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„Wolfsland: Böses Blut“: Der verdächtige Kommissar

  • In der neuen Folge der ARD-Krimireihe „Wolfsland“ (2. Dezember) gerät Kommissar Butsch selbst in den Fokus von Ermittlungen.
  • Eine Frau wirft ihm vor, sie vergewaltigt zu haben. Er streitet das ab und verstrickt sich immer mehr in Widersprüche.
  • Die einzige, die ihm noch glaubt, ist seine Kollegin Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld).
Ernst Corinth
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Mit einem Knalleffekt geht‘s diesmal ins „Wolfsland“, also in die Gegend um Görlitz. Schon der Prolog der neuen Krimifolge mit dem Titel „Böses Blut“ (2. Dezember, ARD) lässt Böses ahnen: In einem Haus in einer Vorortsiedlung sieht man schemenhaft einen Mann, der seelenruhig an einem Tisch sitzt. Er löffelt eine Suppe und erschlägt ganz beiläufig eine Fliege. Unheimlich wirkt diese in düsteres Licht getauchte Szene, weil offenbar im Hintergrund die Körper zweier Toter liegen. Was das – auch noch mit unheilschwangerer Musik unterlegt – mit der dann erzählten Geschichte zu tun hat, erfährt man jedoch erst gegen Ende des Thrillers.

Nach diesem bedrohlichen Vorspiel wird erst einmal im Görlitzer Kommissariat, das im Mittelpunkt dieser ARD-Krimireihe steht, gefeiert. Die beiden Protagonisten, Kommissar Burkhard „Butsch“ Schulz (Götz Schubert) und Kommissarin Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld), erhalten für ihre Verdienste eine Medaille. Ihr Chef Tobias Grimm (Stephan Grossmann) hält eine seiner gefürchteten Reden, es wird getrunken und geplaudert.

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Unerwarteter Besuch für Kommissar Butsch

Danach fährt Butsch zu seiner Ex-Frau (Sabine Vitua), wo er von einem unerwarteten Besucher überrascht wird. Sein alter Kumpel Juro (Uwe Preuss), der noch vor dem Mauerfall in den Westen geflohen ist, schaut nach Jahren mal wieder bei seinen Freunden von damals vorbei. Man schwelgt in Nostalgie, es wird gegrillt, gegessen, und dann platzt die Bombe.

Butschs Kollegin Delbrück ruft an und teilt ihm mit, dass eine Frau ihn wegen Vergewaltigung angezeigt hat. Der Kommissar fällt aus allen Wolken, kann sich die Vorwürfe überhaupt nicht erklären. Er kennt aber die Frau, weil er sie vor Jahren mal vor ihrem gewalttätigen Ehemann geschützt hat. Als er dann spätabends bei ihr vorbeifährt, um mit ihr zu reden, liegt sie erwürgt in ihrer Wohnung. Von da an geht‘s ans Eingemachte – und um Butschs Existenz.

Ausgangssituation eines anfangs sehr mysteriösen Mordfalls

Das ist die Ausgangssituation eines anfangs sehr mysteriösen Mordfalls, dessen Zusammenhänge erst im letzten Drittel dieses spannenden Films verständlich werden. Dabei hilft es ein wenig, wenn man die beiden letzten Fälle dieser Reihe gesehen hat, in denen Butsch schon scheinbar unerklärliche Dinge zugestoßen sind. Offenbar hat es irgendjemand auf den Kommissar abgesehen. Aber auch ohne diese Vorkenntnisse ist die Folge „Böses Blut“ durchaus sehenswert, in der diesmal eindeutig der zwar stets ein wenig grummelige, aber sympathische Kommissar im Mittelpunkt steht.

Im Lauf der gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen, die die komisch steife – die böse Bandscheibe! – Staatsanwältin (Christina Große) führt, macht er anfangs einen Fehler nach dem nächsten. Er versucht, sich herauszureden, verwickelt sich in Widersprüche und lügt hundsmiserabel. Gleichzeitig tauchen immer mehr Indizien auf, die für seine Schuld sprechen. Die einzige, die schlussendlich noch an ihn glaubt, ist seine früher so ungeliebte Kollegin Delbrück. Sie kommt aus Hamburg und ist lange ein Fremdkörper in diesem Revier an der polnischen Grenze gewesen. Jetzt stellt sie auf eigene Faust Ermittlungen an, um Butschs Unschuld zu beweisen.

Spannende Inszenierung

Diese Geschichte ist spannend inszeniert, auch wenn manche Hinweise in diesem Krimi zu früh kommen. Dennoch bleibt der Film sehenswert, weil all die Intrigen und Finten, die der Täter oder die Täterin clever inszeniert, durchaus überraschend sind. Und weil sie von den Drehbuchautoren Sönke Lars Neuwöhner und Sven Poser gut entwickelt sind.

Zudem bleiben die Motive des Mörders, den man inzwischen kennt, sehr lange im Dunkeln. Auch die bedrohliche Atmosphäre und der Ost-Blues, die über allem hängen, hat Regisseur Alexander Dierbach gekonnt in Szene gesetzt. Nicht zuletzt ist Görlitz immer noch ein interessanter, weil völlig unverbrauchter Schauplatz, den diese Krimireihe für sich gewählt hat. Nur die Wölfe, die vermisst man in diesem „Wolfsland“ dann doch ein wenig. Dafür gibt es am Schluss aber einen richtigen Showdown und einen echten Cliffhanger, der neugierig macht auf die nächste Folge, die die ARD bereits am 9. Dezember zeigt.

„Wolfsland: Böses Blut“ läuft am 2. Dezember ab 20.15 Uhr in der ARD.

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