Michael Patrick Kelly: “Sing meinen Song” kommt “zur richtigen Zeit”

  • Am Dienstag startet “Sing meinen Song - Das Tauschkonzert” in die siebte Staffel.
  • Gastgeber Michael Patrick Kelly verrät im Interview, warum die Show dieses Jahr genau zur richtigen Zeit kommt.
  • Außerdem verrät er, warum Rap für ihn zur Herausforderung wurde.
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Michael Patrick Kelly (42, “Shake Away”) ist zum zweiten Mal Gastgeber in der VOX-Sendung “Sing meinen Song - Das Tauschkonzert”, die am 5. Mai in die siebte Staffel startet. In Südafrika begrüßt er dieses Jahr Nico Santos (27), Selig-Frontmann Jan Plewka (49), Max Giesinger (31), die ehemalige niederländische ESC-Teilnehmerin Ilse DeLange (42), Singer-Songwriterin LEA (27) und Rapper MoTrip (32). Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt Michael Patrick Kelly, warum die Sendung dieses Jahr genau zur richtigen Zeit kommt, wie Rappen für ihn zur Challenge wurde und warum Kollege MoTrip ihn am meisten überrascht hat.

2017 waren Sie zum ersten Mal dabei, 2019 wurden Sie Gastgeber. Haben Sie lange überlegt, ob Sie die Gastgeberrolle bei “Sing meinen Song” erneut übernehmen wollen?

Ich habe mich schon 2017 in “Sing meinen Song” verliebt, und diese Sendung ist mir inzwischen so sehr ans Herz gewachsen. Ich kenne keine andere Musikshow, in der die Songs und die Lebensgeschichte eines Musikers derart in den Mittelpunkt gerückt werden. Der Künstler kann in seiner Folge so viel zeigen: seine Anfänge, seine Höhen und Tiefen und private Themen, über die er geschrieben hat. Da kommen unfassbare Geschichten auf, die kein Drehbuchschreiber sich besser ausdenken könnte. Dieses Jahr kommt “Sing meinen Song” genau zur richtigen Zeit, weil es so eine Wärme versprüht und so viele lustige Dinge passiert sind, die den Zuschauer hoffentlich etwas von Corona ablenken können.

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Warum sind Sie gerne Gastgeber?

Mir macht es so viel Spaß, weil in der Show keiner gedisst oder für seine Fehler und Schwächen niedergemacht wird. Es geht um Wertschätzung und Respekt, Unterschiede werden gefeiert und so ist eine Einheit in der Vielfalt da. Das Konzept ist einmalig, es gibt kein Publikum und keinen Moderator, der nervige Fragen stellt. Man fühlt sich wohl und öffnet sich. Durch diese Klassenfahrtstimmung kommen Sachen auf den Tisch, die du keiner Zeitung verraten würdest, weil daraus gleich eine Story für das Titelblatt gemacht werden würde. Durch die Songs, die von vorneherein die schönsten und schlimmsten Dinge deines Lebens erzählen, kannst du direkt sehr tiefgründige Gespräche führen und kommst jemandem sehr nahe.

Sie sind mittlerweile erfahren, was die Interpretation von anderen Liedern angeht. Wie sind Sie dieses Mal an die Tauschsongs herangegangen?

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Ich glaube dieses Jahr war ich ein bisschen entspannter und konnte mich deshalb noch mehr auf die Musik einlassen und besser auf die einzelnen Künstler eingehen. Ich habe versucht, dass wir uns vor dem Flug nach Südafrika alle schon mal besser kennenlernen können. Wir haben auch eine WhatsApp-Gruppe gegründet und miteinander telefoniert. Meistens braucht man immer ein, zwei Abende bis alle miteinander warm werden, dieses Jahr hatten wir vom ersten Abend an eine Dynamik in der Gruppe und eine tolle Harmonie, obwohl wir so verschieden sind. Es war ab und zu sogar so, dass ich dazwischen gehen musste, weil sie nicht aufhören wollten zu reden (lacht).

Was war dieses Jahr die größte Herausforderung?

Das Rappen. Ich habe zwar als Jugendlicher Crossover und Rap-Musik gehört, aber auf Deutsch war das kompliziert für mich. Ich habe mir von Moses Pelham Tipps geholt, das hat mir gut geholfen. Manche Leute haben gesagt, dass ich ein bisschen wie Curse oder Casper klinge - ich glaube, sie übertreiben (lacht). Die Show bringt einen dazu, dass man in Musikgenres eintaucht und Sachen probiert, die man zuvor nie gewagt hätte. Beim Song “Feuer und Wasser” von Selig habe ich sogar eine Gitarre zerschlagen, um die Message des Songs zu verstärken. Jan Plewka wollte mich noch davon abhalten, am Ende haben wir uns darauf geeinigt, dass wir mit den Einzelteilen ein Kunstwerk erschaffen und es für einen guten Zweck versteigern.

Wer hat Sie von den Künstlern am meisten überrascht?

MoTrip hat uns alle überrascht. Man denkt oft, dass Rapper böse Kerle sind, die nur über Autos und Geld rappen. Mo war der höflichste von allen. Er hat von der Putzfrau bis zum obersten Chef immer allen die Hand gegeben und sich ständig bedankt. Das war so schön zu sehen, dass er ganz eigene Werte vertritt, die man nicht vom Gangsterrap-Klischee her kennt.

Kannten Sie einen der Kollegen bereits vorher?

Nico, Max und Ilse bin ich schon vorher begegnet. LEA kannte ich zum Beispiel nur durch ihre Musik. Eine ganze tolle Künstlerin. Bei ihr finde ich cool, dass sie die Musik in den Vordergrund setzt, und sich nicht von einem “Sex sells”-Druck der Musikindustrie auf weibliche Künstler beeinflussen lässt. Sie setzt sich schlichtweg ans Klavier und hat damit großen Erfolg. Ich glaube, sie ist für viele weibliche Künstler ein Vorbild.

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Inwiefern hatte die Coronavirus-Pandemie auf die “Sing meinen Song”-Produktion eine Auswirkung?

In der WhatsApp-Gruppe haben wir uns erst kürzlich darüber ausgetauscht, dass ein, zwei Wochen später “Sing meinen Song” nicht hätte stattfinden können. Da hätten wir nicht auf so einer engen Couch zusammensitzen oder uns nach den Songs umarmen können. Nachdem ich meine Single “Beautiful Madness” performt habe, sind alle wie beim American Football auf mich drauf gesprungen. So etwas wäre aktuell nicht mehr möglich. Ich bin nach der Aufzeichnung noch zwei Wochen in Südafrika geblieben, unter anderem für ein Charity-Projekt. Zu dem Zeitpunkt waren knapp hundert Infizierte im Land, trotzdem wurden bereits Flüge storniert und ich habe nur mit Glück noch einen erwischt. Am Flughafen wollte der Zollbeamte meinen Meldeschein sehen, weil ich einen irischen Pass habe. Den hatte ich zum Glück digital griffbereit.

Wie wirkt sich derzeit die Coronavirus-Lage auf Sie als Künstler und als Privatperson aus?

Ich bin in Gedanken oft bei den Infizierten, die ohne ihre Angehörigen sterben müssen, und bei den Helfern, die dafür sorgen, dass alles am Laufen gehalten wird. Was die Musik betrifft, wird es nach der Quarantäne einen Boom geben, weil viele Musiker jetzt zu Hause sind und Songs schreiben. Ich persönlich bin froh, dass ich so viel zu Hause und in meinem Garten sein kann, weil ich die letzten Jahre sehr viel unterwegs war. Ich habe in meinem Leben oft große Veränderungen erlebt, so dass ich auch mit radikalen Umstellungen ganz gut umgehen kann.

Wo rührt das her?

Der Schritt ins Kloster bedeutete für mich auch von heute auf morgen: keine Gitarre, keine Konzerte, keine Kreditkarte, keinen Partner und keine Familie mehr - stattdessen Stille, Gebet und Kartoffel schälen. Nach sechs Jahren hat man sich an das Leben gewöhnt und es folgte die Rückkehr ins weltliche Leben. Ich bin ein Lebenskünstler und gucke immer, wie man das Beste aus einer Situation machen kann.

RND/jom/spot

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