Rush/Cty: Elektrofahrrad von Harley Davison im Test

  • Wer an das US-Unternehmen Harley Davidson denkt, hat wohl zuallererst Motorräder der Kultmarke im Sinn.
  • Dabei stellt das Unternehmen bereits seit einiger Zeit ebenfalls E-Motorräder her.
  • Nun sattelt das Unternehmen auch auf Elektrofahrräder um.
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Der Name Harley Davidson steht für Motorräder und für das Lebensgefühl von Freiheit und Abenteuer. Mit Elektrofahrrädern hat die Kultmarke bisher wohl noch niemand in Verbindung gebracht, obwohl das Unternehmen bereits seit einiger Zeit E-Motorräder verkauft. Nun aber wagt sich Harley auf fremdes Terrain und schickt sich an, den boomenden Markt für E-Bikes zu erobern: Die Modellreihe Serial 1 lehnt sich begrifflich an das legendäre Erstlingsmotorrad an, hat damit aber wenig zu tun. Insbesondere das Rush/Cty besticht durch modernes Design, großen Komfort und ausgefeilte Technik.

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Das Motorrad unter den E-Bikes: Eine Harley mit Null PS
2:15 min
Mit der Modellreihe Serial One steigt die Kultmotorradmarke in den Markt für E-Bikes ein.  © RND

Bei 25 km/h ist Schluss

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Angetrieben wird das Rad von einem kräftigen Motor: Mit dem Drive S Mag von Brose kann es innerhalb von drei Sekunden von null auf 25 km/h beschleunigt werden. Damit lässt man an der Ampel sogar Autos stehen. Ein Durchschnittstempo von 25 km/h ist dank elektronischer Unterstützung auch dauerhaft ohne große Anstrengung zu halten – im Modus Sport oder Boost sogar bergauf.

Bei 25 km/h ist allerdings in der Regel Schluss. Wer schneller fahren möchte, muss kräftig in die Pedale treten. Dann fühlt es sich an, als habe jemand an einem Ergometer den Widerstand gleich um mehrere Stufen erhöht. Fast 30 Kilogramm Gewicht und die breiten Reifen lassen das Rad aus eigener Kraft nicht so einfach von der Stelle bewegen. Sollte einem auf der Fahrt also einmal der Akkusaft ausgehen, hätte man ein Problem.

Alurahmen und Signaturlicht

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Immerhin: Voll geladen beträgt die Reichweite im Eco-Betrieb weit über 100 Kilometer, im Dauerbetrieb auf hoher Stufe ist allerdings schon nach gut 50 Kilometern Schluss. Da der Akku im Rahmen integriert ist, muss das Fahrrad beim Laden in der Nähe einer Steckdose stehen. Nach gut drei Stunden ist der „Tank“ zu drei Viertel gefüllt, für eine Vollladung sind weitere drei Stunden erforderlich.

Das Rush/Cty ist äußerst stylish. Alurahmen und Komponenten wirken wie aus einem Guss, alle Züge wurden innen verlegt. Die Designer maßen auch Details große Bedeutung zu: So leuchtet an der Front ein Signaturlicht auf, sobald der Motor eingeschaltet wird. Der filigrane Bordcomputer von Brose ist nicht größer als eine Armbanduhr, erfüllt aber alle notwendigen Funktionen. Hier werden die Motormodi und das Licht geschaltet, im Display werden unter anderem Angaben zur Reichweite, zur Durchschnittsgeschwindigkeit oder zu den gefahrenen Kilometern angezeigt.

Geschaltet wird ausschließlich automatisch – daran müssen sich Radfahrende erst einmal gewöhnen. © Quelle: Sebastian Hoff

Geschaltet wird nur automatisch

Die übrigen Komponenten stehen für Komfort und Sicherheit: Die hydraulischen Tektro-Scheibenbremsen sind sehr griffig und bringen das Rush/Cty schnell zum Stehen. Den Alufelgen mit Speichen aus Edelstahl kann so schnell nichts anhaben. Die breiten Reifen erinnern an Fatbikes und ermöglichen schmerzfreie Fahrten selbst über Kopfsteinpflaster.

Beim Abbremsen leuchten zwei kleine Lampen auf, die ins LED-Rücklicht integriert sind. Das kräftige LED-Frontlicht könnte auch als Autoscheinwerfer durchgehen. Geschaltet wird ausschließlich automatisch – daran müssen sich Radfahrende erst einmal gewöhnen. Anfangs geht der antrainierte Griff zum Schalthebel ins Leere.

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Besonders stark auf gemütlichen Touren

Das Rush/Cty zieht Blicke auf sich – selbst von Bikern und Bikerinnen: „Das kostet ja mehr als mein Motorrad“, sagt einer bewundernd. Der Listenpreis für das Rad beträgt stolze 4700 Euro. Dafür erhalten die Käuferin oder der Käufer ein bisschen Kult und Lebensgefühl, vor allem aber ein alltagstaugliches Designrad, das sich im Stadtverkehr bewährt und sportlich-dynamisches Fahren ermöglicht.

Seine Stärken spielt das Rad aber vor allem auf gemütlichen Touren aus. Es muss ja nicht gleich der Highway One in Kalifornien sein – auch auf Deutschlands Straßen und Radfernwegen kommen genießerische Cruiser auf ihre Kosten. Beim entspannten Pedalieren werden Erinnerungen an das Roadmovie „25 km/h“ wach: Darin tuckern zwei Brüder auf ihren Mofas vom Schwarzwald bis an die Ostsee. Mit dem Rush/Cty könnte man durchaus auf den Geschmack kommen, es ihnen nachzutun.

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