• Startseite
  • Mobilität
  • Neue Fahrräder Cyclocrosser und Gravelbikes im Test - für Straße und Gelände

Cyclocrosser im Test: mehr Gelände wagen

  • Sind sie die perfekte Symbiose zwischen Straße und Gelände?
  • Cyclocrosser und Gravelbikes versprechen Rennradfeeling abseits der Straße.
  • Für sportliche Radler, die sich über ordentlich Kies und Schotter freuen, sind die beiden Biketypen äußerst angesagt.
Sebastian Hoff
|
Anzeige
Anzeige

Gelände oder Straße – das war jahrelang die Alternative: Entweder schwang sich der sportlich ambitionierte Radler auf den Sattel eines Mountainbikes oder eines Rennrads. Beides hat Vor- und Nachteile. Im Gelände ist das Naturerlebnis unmittelbar, werden aber selten hohe Geschwindigkeiten erreicht und muss ständig auf sich verändernde Situationen reagiert werden.

Video
Unterwegs auf dem Cyclocrosser: mehr Gelände wagen
1:02 min
Cyclocrosser und Gravelbikes sind bei sportlichen Radlern angesagt.  © RND

Auf der Straße hingegen kann Eintönigkeit aufkommen und stört oftmals der Autoverkehr. Dafür pedaliert es sich manchmal fast meditativ und können große Entfernungen zurückgelegt werden. Doch inzwischen wurde von den Fahrradherstellern die Lücke zwischen den beiden Fahrradtypen geschlossen: Mit Cyclocrossern oder Gravelbikes ist es möglich, asphaltierte Straßen zu verlassen und trotzdem flott unterwegs zu sein – Rennradfeeling im Gelände eben. Und das ohne Angst vor Platten oder anderen Defekten.

Anzeige

Robuste Leichtgewichte

Denn gefahren wird mit breiten und stark profilierten Reifen. Die Räder sind zudem robust gebaut und trotzdem Leichtgewichte, weil sie einen Alu- und Carbonrahmen besitzen und auf das Notwendigste reduziert sind. Scheibenbremsen und Kettenschaltungen gehören zum Standard. So viel zu den Gemeinsamkeiten. Der Unterschied zwischen den beiden Radtypen ist nicht immer leicht zu erkennen, die Grenzen verlaufen mitunter fließend.

Anzeige

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass Cyclocrosser näher am Rennrad sind, weil sie eine sportlichere Sitzposition einfordern. Sie fahren sich sehr wendig und agil und kommen besser in unwegsamem Gelände zurecht. Gravelbikes (das englische Wort „gravel“ heißt übersetzt Kies oder Schotter) setzen stärker auf Komfort und können deshalb gut auf längeren Trekkingtouren gefahren werden. Sie besitzen meist ein vergleichsweise kurzes Ober- sowie langes Steuerrohr für eine aufrechtere Sitzposition. Auch werden häufiger dämpfende Elemente eingebaut.

Angesagt sind beide Radtypen zurzeit, doch insbesondere Gravelbikes werden den Händlern quasi aus den Händen gerissen. In unserer „Feldstudie“ kam jedoch der neue Cyclocrosser aus der Hamburger Radschmiede Stevens zum Einsatz: Das Super Prestige Di2 besitzt ein Label des internationalen Radsportverbandes und wird auch von Profis gefahren. Rahmen und Gabel sind aus Carbon und bringen zusammen keine 1,4 Kilogramm auf die Waage. Außerdem sorgen sie für ein sicheres und steifes Fahrverhalten auch im Gelände.

Anzeige

8,1 Kilogramm – ein Rad für die leichte Schulter

Das Gesamtgewicht beträgt gerade einmal 8,1 Kilogramm – notfalls kann das Rad also auch mal geschultert werden. Der Crosser lässt sich gut auf unterschiedlichen Belägen fahren. Die DTS Swiss Carbonräder laufen geschmeidig und federn im Zusammenspiel mit den Schwalbe X-One Allround Evolution-Reifen kleine Unebenheiten ab. Wichtig: Der Luftdruck darf nicht zu hoch sein und sollte maximal 4,8 Bar betragen. Im Test wurden 33-Millimeter-Reifen gefahren. Rahmen und Gabel sind für eine Breite bis 37 Millimeter ausgelegt. Auch schmalere Rennrad-Laufräder können eingesetzt werden. Das ermöglicht eine hohe Flexibilität.

Trotz aller dämpfenden Eigenschaften – je unruhiger der Untergrund, desto mehr wird er spürbar. Starke Stöße werden an den Fahrer durchgereicht, auf Kopfsteinpflaster oder steinigen Wegen wird man ordentlich durchgerüttelt. Weil im Gelände häufiger geschaltet werden muss, um im Rhythmus zu bleiben, ist ein gutes Schaltwerk erforderlich. Die elektronische Shimano-Schaltung löst die Aufgabe souverän. Sie reagiert blitzschnell und sauber. Insgesamt 22 Gänge sind grundsätzlich ausreichend. Für extreme Steigungen wäre allerdings eine größere Übersetzung wünschenswert – als gar nichts mehr geht, muss geschoben werden.

An vielen Stellen zeigt sich, dass der Vorteil des Crossers zugleich sein Nachteil ist: Er ist nicht spezialisiert. Im extremen Gelände wirkt er manchmal überfordert, auf asphaltierten Straßen ist der erhöhte Rollwiderstand spürbar. Bei Cyclocrosser und Gravelbikes handelt es sich nicht um eine perfekte Symbiose aus Mountainbikes und Rennrädern, sondern um eine eigene Fahrradgattung, die neue Möglichkeiten eröffnet. Im besten Fall sattelt man nicht um, sondern erweitert den eigenen Fuhrpark. Dafür sind allerdings eine Menge „Schotter“ beziehungsweise „Kies“ nötig – zumindest, wenn es sich um das Super Prestige Di2 handelt: Der Listenpreis liegt bei 4000 Euro.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen