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Nach der EU-Entscheidung

Neue Verbrennerregeln ab 2035: Was bedeutet das für Autofahrer?

Mit solchen Bildern soll künftig Schluss sein: Dieselabgase auf einer Straße in Sachsen (Symbolbild).

Ab 2035 dürfen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren kein CO₂ mehr abgeben. Sie müssen also klimaneutral sein. Das haben die EU-Umweltminister und ‑ministerinnen am 29. Juni beschlossen. Welche Auswirkungen hat diese politische Entscheidung auf Deutschlands Autofahrer und Autofahrerinnen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Was bedeutet das für mich, wenn ich heute noch kein E-Auto fahre?

Gar nichts. Denn selbst, wenn Sie sich die kommenden zwölfeinhalb Jahre noch einen Benziner oder Diesel als Neuwagen zulegen, dürfen Sie ihn fahren, bis er auseinanderfällt. Das ist der sogenannte Bestandsschutz. Die CO₂-Auflagen gelten ausschließlich für Neuwagen. Der Gebrauchtwagenmarkt ist nicht von dem Verbot betroffen. Motoren, die durch fossile Brennstoffe angetrieben werden, dürften also noch für mindestens eine Generation in großer Zahl auf den Straßen unterwegs sein, wenn man bedenkt, dass Autos in Deutschland im Schnitt 10,1 Jahre alt sind (Stand 2022).

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Welche Fahrzeugtypen sind betroffen?

Sämtliche Pkw sowie leichte Nutzfahrzeuge (bis 3,5 Tonnen). Es sind also auch Fahrzeuge von Handwerkerinnen und Handwerkern sowie Dienstleisterinnen und Dienstleistern in das Emissionsverbot eingeschlossen.

Was gilt für Hybride oder Plug-in-Hybride?

Sofern sie mit fossilen Treibstoffen fahren und CO₂ freisetzen, sind sie ebenfalls von dem Verbot betroffen. Aber auch sie dürfen als Gebrauchte weiter auf dem Markt bleiben.

Ist jetzt der Zeitpunkt, auf E-Mobilität umzusteigen?

Wer noch von der Ende dieses Jahres höchstwahrscheinlich auslaufenden Förderung profitieren möchte, muss sich allerdings beeilen. Denn voll förderfähig sind nur Fahrzeuge, die am 31. Dezember 2022 oder früher zugelassen werden. Wegen der Lieferengpässe für Halbleiter und Kabel gibt es derzeit aber Wartezeiten von einem Jahr und länger.

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Einige Anbieter verweisen auf hausinterne Kulanzregelungen, sollte ein bestellter Neuwagen nicht rechtzeitig ausgeliefert werden. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist derzeit noch die Ladeinfrastruktur. Aufgrund der rapide steigenden Verkaufszahlen von E‑Autos hängt der Ausbau der Ladesäulen hinterher. Zum 1. Mai 2022 waren bundesweit etwa 60.000 Ladepunkte öffentlich zugänglich.

Werden E-Autos künftig billiger?

Der Trend sagt schon jetzt vorsichtig ja, denn mittlerweile gibt es neue E‑Autos ab einem Preis von 20.469 Euro (Dacia Spring Electric). Abzüglich der Förderung sind das rund 11.000 Euro. Doch auch jenseits von Subventionen dürften – von Extremsituationen wie dem Krieg gegen die Ukraine und coronabedingten Lieferengpässen in der Halbleiterindustrie abgesehen – die Preise für Elektroautos sukzessive sinken. Das liegt zum einen an der künftigen Beinahe-Monopolstellung bei Neuwagen und einem somit viel höheren Neuwagenausstoß als heute und zum anderen an der Weiterentwicklung der Batterietechnik. Was vor zehn Jahren noch teuer wie ein Haus und ähnlich schwer war, ist bereits jetzt klein und leicht. Und die Effizienzsteigerung steht bei dieser Technologie noch am Anfang.

Wie werden sich die Benzin- und Dieselpreise bis 2035 entwickeln?

Das vermag niemand verlässlich zu sagen. Aber der Schluss liegt nahe, dass zumindest in Europa die Preise längerfristig nicht extrem sinken werden, solange es noch eine entsprechende Nachfrage gibt. Abgesehen davon werden voraussichtlich die Kosten für das Absondern von CO₂ in Richtung 2035 kontinuierlich steigen, das heißt der Anteil der CO₂-Abgabe am Benzinpreis wird vermutlich nach oben gehen. Im Jahr 2022 beträgt der Preis der CO₂-Steuer bereits 30 Euro pro Tonne. Das entspricht etwa einem Preisanstieg gegenüber 2021 von 8,4 Cent pro Liter Benzin. Für Diesel stieg die Summe auf 9,5 Cent pro Liter. Allein bis zum Jahr 2025 soll der Abgabepreis pro Tonne CO₂ auf 55 Euro steigen.

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Droht ein Fahrverbot für Verbrenner?

Das ist höchst unwahrscheinlich und wäre wohl auch juristisch nicht durchsetzbar. Hier setzt die Politik auf den natürlichen Schwund an Verbrennern, je näher die Verbotsgrenze 2035 rückt.

Wären synthetische E-Fuels eine Option, Verbrenner anzutreiben?

Von einem Verbot für Verbrennungsmotoren ist nicht direkt die Rede. Diese sollen weiterhin zugelassen bleiben, sofern sie synthetische Kraftstoffe, sogenannte E‑Fuels, verwenden. Allerdings nur, falls für deren Produktion ausschließlich CO₂-freier grüner Strom verwendet wird. Aber erstens gibt es noch keine richtige entwickelte, hochindustrielle Herstellung und zweitens bräuchte E‑Fuel in der Herstellung auf den Kilometer gerechnet mehr Strom als direkt elektrisch betriebene Autos. Hier ist jetzt die Industrie gefragt.

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