradlenkung macht aus der großen Luxusjacht einen wendigen Optimisten, der in jeder Kombination, welche die Serpentinen der Bergstraßen im Salzburger Land anbieten, millimetergenau auf Kurs bleibt. Der Wendekreis hat dank der vier lenkbaren Räder mit knapp elf Metern Kleinwagenniveau. Die Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h ließ sich beim Cruisen durchs alpine Umfeld nicht ausprobieren; dass der Achtzylinder die 2,62 Tonnen Gewicht des Wagens in nur 4,6 Sekunden auf 100 km/h bringt, schon eher – aber Rasen gehört nicht zur royalen Kultur; ebenso wenig wie die Geländegängigkeit, die etwa mit 90 Zentimetern Wattiefe ihresgleichen sucht, die Luftfederung oder der elektronisch gesteuerte aktive 48-Volt-Wankneigungsausgleich, der das Fahrzeug im Gelände vorm Kippen bewahrt. All das ist beruhigend an Bord zu haben, auch wenn man es denn nicht benutzt.

Wesentlich dezenter jedenfalls kann Luxus nicht sein – ob zu Wasser oder zu Lande. Und das Steuer haben wir nur sehr ungern wieder aus der Hand gegeben.

 

Range Rover SWB P530 AWD „Autobiography“

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Motor: 4,4-Liter-Achtzylinder-Turbobenziner

Leistung: 390 kW/530 PS

0–100 km/h: 4,6 s

Max. Drehmoment: 750 Nm

Spitze: 250 km/h

Verbrauch: 11,7 l Super (WLTP)

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CO₂-Emission: 265 g/km

Länge/Breite/Höhe: 5052/1870/2047 mm

Radstand: 2997 mm

Kofferraum: 818 bis 1841 l

Leergewicht: 2454 kg

Getriebe: Acht-Gang-Automatikgetriebe

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Preis: ab 171.600 Euro (Testwagen)

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