„WWM“-Jubiläumsshow: Alte Bekannte, Promi-Überraschungen und eine hartnäckige Rentnerin

  • Günther Jauch entlockt in der 1500. Show von „Wer wird Millionär?“ der Realitydarstellerin Evelyn Burdecki pikante Geheimnisse.
  • Außerdem hilft Jauch ihr dabei, einen Schwarm zu finden.
  • Und dann bricht der Quizgroßmeister mit einer seiner urältesten Regeln – dem Comebackverbot.
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Seit fast 22 Jahren gibt es die deutsche Ausgabe des weltweit erfolgreichen Quizmarathons „Wer wird Millionär?“ schon bei RTL. Und auf dem heißen Stuhl von Günther Jauch, der am Donnerstagabend sichtlich stolz, aber auch anfänglich etwas verunsichert das große Jubiläum zur 1500. Ausgabe der Show feierte – sein Team hatte ihn bei den Planungen diesmal bewusst außen vor gelassen –, spielten sich schon unzählige große und kleine Dramen ab. Und natürlich schamlose Flirtversuche, denen sich der Moderator mit den nicht immer elegant sitzenden grauen Anzügen und den meist eigenwillig gemusterten Krawatten zu erwehren hatte.

Kandidat bekommt zweite Chance

Ein besonders tragischer Fall war in der langen „Wer wird Millionär?“-Geschichte der Kölner Janos Pigerl. Dem Psychologiestudenten, der sich zunächst lange furios in der Sendung schlug und viele Sympathiepunkte sammelte, fehlten Anfang des Jahres in einer „Zocker-Special“-Ausgabe der Wissensshow nur zwei Fragen zum Hauptgewinn von 2 Millionen Euro. Und alles sah nach einem Durchmarsch aus, hatte Pigerl doch seinerzeit noch drei unbenutzte Joker, die ihm eigentlich Sicherheit geben sollten.

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Doch dann verzockte er sich buchstäblich: Weil er ausgerechnet bei einer Sportfrage, die ihm sonst angeblich so liegen, zu vorschnell entschied und keinen Joker zur Absicherung zog, rasselte er im Januar von 750.000 Euro auf mickrige 1000 Euro herunter. Selbst Günther Jauch war schockiert – und sein Mitleid mit Pigerl saß tief.

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Am Donnerstagabend geschah dann ein kleines Wunder: Janos Pigerl bekam seine zweite Chance – und nutzte sie. Günther Jauch staunte selbst nicht schlecht, wen ihm da seine Redaktion – ohne dass er davon etwas wusste – wieder auf den berühmt-berüchtigten Hochstuhl gesetzt hatte. Und dann war der Moderator ehrlich begeistert. Er kündigte an, erstmalig in der „Wer wird Millionär?“-Geschichte mit einer „uralten Regel“ zu brechen. Pigerl durfte noch mal ran. „Wir beginnen wieder von vorn“, sagte Jauch großzügig.

Preisgeld auf 1.555.555 Euro angehoben

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Davor erzählte der Student noch mal vom bittersten Moment seines Lebens, aber auch vom Mitgefühl, das ihn von allen Seiten erreichte. „Der Moment war so surreal“, berichtete Pigerl im Rückblick von seinem spektakulären Mega-Abrutsch. „So richtig realisiert habe ich es erst ein paar Tage später.“

Diesmal teilte er seine Kräfte besser ein und nutzte die Joker geschickter. „Bevor ich mich hier noch mal zum Volldeppen mache, gehe ich lieber auf Nummer sicher“, verriet Pigerl schon relativ früh seine Strategie. Auch beim zweiten Anlauf blieb der Student bescheiden. Einen einfachen Campingbus möchte er sich vielleicht kaufen und mal ein wenig reisen. „Ansonsten bin ich eigentlich ganz zufrieden“, sagte er. Und er musste ja auch tatsächlich erst einmal etwas gewinnen.

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Letztlich schaffte er es bei seinem Comeback dann bis zur Schwelle von 133.333 Euro. Die Redaktion hatte sich für die Jubiläumssendung Schnapszahlen ausgedacht. Der Maximalgewinn lag bei 1.555.555 Euro. Doch mit einer Frage zu dem Filmzitat „Irgendeiner wartet immer“, das der Kölner nicht sicher zuordnen konnte, ließ er seinen zweiten Anlauf zu einem würdigen Ende kommen. Schließlich war die Gewinnsumme erheblich mehr als die schnöden 1000 Euro beim ersten Mal: Diesmal strich Janos Pigerl 133.333 Euro ein – und ging erhobenen Hauptes von dannen.

„Alle Zuschauer gönnen Ihnen das“, sagte Günther Jauch. „Und ich auch.“ Trotzdem konnte er sich ein gequältes Lächeln wieder mal nicht verkneifen. Denn Pigerl war mit seiner Vermutung, dass die berühmte Aussage – im Film getätigt vom Schauspieler Charles Bronson – tatsächlich aus dem Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ gestammt hätte, richtig gelegen. Es nutzte dann nur nichts mehr. „Es ist wieder ein tragischer Zug“, sagte Günther Jauch mitleidig über den Top-Quizkandidaten der Herzen. „Sie blieben weiterhin unvollendet.“

Rentnerin darf endlich auf dem Ratestuhl Platz nehmen

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Ebenfalls lange tragisch wirkte das Schicksal der rüstigen Remscheider Rentnerin Ursula, die zum ersten Mal auf dem „Wer wird Millionär?“-Ratestuhl Platz nehmen durfte. Sie hatte sich in der Vergangenheit bereits 160-mal für eine Teilnahme in der Sendung beworben – jedes Mal bislang vergeblich. Und das, obwohl sie immer originellere „Bewerbungsschreiben“, darunter auch ein selbst komponiertes Lied für Jauch, geschickt hatte. „Ich habe keine Kosten und Mühlen gescheut“, erzählte sie im Rückblick. Nun war es endlich so weit – und ein Lebenstraum wurde Wirklichkeit.

Letztlich strich Ursula 15.555 Euro ein. Eine größere Belohnung als die Gewinnsumme war allerdings das gemeinsame Erlebnis mit dem von ihr verehrten Moderator. Und auch Jauch musste zugestehen: Ursula war eine Bereicherung für das Jubiläum. „Es war schön mit Ihnen.“

Evelyn Burdecki überrascht Jauch

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So konnte er sich letztlich auch versöhnlich über die Qualen hinwegtrösten, die ihm eine andere Gewinnerin in der Show verursacht hatte – zumindest zwischenzeitlich. Mit der ihr eigenen Unbekümmertheit hatte die ehemalige „Dschungelkönigin“ Evelyn Burdecki, der in der Günther-Jauch-Show „Wer ist schlauer als ...?“ bescheinigt wurde, mehr auf dem Kasten zu haben als der Moderator selbst, die Sendung gestürmt. Und natürlich war die gebürtige Düsseldorferin wieder schrecklich aufgeregt.

„Endlich hab ich’s geschafft, hier zu sein“, sagte sie zu ihrem ersten „Wer wird Millionär?“-Auftritt in gewohnt piepsiger Stimmlage, den sie im Promi-Modus absolvierte und ihre Gewinnsumme schließlich für Brunnenprojekte im Senegal spendete. „Das war ein langer Wunsch.“ Kurios dabei: Burdecki hatte sogar ihren Vater mit in die Sendung geholt – als Begleiter und Glücksbringer. „Das erste Mal im Fernsehen“, sagte sie. „Ich habe ihn immer versteckt.“

Mit stoisch gut gelaunter Mine musste Burdecki senior dann aber (wie der Rest der RTL-Zuschauer) mitansehen, wie sich seine Evelyn schon an der zweiten Frage des Abends, für die es diesmal lediglich 5 Euro zu gewinnen gab, qualvoll abmühte. Das Problem dabei: Der sonst so kesse blonde Reality-TV-Star erkannte ein Wortspiel mit dem Namen der TV-Komikerin Carolin Kebekus nicht. „Kebekus – was ist das denn?“, fragte sich Evelyn Burdecki immer wieder. Und sie tippte zwischenzeitlich sogar auf eine Kokosnussart. Letztlich rettete sie über die 5-Euro-Hürde nur der ziemlich verfrühte Einsatz eines Publikumsjokers. „Ich sehe das Entsetzen in vielen Augen“, ätzte Jauch.

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Später wurde es dann ziemlich pikant. Evelyn Burdecki klagte da nämlich über durch die Aufregung bedingte Bauchschmerzen, was Günther Jauch ziemlich dreist und direkt mit einer Gegenfrage konterte. „Sind Sie schwanger?“, wollte er eher uncharmant von der 32-Jährigen wissen. „Woher denn? Von der Luft?“, kicherte Burdecki und verneinte. Ohnehin scheint sie momentan eher Schwierigkeiten zu haben, den Richtigen zu finden. „Ich glaube, die Männer haben sich verändert“, klagte sie über die Folgen der Corona-Pandemie.

Kokosnuss statt Kebekus

Da wurde Jauch natürlich hellhörig und quetschte die Liebesbedürftige aus. Schließlich erzählte die Kandidatin freimütig, dass sie kürzlich ziemlich ernsthaft und wild entschlossen im Zug mit einem offenbar sehr attraktiven jungen Mann mit Blicken geflirtet hatte. Der reagierte aber nicht wirklich – und stieg plötzlich aus. Günther Jauch startete umgehend einen Fahndungsaufruf. Die Zufallsbegegnung fand im Zug von Düsseldorf nach Berlin statt. Der Angeschmachtete solle sich doch bitte melden! Der „Weddingplaner von RTL“, so Jauch, sei bereits eingeschaltet.

Wenig später war ihm das Scherzen fast vergangen. Dann nämlich, als Evelyn Burdecki sich schier endlos nicht zu einer finalen Antwort auf eine Frage zum sogenannten „Großen Einmaleins“ äußern sollte. Der Jokeranruf beim Promi-Helfer Daniel Hartwich („Let’s Dance“) lieferte zwar die richtige Antwort, Burdecki wollte sie aber immer noch nicht einloggen.

„Ich kann nicht mehr“, stöhnte Jauch nach einer gefühlten Ewigkeit. „Wir sind am Ende.“ Burdecki schied nach langem Hin und Her endlich doch aus. Ihr Selbstbewusstsein litt mal wieder nicht. „Tief in meinem Inneren bin ich ja schon eine clevere und intelligente Frau.“ Kann man auch mal so sagen.

RND/Teleschau

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