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ZDF-neo-Serie „Loving her“: lesbische Liebesgeschichten – angenehm selbstverständlich

  • In der ZDF-neo-Serie „Loving her“ (3. Juli) spielt Banafshe Hourmazdi eine junge Frau auf der Suche nach dem Glück.
  • In Zwanzigminütern werden die Geschichten der vier letzten Liebhaberinnen von Hanna erzählt.
  • Lesbische Liebe wird hier mit angenehmer Selbstverständlichkeit als Variante der Normalität vorgeführt, findet RND-Kritiker Martin Schwickert.
Martin Schwickert
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Das Münchner Olympiastadion durfte zwar auf Uefa-Geheiß nicht in den Regenbogenfarben erstrahlen, aber einige TV-Sender nehmen zunehmend schwul-lesbische Themen ins Programm. Nach dem Erfolg der schwulen Datingshow „Prince Charming“ hat TV Now seit Mai das lesbische Pendant „Princess Charming“ aufs Gleis gesetzt, in dem sich Irina Schlauch munter durch die Bewerberinnenschar knutscht. Auf der Mitternachtsschiene (und danach in der ARD-Mediathek) setzt der RBB bereits zum vierten Mal mit sieben europäischen Produktionen seine Queer-Reihe fort, die sich nach dem Gay-Pride-Monat Juni nun mit dem Leben jenseits des heterosexuellen Normgefüges beschäftigt.

Nun folgt ZDF neo mit der sechsteiligen Instant-Drama-Serie „Loving Her“, die von dem öffentlich-rechtlichen Sparten­sender selbst produziert wurde. Im Zentrum steht die Mittzwanzigerin Hanna (Banafshe Hourmazdi), die nach dem Ende ihres Literaturstudiums und der Eigenbedarfskündigung der WG-Wohnung nicht so recht weiß, wohin mit sich und ihrem Leben. Dann trifft sie auf der Straße Franzi (Lena Klenke), ihre große Jugendliebe, mit der sie nach dem Abitur von Bielefeld nach Berlin gezogen ist. Nach der zufälligen Begegnung lässt Hanna die letzten fünf Jahre noch einmal Revue passieren.

„Franzi war mein Ein und Alles, meine beste Freundin, meine Geliebte, meine Mitbewohnerin. Ich dachte, wir würden für immer zusammenbleiben“, erinnert sie sich an die Euphorie nach dem Umzug in die erste gemeinsame Wohnung. Aber während Hanna das Berliner Partyleben in vollen Zügen genießt, vergräbt sich Franzi in ihr Studium und wird von Heimwehattacken befallen. Hanna hat das Gefühl, von ihrer Freundin ausgebremst zu werden, und trennt sich von ihr.

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Geschichten über vier Liebhaberinnen

In den folgenden jeweils 20 Minuten langen Episoden erzählen Regisseurin Leonie Krippendorff und Drehbuchautorin Marlene Melchior von den vier Liebhaberinnen, mit denen Hanna in den letzten Jahren zusammen war. Nach Franzi ist Lara (Emma Drogunova) das ideale Gegengift. Mit ihr feiert Hanna die Nächte durch. Aber Sex, Drogen und Partys sind eben nicht alles, und Hanna muss bald feststellen, dass die Beziehung keine Tiefe entwickelt.

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Hals über Kopf verliebt sie sich in die coole Sängerin Anouk (Larissa Sirah Herden) und erkennt vor lauter Schmetterlings­gefühlen zu spät, dass die Angebetete ihre Gefühle nicht auf gleiche Weise erwidert. Den Reiz der verbotenen Liebe erkundet Hanna mit der verheirateten Verlegerin Josephine (Karin Hanczewski), die gegen eine stürmische Affäre mit der Praktikantin nichts einzuwenden hat. Danach tritt mit der Ärztin Sarah (Soma Pysall) eine echte Traumfrau in ihr Leben. Aber anders als Hanna ist sich Sarah ihrer homosexuellen Identität nicht sicher.

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„Loving her“ erkundet lesbisches Liebesleben seiner Protagonistin

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Über insgesamt 120 Filmminuten erkundet „Loving her“ das lesbische Liebesleben seiner jungen Protagonistin, für die jede Beziehung auch ein Schritt zur Selbstfindung ist. Im Trial-and-Error-Verfahren versucht Hanna herauszufinden, was sie von der Liebe und dem Leben erwartet, und ihre Erfahrungen unterscheiden sich dabei nicht grundlegend von der roman­tischen Sinnsuche im heterosexuellen Format.

Lesbische Liebe wird hier mit angenehmer Selbstverständlichkeit als Variante der Normalität vorgeführt. Das junge Ensemble und allen voran die Hauptdarstellerin Hourmazdi überzeugen dabei durch ihr unbefangenes Spiel. Leider traut Regisseurin Krippendorff („Looping“) der eigenen filmischen Erzählung, den schauspielerischen Leistungen und der Empathie­fähigkeit des Publikums nicht genug. Und so wird jede Folge mit einem Off-Kommentar Hannas unterlegt, in dem die Gefühle und Schlussfolgerungen überdeutlich in Worte gefasst werden. Ähnlich unglücklich wirkt das allzu kompakte 20-Minuten-Format, in dem die Nuancen der verschiedenen Liebesbeziehungen oft auf der Strecke bleiben.

Alle Folgen „Loving her“ sind am Samstag, 3. Juli, ab 21.40 Uhr bei ZDF neo zu sehen.

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