Mit Joey Kelly, ohne Stefan Raab

„Wok-WM“ feiert Comeback auf Pro Sieben

Eindrücke von der früheren „Wok-WM“ – damals war noch Stephan Raab dabei (Archivbild).

Eindrücke von der früheren „Wok-WM“ – damals war noch Stephan Raab dabei (Archivbild).

Berlin. Im ZDF läuft „Wetten, dass..?“ mit Thomas Gottschalk. RTL sorgt mit Gameshow-Klassikern wie „Geh aufs Ganze“ und „Der Preis ist heiß“ für schrill-bunte Abende, während bei Ulla Kock am Brink Paare 100.000 Mark gewinnen können. Und ProSieben steht ganz im Zeichen von „TV total“.

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Neben der wöchentlichen Show am Mittwoch wird der Jahresendspurt durch zwei große Sport-Events aufgewertet. Diesen Samstag (20.15 Uhr) stürzen sich mutige Promis wie Joey Kelly, Knossi, Sila Sahin und Pascal Hens im Rahmen der „TV total Wok-WM“ in einer gepimpten Pfanne vor rund 5000 Zuschauenden den Eiskanal von Winterberg herunter, ehe am 16. Dezember die „TV total Autoball-WM“ angepfiffen wird.

Was sich zunächst wie die Zusammenfassung einer zu Beginn der 2000er erschienenen Fernsehzeitschrift liest, ist vielmehr aktuelle TV-Realität. Zuletzt holten öffentlich-rechtliche sowie private Sendeanstalten reihenweise Showklassiker zurück ins Programm. „TV total“ feierte genau vor einem Jahr sein Comeback.

„Mutter aller ‚TV total‘-Events“

Nun folgt mit der Austragung der ersten „Wok-WM“ seit sieben Jahren der nächste Schritt. Ein Schritt, der ungeachtet der nostalgischen Anmutung gleichwohl ein Aufbruch in die Zukunft sein soll, wie den Worten von Daniel Rosemann zu entnehmen ist. Der Pro-Sieben-Chef hatte das Revival des erstmals 2003 von Stefan Raab initiierten TV-Spektakels in einem Statement gegenüber DWDL als „die Mutter aller ‚TV total‘-Events“ bezeichnet und ergänzend hinzugefügt: „Es kommt zusammen, was zusammengehört: Wok und Eisbahn, Genie und Wahnsinn, Tradition und olympischer Geist, Sport und Ehrgeiz, die ‚TV total Wok-WM‘ und Pro Sieben.“

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Zweifelsohne weht zurzeit ein altbekannter, von Raabs einstigen Erfolgsproduktionen angetriebener Wind über die deutsche Fernsehlandschaft. Im Rahmen der offiziellen Pressekonferenz am Freitag fand der frühere Showpraktikant und diesjährige „Wok-WM“-Moderator Elton auf Nachfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) Erklärungsansätze für diesen wiederkehrenden Zeitgeist: „Weil Stefan einfach schon immer die besten Ideen hatte. Und das sieht man auch jetzt wieder. Viele finden diese Events toll und wollen mitmachen. Auch für mich fühlte es sich mit Winterberg ein bisschen wie Nachhausekommen an.“

Ein entscheidendes Detail fehlt allerdings zum vollkommenen Glück: Raab, seines Zeichens Showerfinder und prägende Figur einer ganzen TV-Generation, wird am Samstag nicht im Wok sitzen und mit einem vor Ehrgeiz strotzenden, hochroten Kopf um Medaillen kämpfen. Die Rolle des 56 Jahre alten Entertainers im Ruhestand sollte eigentlich Sebastian Pufpaff übernehmen. Doch Raabs „TV total“-Nachfolger muss passen, weil er sich bei einem Fahrradunfall vier Rippen brach. Bereits die reguläre „TV total“-Ausgabe am Mittwoch musste der 46-Jährige absagen und wurde von Michael „Bully“ Herbig ersetzt.

Im Rahmen der „Wok-WM“-PK schickte das Team beste Genesungswünsche an „Puffi“, Kommentator Ron Ringguth sprach hinsichtlich der Pufpaff-Verletzung von einem „ungünstigen Timing“. Indes fiebert Elton seiner Premiere als „Wok-WM“-Moderator entgegen – trotz all der Vorfreude verbunden mit einem gehörigen Respekt vor der Aufgabe. „Ich sage tatsächlich die ganze Zeit, dass ich doch lieber wieder runtergefahren wäre. Ich habe mehr Angst, diese ‚Wok-WM‘ zu moderieren, weil es eine größere Verantwortung ist, als sich einfach ‚nur‘ reinzusetzen und runterzufahren“, sagte das „TV total“-Urgestein. Ein Platz wäre aufgrund von Pufpaffs kurzfristigem Ausfall zwar frei gewesen, doch diesen wird im Einer-Wok nun Kultfigur Manfred „Manni“ Ludolf ausfüllen, während im Vierer-Wok ein Bandmitglied der Heavytones das „TV total“-Team zum Sieg führen sollen.

Wie viel Raab-Geist steckt noch in der Wok-WM?

Kein Stefan Raab. Kein Sebastian Pufpaff. Kein „Hackl Schorsch“ (Führender im „Wok-WM“-Medaillenspiegel). Und Elton moderiert, sitzt aber nicht in der Pfanne. Vor allem mit Blick auf das Fehlen des Erstgenannten lautet die wichtigste Frage vor dem Comeback des einstigen Straßenfegers: Wie viel Raab-Geist steckt noch in diesem Format, wenn die Hauptattraktion nicht über den Bildschirm flimmert?

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Das RND hat dazu Joey Kelly befragt, der als Kind der ersten Stunde auch diesmal an den Start gehen wird. „Als man mich gefragt hat, ob ich teilnehme, habe ich erst einmal nachgedacht und in meinem näheren Umfeld Meinungen eingeholt. Alle durch die Bank haben mir geraten, da mitzumachen. Keiner hat gesagt, dass diese Produktion ohne Stefan Raab nicht mehr das ist, was sie einmal war“, erklärt der 49 Jahre alte Sänger und Ausdauersportler.

Dieser Wettbewerb sei ein Klassiker, der nun schon zum 14. Mal stattfinde. „Und ich bin zum 14. Mal mit dabei. Diese Neuauflage ist daher schon eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit. Die ‚Wok-WM‘ war der Ursprung der ‚TV total‘-Events, die später folgen sollten. Aus diesem Grund habe ich es gerne in Kauf genommen, andere Termine zu verschieben“, so Kelly, der an diesem Wochenende eigentlich mit seinen Geschwistern für die bevorstehende Kelly-Family-Tour proben sollte.

Der erfahrene TV-Star lobt das „dynamische Produktionsteam“ von „TV total“, das jeden Tag aufs Neue einen brutalen Job mache. „Die wissen genau, was sie tun.“ Dass er und seine diesjährigen Mitstreiter die Legende Raab nicht ersetzen können und sollen, liegt auf der Hand. Auch wenn der Kölner den Wok nach der siebenjährigen „Winterpause“ meidet, prägt er nach wie vor die deutsche TV-Landschaft – und das sogar über seinen „Heimatsender“ Pro Sieben hinaus. Denn: Raab ist nicht nur als Produzent der „Wok-WM“ 2022 an Bord, sondern zog auch im vergangenen Juni beim „RTL Turmspringen“ im Hintergrund die Strippen.

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Mit Blick auf die bevorstehende Wok-Renaissance zitierte DWDL Raab wie folgt: „Es wird Zeit, dass Pro Sieben wieder große Sportereignisse zeigt. Der Super Bowl war nur das Warm-up.“ Und auch der TV-Produzent hat weiterhin Großes vor. Berichten zufolge möchte er seinem 2020 erstmals ausgetragenen „Free-ESC“ im Oktober 2023 einen internationaleren Anstrich verpassen.

Es scheint utopisch, dem „Eurovision Song Contest“ Konkurrenz machen zu wollen. Das gilt für alle – mit Ausnahme von Raab, der 2010 mit Lena die „ESC“-Trophäe nach Deutschland holte. Eines steht jedoch fest: Die Rufe nach seiner Rückkehr vor die Kamera werden nicht leiser. Die „Wok-WM“ ist Kult, doch Stefan Raab ist eine Marke.

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