ID.4: Volkswagens erstes elektrisches Weltauto

  • Bereits zum Jahreswechsel plant VW die Auslieferung des vollelektrischen SUV.
  • Der Preis der exklusiven First Edition wird bei 49.950 Euro liegen.
  • Der Einstiegspreis soll 36.950 Euro betragen.
Gerd Piper
|
Anzeige
Anzeige

Er soll ein Big Point werden und das Geschäft mit der Elektromobilität für Volkswagen weltweit in Schwung bringen: Der ID.4 kommt noch in diesem Jahr als Vorführfahrzeug zu den Händlern und soll ab Februar 2021 an Kunden ausgeliefert werden. Während der ID.3 als erstes Auto aus der neuen elektrischen Modellfamilie noch mit einer Menge Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte, scheint die Markteinführung dieses Mal reibungslos über die Bühne zu gehen. Obwohl beide Fahrzeuge technisch nahezu identisch sind, unterscheiden sie sich wesentlich: Der ID.3 ist als das elektrische Gegenstück zum Dauerbrenner VW Golf positioniert, der ID.4 gehört als SUV dagegen in das Segment, das Fachleuten zufolge auch in Zukunft die höchsten Zuwachsraten vermelden wird.

Elektromobilitätsvorstand verlässt VW

Ein Mann wird nur noch von außen beobachten, wie sich der ID.4 am Markt behauptet: Der bei VW für die Elektromobilität zuständige Vorstand Thomas Ulbrich verlässt den Konzern. Die Gründe für sein Ausscheiden sind unbekannt. Der Spitzenmanager galt als Problemlöser und hat einen kühlen Kopf behalten, als sich beim ID.3 in der Endphase der Entwicklung die Fehlermeldungen so sehr häuften, dass der Markstart verschoben werden musste.

Anzeige

Nach dem ID.3 kommt nun der ID.4. Das SUV wird künftig nicht nur in Deutschland produziert, sondern auch in China und den USA und soll als sogenanntes Weltauto auch auf den anderen Märkten zur Verfügung stehen. Wie schon beim ID.3 gibt es bei dem SUV eine technische Veränderung, die beide Fahrzeuge grundsätzlich von den bekannten Produktlinien der Wolfsburger unterscheiden: Die Elektroautos werden über die Hinterachse angetrieben. Das hat es im Pkw-Bereich seit vielen Jahren nicht mehr gegeben und soll für eine verbesserte Gewichtsverteilung und damit mehr Traktion sorgen. Zwar sind die verschiedenen Batteriepakete auch im ID.4 im Unterboden untergebracht, doch wiegt der Elektromotor unter der Haube gerade mal 90 Kilogramm und passt in eine Sporttasche. Ganz nebenbei fahren sich diese Autos auch einen Tick sportlicher, was im Fall des ID.4 aber nur eine Randnotiz sein dürfte.

Anzeige

Platzangebot beinahe wie im Touareg

Tatsächlich kann das Auto mit der Summe seiner Details punkten: Großes Panoramaglasdach, ausklappbare Anhängerkupplung (1000 Kilogramm Anhängelast bei 12 Prozent Steigung), 18- bis 21-Zoll-Bereifung, Isofix-Halterung auch auf dem Beifahrersitz, eine serienmäßige Dachreling, die mit 75 Kilogramm belastet werden kann, und ein Platzangebot, das fast so groß ist wie im Touareg. In der Praxis heißt das: Selbst Menschen mit Gardemaß können im Fond noch bequem sitzen und das auf Bezügen, die niemals aus Tierhaut bestehen, denn Leder ist im ID.4 abgeschafft.

Anzeige

Vom Frühjahr kommenden Jahres an will VW ein Modell mit Allradantrieb anbieten. Auch an der Software muss nichts mehr nachgebessert werden. Sowohl Augmented Reality im Head-up-Display als auch App-Connect und damit die Einbindung des Smartphones in das Infotainmentsystem des Fahrzeugs sind vorhanden. Beide Funktionen mussten bei den ersten ID.3-Auslieferungen noch nachgereicht werden.

Umständliche Auswahl des Fahrprogramms

Weil sich der ID.4 aus dem Regal bedient, aus dem auch der ID.3 bestückt wurde, finden sich einige Dinge wieder, die durchaus besser gemacht werden könnten: Der Fahrer muss auch hier wieder ums Lenkrad fassen, um das Getriebe bedienen zu können, an das auch die eine manuell schaltbare Rekuperationsstufe gekoppelt ist. Wer die verändern will, muss ein anderes Fahrprogramm über das Zentraldisplay auswählen. Viel umständlicher geht es nicht mehr. Allerdings kann man das auch der automatischen Abstandsregelung ACC überlassen und damit wieder ein Stück Eigenverantwortung an die Maschine abgeben.

Zum Marktstart bietet Volkswagen das Elektro-SUV in acht vorkonfigurierten Modellen an, von denen die 109- und 125-kW-Versionen an eine 52-kWh-Batterie gekoppelt sind, während die 150-kWh-Modelle mit einem 77-kWh-großen Akkupaket bestückt werden. Geladen wird immer dreiphasig, die Ladeleistung ist allerdings modellabhängig. Die Nennreichweiten liegen zwischen 360 und 520 Kilometern.

Abschied vom Exotenimage

Fahrtechnisch bewegt sich der ID.4 wie eigentlich alle Elektroautos äußerst angenehm. Er spurtet zügig los und huscht leicht säuselnd über den Asphalt. Die Verarbeitung stimmt wie auch das Ambiente. Der Einstiegspreis für das Basismodell beginnt bei 36.950 Euro (mit 19 Prozent Mehrwertsteuer), davon geht noch die Förderung für Elektroautos ab. Unterm Strich ist das gesamte ID.4-Paket ein Beleg dafür, dass Elektroautos auf dem besten Weg sind, ihr Exotenimage abzulegen.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen