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Zu viel Stundenausfall, zu wenig Prüfungspersonal: Fahrschulen klagen über Schülerstau

  • Es fehlt an Planungssicherheit und Prüfungspersonal: Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Arbeit der Fahrschulen aus.
  • Coronabedingt fallen häufig Fahrstunden aus. Außerdem hängen viele Schülerinnen und Schüler seit dem letzten Lockdown noch in der Warteschleife.
  • Vom Antrag bis zum Führerschein dauert es mittlerweile nicht mehr wie sonst im Schnitt zwei Monate, sondern bis zu einem dreiviertel Jahr. Viele Bundesländer haben deshalb ihre Fristen verlängert.
Katrin Schreiter
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Leipzig. Seit dem 8. März dürfen alle Fahrschulen mit entsprechendem Hygienekonzept wieder öffnen. „Eigentlich“, sagt Rainer Zeltwanger. Denn wie der Vorsitzende des Bundesverbandes deutscher Fahrschulunternehmen (BDFU) erklärt: „Auch für uns gelten in jedem Bundesland andere Regeln – je nach den aktuellen Inzidenzzahlen.“ Es gibt also oft Veränderungen. „Hamburg hat schon wieder dicht gemacht. Andere werden sicherlich bald folgen“, glaubt Zeltwanger.

Lange Wartezeiten bei den Fahrstunden

Dabei warten bereits zahlreiche Schülerinnen und Schüler schon länger auf Fahrstunden und ihre praktische Prüfung. „Da hat sich nach dem ersten Lockdown schon einiges angestaut“, sagt BDFU-Chef Zeltwanger. „Und auch bei den Fahrstunden gibt es vielerorts lange Wartezeiten. Damit zieht sich alles in die Länge: Wofür man früher zwei Monate gebraucht hat – vom Antrag bis zum Führerschein – benötigt man heute locker ein halbes oder sogar ein dreiviertel Jahr.“

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Wo liegen die Probleme? „Nicht am theoretischen Unterricht“, sagt Zeltwanger. Da habe man sich – nach anfänglichen kleinen technischen Schwierigkeiten – gut auf den Onlineunterricht eingestellt, der in vielen Bundesländern erlaubt ist. „Aber der praktische Unterricht macht Probleme. Zum einen fallen immer mal wieder Fahrlehrer aus, weil sie in Quarantäne müssen. Zum anderen warten aber auch noch zahlreiche Schüler, die wegen des letzten Lockdowns in der Warteschleife hängen.“

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Anträge dauern teilweise wochenlang

Doch die Schwierigkeiten beginnen häufig schon viel eher: „Die Anträge auf Fahrerlaubnis liegen zum Teil wochenlang bei den Behörden, bis sie genehmigt werden“, erzählt BDFU-Chef Zeltwanger, der selbst eine Fahrschule besitzt, aus Erfahrung. „Die Anträge auf den Erste-Hilfe-Kurs sind die nächsten Nadelöhre.“

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Und schließlich gebe es Probleme bei den praktischen Prüfungen: „Seit Anfang Januar wurde die Prüfungszeit von 45 auf 55 Minuten erhöht“, sagt Zeltwanger. „Aber es gibt nicht mehr Personal.“ Die Prüfungsorganisationen – wie zum Beispiel der TÜV – hätten mehr Leute einstellen müssen, sagt er und fordert: „Es müssten weitere Prüfungsorganisationen zugelassen werden, um einen Wettbewerb möglich zu machen.“

Keine einheitliche Fristverlängerung

Laut der Fahrerlaubnisordnung (FeV) muss innerhalb eines Jahres nach Bestehen der Theorieprüfung auch die praktische Prüfung absolviert werden. Andernfalls verliert die theoretische Prüfung ihre Gültigkeit und muss wiederholt werden. Im Zuge der Corona-Krise sollte diese Frist bereits 2020 um ein halbes Jahr verlängert werden. „Doch die Länder haben sich nicht auf eine einheitliche Fristverlängerung einigen können“, sagt ADAC-Sprecherin Katharina Lucà. Sie würden, in Absprache mit den Prüfstellen, ihre eigenen bundeslandspezifischen Regelungen treffen. „Ob die Frist in dem entsprechenden Bundesland um ein halbes Jahr verlängert wurde – weil zum Beispiel die Fahrschulen geschlossen und zwischenzeitlich keine Prüfungen abgelegt werden konnten –, erfährt man bei der örtlichen Fahrerlaubnisbehörde oder dem jeweiligen Landesverkehrsministerium.“

ADAC-Sprecherin Lucà rät Menschen, die demnächst eine Fahrschule besuchen möchten, Zeit einzuplanen: „Es ist derzeit nicht einfach, denn viele Fahrschulen haben noch einen Überhang aus dem letzten Lockdown.“

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