„Rote Rosen“-Darsteller werden auf Youtube für tot erklärt

  • Sarah Maria Besgen, Kim-Sarah Brandts, Laura Preiss, Varol Sahin, Arne Rudolf, Thorsten Nindel – sie alle spielen oder spielten bei „Rote Rosen“ mit und werden auf Youtube für tot erklärt.
  • Ein Kanal hat mit den Fake News ein offenbar lohnendes Geschäftsmodell gefunden.
  • Einige Schauspieler wollen nun klagen.
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„Krebs im Endstadium! Thorsten Nindel wurde in die Notaufnahme gebracht!“, heißt es in einem Youtube-Video von Dienstag, 19. Januar. Zumindest im Titel – denn im Video geht es um etwas anderes: Dass der ehemalige „Rote Rosen“-Darsteller Thorsten Nindel, der 2014 an Lungenkrebs erkrankt ist und seit 2015 als geheilt gilt, sich für Krebspatienten einsetzt. Weder Krebs im Endstadium noch die Notaufnahme sind wahr.

Wer sich auf Youtube die Video des thailändischen Kanals Program – Vorschau TV Germany anschaut, findet viele dieser angeblichen Tragödien um Schauspieler von „Rote Rosen“. Laura Preiss sei im Alter von 34 Jahren bei einem Verkehrsunfall gestorben. Sarah Maria Besgen sei mit 40 Jahren gestorben. Kim-Sarah Brandts im Alter von 37 Jahren. Varol Sahin wird für tot erklärt und es wird mit Bildern von der Beerdigung des Schauspielers Arne Rudolf geworben. Oliver Franck wird zwar nicht für tot erklärt, „die Fans können aber nur beten“.

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Fans im Netz entsetzt: „Auf ‚Rote Rosen‘ liegt ein Fluch, alle sterben“

„Schade, er war so eine Schnitte. Auf ‚Rote Rosen‘ liegt ein Fluch, alle sterben“, schreibt eine Nutzerin unter eines der Videos. Das Perfide: Keiner der Schauspieler ist tot oder ernsthaft erkrankt. Es gab weder Verkehrsunfälle noch Krebserkrankungen oder Beerdigungen.

Doch was steckt hinter den Nachrichten? Es sind jeweils die Titel für Youtube-Videos – in denen es dann um etwas ganz anderes geht. Im Video von Sarah Maria Besgen geht es beispielsweise um die Geburt ihres Kindes mit 40, bei Kim-Sarah Brandts um ein Hochzeitskleid, das sie auf Instagram zeigte, und bei Varol Sahin um seinen Serienausstieg.

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Reaktionen auf Fake News zum Tod: „pervers“, „widerlich“, „geschmacklos“

Die Fans regen sich schon länger auf, einige der Videos sind bereits Monate alt, bezeichnen das Portal als „pervers“, „widerlich“ und „geschmacklos“: „Das geht gar nicht. Es ist ärgerlich, mit den Gefühlen anderer so zu spielen“, schreibt eine Nutzerin. „Was soll der irreführende Titel? Das ist echt billig und blöd“, heißt es andernorts.

Ein anderer Nutzer sagt, er würde die Urheber verklagen. Und genau das haben nun einige der „Rote Rosen“-Stars auch vor. Laura Preiss beispielsweise. Sie sagte der „Bild“: „Das ist ein ekelhaftes, verwirrendes Gefühl, über den eigenen Tod zu lesen!“ Nach dem ersten Schock habe sie kurz „über diesen Bullshit“ lachen können, doch: „Als ich die Beileidsbekundungen an meine Familie in den Kommentaren las, drehte sich mir der Magen um und mir wurde bewusst, wie schrecklich diese Lüge und wie schrecklich meine Gewohnheit ist, sie als ‚Internetnormalität‘ anzunehmen“, sagte sie der „Bild“.

„Rote Rosen“-Schauspieler gehen gegen Urheber der Videos vor

Nun geht sie juristisch gegen das Portal vor. Ein erster Erfolg: Das besagte Video ist offline genommen worden – die anderen sind aber nach wie vor zu finden. Als Kim-Sarah Brandts von ihrer Kollegin von den Todesnachrichten erfuhr, zeigte auch sie sich schockiert. Laut „Bild“ hat auch die 37-Jährige einen Anwalt eingeschaltet.

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Doch warum gibt es überhaupt solche falschen Todesnachrichten? Es handelt sich wohl um ein lohnendes Geschäftsmodell, das ganz auf Clickbaiting basiert. Die Überschriften haben nichts mit den gezeigten Videos (in denen in der Regel Pressetexte von einem Computer vorgelesen werden) zu tun, wer allerdings aufgrund des Titels das Video anklickt, muss erst einen Werbespot sehen – durch diesen verdienen die Macher ihr Geld.

RND/msk

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