Gibt es auch Goldmedaillen für Optimismus?

  • Jetzt ist Durchhaltevermögen gefragt, nicht nur bei Sportlern wie der Weltklasseschwimmerin Sarah Köhler – die 2021 noch schneller sein will als gegenwärtig.
  • Aus Japan wird heute eine herzliche Einladung an die ganze Welt kommen für ein aufs nächste Jahr verschobenes globales Fest.
  • Vielleicht bekommt die Weltgemeinschaft bis dahin ein paar Dinge etwas besser in den Griff als vorher: Infektionswellen zum Beispiel – oder auch nationalistische und rassistische Aufwallungen.
|
Anzeige
Anzeige

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

am morgigen Freitag hätten in Japan die Olympischen Spiele 2020 eröffnet werden sollen. Hätte, hätte, Fahrradkette. Corona ließ rund um die Erde die Träume aller für die Spiele qualifizierten Sportler platzen.

Was ist das für ein Gefühl, wenn man im wahrsten Sinne des Wortes olympiareif ist – und Olympia dann um ein Jahr verschoben wird? Wird man da wütend, wie der Hund, dem die Wurst vor der Nase weggezogen wird?

Anzeige

Die RND-Sportredakteure Stefan Döring und Sebastian Harfst haben für ihre heutige Olympiareportage unter anderem mit der deutschen Weltklasseschwimmerin Sarah Köhler gesprochen. Sie trafen eine 26-Jährige, die verblüffend gelassen und selbstbewusst wirkte: “Ich habe die Möglichkeit, mich noch ein Jahr zu entwickeln und schneller zu sein, als ich es in diesem Jahr vielleicht gewesen wäre.”

Gibt es auch eine Goldmedaille für Optimismus in rundum schwierigen Zeiten? Köhler wäre eine Kandidatin. Corona-Frust jedenfalls geht anders.

Anzeige

Heute kommt eine herzliche Einladung aus Tokio

Japan und die Olympiaorganisatoren wollen heute feierlich den Rest der Welt zur Eröffnung der verschobenen Spiele für den 23. Juli 2021 einladen. Auch darin liegt ein Stück Optimismus. Wer weiß, wie sich bis dahin das weltweite Pandemiegeschehen entwickelt? In Japan heißt es, man könne sich gar nicht vorstellen, dass bis dahin kein Impfstoff entwickelt sei.

Anzeige

Die Videobotschaft aus Tokio wird heute um 20 Uhr Ortszeit gesendet, um 13 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Wie zu hören ist, werden darin auch Bekenntnisse zur Zusammenarbeit aller Menschen über Grenzen hinweg enthalten sein, unabhängig von Herkunft und Hautfarbe. Zuletzt trat Japans Cheforganisator Yoshiro Mori vor dem Slogan “United by Emotion” vor die Weltpresse. Die Welt kann diese “Stronger together”-Botschaften derzeit gut gebrauchen, nicht zuletzt angesichts der verfahrenen Lage in den USA.

Vielleicht bekommen wir ja tatsächlich bis zum nächsten Jahr eine Wende hin. Dann könnten die Spiele 2021 in Tokio sogar den Beginn einer neuen Zeit markieren, in der alle etwas dazugelernt haben. Vielleicht bekommt die Weltgemeinschaft bis dahin ein paar Dinge etwas besser in den Griff als vorher: Infektionswellen zum Beispiel – oder auch nationalistische und rassistische Aufwallungen.

Das olympische Feuer leuchtet weiter.

Umfrage des Tages

Zitat des Tages

Anzeige

Die Bedrohung nimmt zu.

Joseph Wu Außenminister von Taiwan, am Mittwoch über die immer neuen Militärmanöver, in denen China eine Eroberung Taiwans durchspielt, das es als abtrünnige Provinz betrachtet

Leseempfehlung

Auf der fiktiven Nordseeinsel Sløborn breitet sich plötzlich ein für Menschen tödliches Virus aus, das von Tauben übertragen wird – so beginnt eine achtteilige Fernsehserie, deren erste vier Folgen heute Abend ab 20.15 Uhr auf ZDF neo laufen. Die Dreharbeiten endeten bereits letztes Jahr, doch es gibt auffällig viele Ähnlichkeiten zum Coronavirus. Thomas Kielhorn aus dem RND-Team Panorama hat mit Wotan Wilke Möhring über diese makabren Parallelen gesprochen. “Es ist unfassbar erschreckend, dass wir von der Realität eingeholt wurden”, sagt Möhring, den viele als “Tatort”-Kommissar Thorsten Falke kennen, in dem Interview. Bei der Produktionsfirma – der Syrreal Entertainment GmbH – konnte das im Jahr 2019 wirklich niemand ahnen.

Themen des Tages

In Deutschland werden heute gleich drei Gerichtsentscheidungen Schlagzeilen machen:

Im wohl letzten Verfahren gegen einen KZ-Wachmann wird heute um 11 Uhr in Hamburg das Urteil erwartet. Der Angeklagte war als junger Mann von August 1944 bis April 1945 im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig im Einsatz. Ihm wird Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vorgeworfen. Der Fall wurde, weil der Mann damals noch nicht 21 Jahre alt war, vor der Jugendstrafkammer verhandelt.

Anzeige

Nach einer Gruppenvergewaltigung in Freiburg wird heute, ebenfalls um 11 Uhr, das Urteil gegen mehrere Beteiligte verkündet. Mitte Oktober 2018 war eine 18-Jährige nachts in einem Gebüsch vor einer Diskothek von mehreren Männern vergewaltigt worden. Um die Corona-Regeln einhalten zu können, findet der Prozess nicht im Gericht, sondern in einem Konzertsaal statt.

Darf nur Ritter Sport Schokoladenquadrate herstellen? Diese schon seit Jahren zivilrechtlich umstrittene Frage ist beim Bundesgerichtshof gelandet – der Konkurrent Milka hatte geklagt. Das letztinstanzliche Urteil ergeht um 8.30 Uhr.

Zudem gibt es zwei politisch interessante Termine:

In Berlin stellt um 11.30 Uhr Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer Pläne für einen freiwilligen Wehrdienst vor.

In Bonn wird die neue Sinus-Studie über Deutschlands 14- bis 17-Jährige veröffentlicht: Wie tickt Deutschlands Jugend?

Im Ausland stehen zwei Themen aus den USA im Mittelpunkt:

Die Konflikte Washingtons mit China scheinen immer mehr zu eskalieren. Sieht Trump darin einen Hebel, um im Inland wieder populärer zu werden?

Die 20 Millionen Arbeitslosen in den USA warten auf eine Regelung, woher für sie ab Ende Juli Geld kommen soll. Eine vorläufige, sehr unbürokratische Regelung, die derzeit noch den Wegfall von Löhnen ausgleicht, läuft zum Monatsende aus.

Der Schnappschuss des Tages

Großkundgebungen sind unmöglich in Zeiten von Corona – also überlegte sich die derzeit weltweit wieder sehr aktive iranische Oppositionsbewegung etwas anderes: Sie versucht, die hohe Zahl von Teilnehmern an ihren Zoom-Konferenzen so effektvoll wie möglich ins Bild zu rücken. Gestern verbreiteten die Gegner der iranischen Mullahs dieses Foto mit ihrer Anführerin Maryam Rajavi im Zentrum. Die Oppositionelle lebt derzeit in Paris. Dort hielt sich einst, in der Schah-Ära, auch der damalige Staatsfeind Nummer eins Ayatollah Khomeini auf – bevor er eines Tages von Frankreich nach Teheran flog und dort die Macht ergriff. © Quelle: Siavosh Hosseini/UNHH e.V./obs

Unser Sex-Vlog

Video
Sex-Vlog mit Ann-Marlene Henning: Let it flutsch!
1:59 min
Es ist nicht unbedingt eine Frage des Alters: Manche (auch junge) Frauen werden beim Sex einfach nicht feucht. Das kann unangenehm werden, muss es aber nicht!  © RND/Agnieszka Krus

Jede Stunde neu: Unsere News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Aus dem Newsroom: Matthias Koch

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen